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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

40 Jahre: Turbulenzen und Optimismus

Wasserburg (koe) - Eine bewegte Geschichte hat das Kreiskrankenhaus Wasserburg in den 40 Jahren seines Bestehens hinter sich gebracht. Das wurde beim Festakt mit vielen hochrangigen Gästen deutlich. Es habe durchaus auch Tiefen gegeben, so räumten mehrere Redner ein. Doch im Moment herrscht Optimismus vor: Man stelle sich den notwendigen Änderungen, war das Fazit von Klaus-Peter Fischer, Vorstand des Kommunalunternehmens Kreiskliniken.

Schon der Anfang war ein ganz besonderer: Die damalige Bürgermeisterin Gabriele Neumeier kaufte 1958 in einer einsamen Entscheidung an Stadtrat und Kreistag vorbei das Grundstück über dem Inn, auf dem damals noch der Künstler-Treffpunkt Hesse-Schlösschen stand. Das erwies sich durchaus als weitsichtig, denn tatsächlich wurde dort am 29. Oktober 1964 das damals hochmoderne Kreiskrankenhaus Wasserburg eröffnet, das zwölf Millionen Mark gekostet hatte.

«40 Jahre Lebensqualität» fasste Bürgermeister Michael Kölbl die Bedeutung des Hauses seither zusammen, wenn auch sein Ruf in der Bevölkerung nicht immer nur gut gewesen sei: «Heute steht es gut da», war sich Kölbl sicher.

Diese Einschätzung teilte auch Landrat Dr. Max Gimp-le. Allerdings blickte er auch mahnend in die Zunkunft. Noch stärker müsse klar werden, dass der Patient «Kunde» sei, schrieb er allen Verantwortlichen ins Stammbuch. Und auch den Ärzten und Bewohnern der Region gab er Verantwortung für den Bestand des Krankenhauses. Den nur zu fordern, im Ernstfall aber woanders hin zu gehen, helfe dem Haus nicht.

Dass sich der Landkreis in den Turbulenzen von hohem Defizit und Imageproblemen nach Auseinandersetzungen mit Chefärzten überhaupt für den Erhalt des Hauses entschieden habe, hänge unter anderem mit der besonders hohen Identifikation der Wasserburger mit «ihrem» Krankenhaus zusammen. Man wollte aber auch das Ziel der ortsnahen Versorgung weiter verfolgen, die schon 1971 bei der Übernahme durch den Landkreis Rosenheim entscheidend gewesen sei.

Ministerialdirigent Dr. Gerhard Knorr vom Sozialministerium meinte, gerade dieses «emotionale Moment» dürfe man bei der Betrachtung der Krankenhauslandschaft nicht vergessen. Das Haus sei ja bespielsweise auch Arbeitgeber. Allerdings müsse auch die Wirtschaftlichkeit stimmen. Und die sei auch aufgrund «besonderer Situationen» in der Vergangenheit so schlecht geworden, dass der Landkreis handeln musste.

Das habe er mit dem Kommunalunternehmen dann richtig gemacht, so Dr. Knorr. Denn die Auslastung des Hauses sei durch eine wesentlich kürzere Verweildauer der Patienten rückläufig gewesen, obwohl man im Moment ungefähr 40 Prozent mehr Patienten behandle als noch Mitte der 70er-Jahre.

An diese Zeit und an die Jahre vorher erinnerte auch mit alten Bildern der ehemalige Chefarzt Dr. Peter Hanusch, der 37 Jahre lang am Wasserburger Krankenhaus arbeitete. Als Geburtshelfer blickte er auch in die «Ahnenreihe» des Hauses und fand heraus, dass es schon um 1700 Krankenhäuser in Wasserburg gegeben habe.

Das letzte Haus in Stadt-Trägerschaft im Hag hatte dann in den 50er-Jahren endgültig ausgedient, war nicht mehr zeitgemäß und auch nicht erweiterbar.

In der neuen Klinik gab es im Laufe der Jahre diverse Erweiterungen, die Pflegeschule und die Physiotherapie-Schule wurden etabliert. Trotzdem, so gestand Dr. Hanusch, sei die Lage manchmal «fast hoffnungslos» gewesen. Doch es hätten sich immer wieder «Helfer von außen» gefunden, die mit Unterschriften und ihrem Einsatz verdeutlichten, dass Wasserburg sein Krankenhaus erhalten möchte.

Schließlich präsentierte Dr. Hanusch bei dem von Yume Brommer am Flügel musikalisch umrahmten Nachmittag als kleine Überraschung zwei Jubiläumskinder: Das erste im neuen Krankenhaus geborene «Kind», Anneliese Kloos, mit seinem damaligen Geburtshelfer Dr. Miethaner und die am 40. Geburtstag des Hauses geborene Anna Jana Friese mit Mutter.