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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Prien - Für rund 30 Millionen Euro soll das Kreiskrankenhaus Prien bis zum Jahr 2011 runderneuert werden. «Eine der schönsten Kliniken Deutschlands» verspricht Klaus Peter Fischer.

Der Vorstand der Triamed-Kreiskliniken, wie der Verbund der Häuser in Prien, Wasserburg und Bad Aibling in einem Kommunalunternehmen jetzt heißt, stellte der Chiemgau-Zeitung gestern exklusiv die Pläne vor. Der Z-förmige Komplex aus den 60er Jahren soll abgerissen und durch eine moderne Klinik mit 165 Betten ersetzt werden. Als erster Schritt soll Mitte 2007 mit dem Bau eines ambulanten Facharztzentrums auf einem Grundstück nördlich des Krankenhauses begonnen werden.

Die Weichen für das gewaltige Projekt sind grundsätzlich gestellt. Anfang Dezember wurde ein Antrag auf Fördergelder beim Freistaat gestellt, der zehnköpfige Verwaltungsrat mit Landrat Dr. Max Gimple an der Spitze steht dem Vorhaben laut Fischer positiv gegenüber, Interessenten für die Belegung der Praxen im neuen Facharztzentrum gebe es reichlich. Kurz vor Weihnachten wurde das Personal eingeweiht.

Besonders wichtig: Der bayerische Landkreistag, der bei der Verteilung der Gelder für Investitionen im März 2006 im Krankenhaus-Planungsausschuss ein gewichtiges Wort mitredet, habe Prien in seiner Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt. «Es gibt keine bessere Investition», ist der Vorstand sehr zuversichtlich, dass alle Hürden genommen werden können. Die Sicherung von Arbeitsplätzen (momentan 200 Stellen auf 300 Mitarbeiter verteilt), die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung in der Region rund um Prien und nicht zuletzt der wirtschaftliche Aspekt sind die argumentativen Eckpfeiler für seinen Optimismus.

Letzterer findet seinen Niederschlag vor allem auch in der Überlegung, nördlich des Krankenhauses auf einem Grundstück des Landkreises ein ambulantes Facharztzentrum für 6,5 Millionen Euro neu zu bauen. Geplant ist ein dreiteiliger Gebäudetrakt mit fünf Praxen, in dem auch die Operationssäle (OPs) und die physiotherapeutische Abteilung untergebracht werden sollen. Gesamtnutzfläche: 2000 Quadratmeter. Dafür soll das ehemalige Wohnheim weichen, dass seit dem Abschied der letzten Mallersdorfer Schwestern leer steht.

Ambulante Operationen sind ein Sektor, der immer wichtiger wird. In der Priener Kreisklinik wurden 2004 gut 600 Patienten ambulant operiert, heuer waren es laut Michael Moser, dem betriebswirtschaftlichen Leiter, schon fast doppelt so viele. Prien steht nicht alleine. So wurde laut Fischer ein ambulantes Zentrum in Ebersberg schon realisiert, in Mühldorf stehe der Bau kurz bevor und in Holzkirchen seien die Praxen «schon während der Bauphase zu 200 Prozent vermietet gewesen».

Weil im Umkehrschluss die Aufenthaltsdauer sinkt, soll die Bettenzahl mit dem Neubau von 200 auf 165 reduziert werden. Momentan sind durchschnittlich 130 Betten belegt, ein Rückgang im Jahresvergleich um gut zwei Prozent.

Abhängig von der Fördergeldern wird ein Teil der 30-Millionen-Investition über Kredite abgesichert werden müssen. Damit die Banken mitspielen, braucht es ein schlüssiges Konzept. «In zwei Jahren sind wir aus den Miesen raus», ist Fischer überzeugt. Die einst stark defizitären Kreiskrankenhäuser würden heuer eine «rote Null» schreiben. Allein die Personalkosten der drei Kliniken konnten Fischer zufolge innerhalb von zwei Jahren um drei auf 30 Millionen Euro pro Jahr reduziert werden. Durch die Konzentration auf wachsende Bereiche erwartet sich die Leitung eine deutliche Steigerung der Patientenzahl. Heuer wurden rund 6500 Personen stationär behandelt.

An der ehemaligen Thyssen-Klinik nagt der Zahn der Zeit. Der knapp 40 Jahre alte Komplex entspricht räumlich und vor allem technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen, die zudem durch die einschneidenden Änderungen im Gesundheitswesen nicht geringer geworden sind. Schon vor Jahren hatte der Landkreis ein Gutachten erstellen lassen, dass Fischer zufolge zu dem eindeutigen Ergebnis kommt: Abriss und Neubau sind billiger als eine Generalsanierung.

Bei den Überlegungen der Entscheidungsträger spielt der Standort eine zentrale Rolle. Die Lage am Chiemsee ist ein Pfund, mit dem künftig noch stärker gewuchert werden soll. Deshalb sieht der Entwurf vor, den weit überwiegenden Teil der Patientenzimmer mit Blickrichtung See anzuordnen. Anstelle des vorhandenen Gebäudes ist daher ein etwas längerer, aber auch schmalerer Trakt in Ord-Süd-Ausrichtung vorgesehen. Eine verglaste Eingangshalle an der Südseite in Richtung Besucherparkplatz soll den Blick von einem Vorplatz an der Harrasser Straße auf das Bayerische Meer öffnen. Entlang der Straße soll ein U-förmiger Komplex entstehen.

Der Neubau soll über fünf Etagen verfügen, ebenso viele wie das bestehende Krankenhaus. Das oberste Stockwerk soll laut Fischer zurückgesetzt als Privatstation mit Hotelcharakter dienen. Als Referenz zum See haben die Planer ein Dach aus großflächigen Segeltüchern vorgeschlagen.

Das ambulante Fachzentrum soll während der schrittweisen Bauzeit - Ziel ist die endgültige Fertigstelllung 2011 - zum Großteil als Übergangsquartier dienen. Vom jetzigen Kreiskrankenhaus bleibt nur der Trakt stehen, der in den 80er Jahren ergänzt wurde und OPs, Verwaltung und einige Spezialbereiche wie die Röntgenabteilung beherbergt.

«In der Sache gibt es nur ein ,Entweder-oder'», sieht Fischer in dem Vorhaben die einzige Chance, die Kreisklinik Prien langfristig zu erhalten und im Wettbewerb voranzubringen. Kerngeschäft sei und bleibe zwar die stationäre Versorgung, aber die Verzahnung mit dem ambulanten Sektor soll die Zukunft sichern.