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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Im Dreierpack erfolgreich

Rosenheim/Wasserburg (koe) - Die Zeiten, in denen das Thema «Kreiskrankenhäuser» automatisch mit wachsenden Defiziten und der Unsicherheit über den Erhalt der drei Standorte verbunden war, scheinen vorbei.

Nach drei Jahren als selbständiges Kommunalunternehmen zogen die «Triamed»-Kliniken des Landkreises Rosenheim Bilanz und waren dabei sichtlich zufrieden: Die Patientenzahl konnte gesteigert, das Defizit deutlich reduziert werden. Und man sieht sich medizinisch wie organisatorisch «gut aufgestellt».

«Wir haben viele Schritte erfolgreich hinter uns und noch zahlreiche vor uns.» So fasste Landrat - und in diesem Fall Verwaltungsratsvorsitzender - Dr. Max Gimp-le die erste öffentliche Bilanz seit der Quasi-Privatisierung der Kreiskliniken zusammen. Zum 1. Februar 2004 wurden die Krankenhäuser Prien, Bad Aibling und Wasserburg als Kommunalunternehmen unter dem Namen «Triamed» zusammengefasst und werden seither von Wasserburg aus verwaltet.

«Wir wollen auch alle drei Häuser in die Zukunft führen», versicherte Gimple. Man habe beste Voraussetzungen: «Ein guter innerer Zustand, eine hervorragende Mannschaft, ein klares Konzept, getragen vom Kreistag.»

Letzteres dürfte auch wirtschaftliche Gründe haben. Schrieben die Kreiskliniken 2003 noch 6,4 Millionen Euro Defizit, so waren es 2006 «nur» mehr 1,9 Millionen. Und Triamed-Vorstand Hans-Peter Fischer sieht ab 2009 gute Chancen für schwarze Zahlen.

Dazu beigetragen haben deutliche Einsparungen. So wurden in den drei Jahren rund zehn Prozent des Personals abgebaut und Synergie-Effekte durch eine intensive Vernetzung der drei Häuser mobilisiert. Zum anderen haben die Kreiskliniken bei den Patientenzahlen zugelegt, 2006 um zwei Prozent «in einem Landkreis mit besonderer Klinikdichte und entsprechendem Wettbewerb», so Dr. Gimple. Außerdem gehören die Triamed-Kliniken zu den Gewinnern des Systems der Fallpauschalen, mit dem seit zwei Jahren die stationären Behandlungen von den Krankenkassen vergütet werden.

Stolz war man bei der Pressekonferenz auch auf die ganz frisch ausgestellte QM-Zertifizierung: Man habe zwei Jahre intensiv am Qualitätsmanagement gearbeitet und dabei in mehr als 80 Projekten Optimierungen erreicht, so Pflegedienstleiter Hans Albert: «Man kann als Krankenhaus heute nicht stehen bleiben.»

Das gilt vor allem auch für den medizinischen Bereich. Zum eigentlichen Auftrag, nämlich die «Sicherung der medizinischen Grundversorgung», wie Dr. Gimple klar stellte, kommen immer mehr Schwerpunkte und Vernetzungen. So soll in Prien das Belegsystem deutlich ausgebaut werden und ein «Fußzentrum» für Diabetes-Patienten entstehen. Außerdem will man die Gelenkchirurgie zu einer eigenen Abteilung ausbauen und ein «Darmzentrum» einrichten: Schon jetzt würden die Operationszahlen für eine offizielle Anerkennung reichen, so Chefarzt und ärztlicher Triamed-Direktor Dr. Josef Stadler.

Wasserburg hat einen Schwerpunkt auf Kooperationen gelegt, die «für alle Beteiligten, vor allem aber die Patienten» ein Gewinn seien, so der ärztliche Leiter Dr. Heiko Rath. So arbeite man verstärkt mit den Hausärzten zusammen und nutze beispielsweise quasi ambulant den Herzkatheterplatz im Klinikum Rosenheim, ohne die Patienten verlegen zu müssen.

Der Bad Aiblinger Chefarzt Dr. Dirk Neidhardt führte als Beispiel für Entwicklungen den Ausbau der Palliativ-Medizin mit sogenannten «Brücken-Zimmern» an, wo Schmerztherapie und Begleitung im Mittelpunkt stehen.

Schließlich wurden auch die Investitionen der letzten Zeit aufgezählt, bei denen der Freistaat kräftig Zuschüsse gewährte: In Bad Aibling 300-000 Euro für den Ausbau des dritten Operationssaals, in Wasserburg 350-000 Euro für eine neue Endoskopie. Und in Prien steht der komplette Ersatzbau für fast 25 Millionen Euro bevor, der heuer mit der Energiezentrale (1,6 Millionen) beginnt.

Schließlich habe man auch die Existenz der Krankenpflege- und Krankengymnastik-Schulen in Wasserburg mit den Krankenkassen sichern können, so Hans-Peter Fischer.

«Es hat sich Grundlegendes verändert in unseren Krankenhäusern», fasst Landrat Dr. Gimple zusammen. Und er ließ auch keinen Zweifel, dass dies auf absehbare Zeit so bleiben wird: «Die Krankenhäuser sind Experimentierfelder geworden, das hat die Politik so gewollt.» OVB, 16.01.2007, Karl Königbauer