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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Wonhortnah bestens versorgen

Die Krankenhäuser des Landkreises, die seit 2004 in einem eigenen Kommunalunternehmen zusammengefasst sind, wollen sich mit einer Wachstumsstrategie auf dem hart umkämpften Gesundheitsmarkt behaupten.

Dabei sollen die drei Häuser in Prien, Bad Aibling und Wasserburg sowohl medizinisch als auch organisatorisch verstärkt zusammenarbeiten. Die geplanten Änderungen stellte der neue Vorstand Klaus-Peter Fischer in einer Pressekonferenz in Wasserburg vor, wo jetzt auch der Verwaltungssitz des Unternehmens ist. Über fünf Millionen Euro betrug 2003 das Defizit der Kreiskrankenhäuser. 2004 sind es voraussichtlich "nur" 3,5 Millionen. Und Fischer ist zuversichtlich, dass sich die Bedingungen verbessern: Die Budgets sollen bis 2009 bayernweit ausgeglichen werden, wovon die «Kleinen" profitieren, so der Krankenhaus-Fachmann, der schon seit 2002 mit der Materie im Landkreis Rosenheim befasst ist. Er rechnet für heuer mit einigen 100-000 Euro mehr für die Kreiskliniken.
Vorläufig allerdings geht es dem Kommunalunternehmen um Verbesserungen aus eigenen Kräften: Kostensenkung und Leistungsoptimierung waren die Stichworte bei der Vorstellung des Konzeptes. Auf der Kostenseite sei im letzten Jahr mit der Reduzierung beim Pflegepersonal - 40 der rund 300 Stellen wurden eingespart - bereits ein großer Brocken geleistet worden. Hier sei im Moment nichts mehr geplant, es würden sogar Schüler übernommen, versicherte das Management. Dafür geht es nun verstärkt um Verwaltung, Technik oder Küche, also den nichtmedizinischen Bereich. "Hier werden wir verschlanken", kündigte Fischer an. Alleine durch gemeinsamen Einkauf will man bis zu 20 Prozent einsparen. Es wird auch ein zentrales Küchenkonzept geben, dessen Details in den nächsten Wochen entschieden werden sollen. Wichtiger ist den Verantwortlichen aber die Optimierung des medizinischen Angebotes, sollen doch insgesamt die Fallzahlen erhöht werden. Dabei will man die Patienten in «ihrem" wohnortnahen Krankenhaus behandeln. Bei Bedarf sollen dann die Spezialisten aus anderen Kreiskliniken zugezogen werden. "Nicht der Patient soll zum Fachwissen, sondern das Fachwissen zum Patienten kommen", formulierte Privatdozent Dr. Heiko Rath, der künftige Wasserburger Ärztliche Direktor, die neue Grundlinie der Kreiskliniken. Konkretes Beispiel der intensiveren Zusammenarbeit ist die so genannte "Bauchstation" in Wasserburg. Nach dem Weggang des Wasserburger Chefchirurgen Dr. Roder soll Professor Josef Stadler, der Priener Chefarzt, hier diese Rolle mit übernehmen und OP-Tage in Wasserburg halten. Gleichzeitig sucht das Kommunalunternehmen als Nachfolger Roders ein Unfallchirurg, der auch in Prien mit diesem Schwerpunkt tätig werden soll. "Vor Ort ist aber die Grundversorgung in allen Fachbereichen sichergestellt", versicherte Stadler. So wird es in Wasserburg einen zusätzlichen bauchchirurgischen Oberarzt geben. Über die konkrete Zusammenarbeit der Kreiskrankenhäuser in weiteren Spezialgebieten werde nachgedacht, etwa mit den Gefäß-Spezialisten in Prien oder dem Lungenfacharzt in Wasserburg, so Hans-Peter Fischer. In Bad Aibling soll das Belegarzt-Wesen weiter gestärkt werden. Doch die intensive Verzahnung von niedergelassenen und Krankenhaus-Ärzten sei für alle Krankenhäuser eine entscheidende Zukunftsaufgabe, so Landrat Dr. Max Gimple. Hier ist beispielsweise auch an die Einrichtung von Notfallpraxen der Niedergelassenen in den Krankenhäusern gedacht.
Fit für den "Verdrängungswettbewerb" (Fischer) unter den Krankenhäusern wollen sich die Kreiskliniken auch durch die Optimierung von Abläufen machen. Das Qualitätsmanagement sei in der Einführung, so Hans Albert, der Pflegedienstleiter für die drei Häuser. "Wir werden den Service für die Patienten noch verbessern", war er zuversichtlich.
Und auch die Kooperation mit anderen Krankenhäusern ist kein Tabu. So habe es bereits Vorgespräche über die Zusammenlegung von vier Pflegeschulen, nämlich der des Landkreises in Wasserburg, des Bezirks in Gabersee, der Stadt Rosenheim und des Landkreises Ebersberg, gegeben, bestätigte Fischer auf Nachfrage. Das Ziel aller Bemühungen müsse es sein, dass die Bürger "ihr Krankenhaus wirklich wertschätzen", formulierte Dr. Gimple am Ende - und zwar nicht nur in Form politischer Forderungen nach dem Erhalt, sondern vor allem im Ernstfall: "Jeder soll sich im Krankheitsfall in unseren Häusern gut aufgehoben fühlen."