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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Kreiskliniken planen neue Strategien und Investitionen

Wasserburg/Prien/Bad Aibling - Die unsicheren Jahre scheinen vorbei zu sein. Seit dem Zusammenschluss zum Kommunalunternehmen Triamed blicken die Landkreiskliniken Bad Aibling, Prien und Wasserburg in eine zunehmend solide Zukunft. Die Defizite sind weitgehend abgebaut. Für die nächsten Jahre rückt erstmalig eine «schwarze Null» in greifbare Nähe. Die Patientenzahlen steigen und neue Investitionen sind geplant. Letzter Etappensieg: Zum Jahreswechsel wurde das Qualitätsmanagement aller drei Häuser erfolgreich zertifiziert.

«Wir wollen unsere drei Häuser in eine solide Zukunft führen», eröffnete Landrat Max Gimple das Pressegespräch. Vorstand Klaus-Peter Fischer hatte dazu in die Klinik nach Wasserburg geladen, um Bilanz zu ziehen und die strategische Ausrichtung der Häuser für die nächsten Jahre vorzustellen.Fischer steht dem Kommunalunternehmen seit drei Jahren vor.

Um zwei Drittel konnte das Defizit bereits verringert werden. Auf 18.000 Patienten ambulant und 25.000 stationär können die Triamed-Kliniken im letzten Jahr verweisen. 45 Millionen Euro betrug der Umsatz. Das macht Fischer stolz: «Die Patientenzahlen stiegen 2006 um zwei Prozent. Das wirkt zwar moderat, ist aber dennoch ein wichtiges Signal, dass die Kreiskliniken gut angenommen werden.»

Um die Qualität zu sichern, wird die Klinik jetzt auch fremd überwacht. Zum Jahreswechsel wurde das eingeführte Qualitätsmanagement nach «DIN EN ISO 9001» erfolgreich zertifiziert. Zweieinhalb Jahre haben alle Mitarbeiter unter Federführung von Gesamtpflegedienstleiter Hans Albert an dem Projekt gearbeitet. Damit nicht genug: Für 2007 steht mit «Ökoprofit» bereits ein neues Projekt an: Gemeinsam mit anderen Betrieben im Landkreis verpflichtet sich Triamed zu Einsparungen im Energie- und Wasserverbrauch sowie beim Abfall- und Abwasseraufkommen. Landrat Gimple: «Wirtschaftlichkeit und Ökologie können sich ergänzen. Ökoprofit liefert den Nachweis dazu.»

Auch in der medizinischen Vorsorgung stehen Neuerungen an. In Prien möchte man die Gelenkschirurgie und die Tumorchirurgie des Dickdarms weiter ausbauen. Prof. Dr. Josef Stadler verwies auf Operationszahlen, wie sie sonst nur in großen Universitätskliniken erreicht werden. Der Anteil der OP-Verläufe mit künstlichem Darmausgang liegt in Prien bei zehn Prozent, während der Bundesdurchschnitt viermal so hoch ist. In Wasserburg setzt man auf eine enge Vernetzung und kooperiert bei Herzkatheter-Untersuchungen mit dem Rosenheimer Klinikum, wie Dr. Heiko Rath verdeutlichte.

Im Krankenhaus Bad Aibling sollen Palliativmedizin und Schmerztherapie weiter voran gebracht werden. «Gerade in der Begleitung von austherapierten Tumorerkrankungen ist der Bedarf enorm», so der ärztliche Leiter Dr. Dirk Neidhardt.

Auch baulich haben die drei Kliniken bereits einiges getan oder noch vor sich: 300.000 Euro wurden in die Bad Aiblinger Operationsabteilung investiert. In Wasserburg wird in Kürze die neue Endoskopieabteilung in Betrieb genommen, die mit 350.000 Euro zu Buche schlägt. Die größte Baumaßnahme aber ist für Prien geplant. Das in die Jahre gekommene Krankenhaus soll bis 2011 generalsaniert werden. 23 Millionen Euro, von denen der Freistaat den Löwenanteil tragen wird, sind dafür vorgesehen.

Was die Kooperation mit dem nahe gelegenem Inn-Salzach-Klinikum anbelangt, so besteht der «kleine Grenzverkehr» seit langen, so Chefarzt Dr. Heiko Rath. Die Zusammenarbeit auf medizinischem Gebiet sei ohnehin sehr eng, auf wirtschaftlichem Gebiet hingegen sieht Landrat Gimple derzeit jedoch keinen Bedarf. Den Erhalt der beiden Berufsfachschulen für Krankenpflege und Physiotherapie am Wasserburger Klinikum sieht Klaus-Peter Fischer weiterhin gesichert.

Fazit: Insgesamt können also alle drei Kreiskliniken recht positiv in die Zukunft blicken. Rosenheimer Nachrichten, 17.01.2007, Wolfgang Janeczka