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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Wasserburger Stadtbroschüre: Interview mit CA Dr. Martin Heindl

Herr Hansen von der Wasserburger Stadtbroschüre hat ein Interview mit Chefarzt Dr. med. Heindl über die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in der Triamed-Kreisklinik Wasserburg geführt.

SB: Dr. Heindl, wo liegen die Schwerpunkte im Betreuungsangebot Ihrer Geburtshilfe?
Dr. Heindl: In unserem Hause werden derzeit jährlich rund 550 Geburten durch unser Team, bestehend aus Geburtshelfern, Hebammen, Wochenbett- und Kinderkrankenschwestern betreut. Wir begleiten jährlich zahlreiche werdende Eltern bei Problemen in der  Schwangerschaft, zur Geburt und in der ersten Lebenswoche. Für die Zeit nach der Entlassung gibt es darüber hinaus noch ein vielseitiges Kursprogramm.
SB: Wie gestaltet sich Ihre Form der Geburtshilfe?
Dr. Heindl: Wir versuchen unsere Geburtshilfe so natürlich wie möglich zu gestalten. Alles, was von Natur aus gut und richtig verläuft, wird von unserer Seite nicht beeinflusst. Durch eine aufmerksame Geburtsüberwachung gelingt es uns, Verläufe zu erkennen, bei denen Gefahr für Mutter und Kind droht, so dass wir rechtzeitig intervenieren können.
SB: Ein Wort zur Ausstattung der Abteilung.
Dr. Heindl: Das Ambiente der Entbindungsräume möchte ich als freundlich und zeitgemäß ansehen. Es herrscht hier eine familiäre Atmosphäre, dennoch wird auch die technische Ausstattung vorgehalten, um eine sichere Geburtshilfe - auch bei Risikogeburten - zu gewährleisten. Falls ein Kaiserschnitt erforderlich wird, so kann der werdende Vater seiner Ehefrau auch im Operationssaal Beistand leisten.
SB: Seit einigen Jahren besteht hier auch die Möglichkeit der Wassergeburt. Wo liegen die Vorteile?
Dr. Heindl: Das ist richtig. Mittlerweile wird diese Möglichkeit von mehr als 20 Prozent der Gebärenden in Anspruch genommen. Das temperierte Wasser wirkt entspannend, und dadurch schmerzlindernd, vor und während der Geburt. Mutter und Kind können sich anschließend in der Intimität des  warmen Wassers miteinander vertraut  machen. Hier kann das Baby bereits den Weg zur Brust der Mutter finden und zum ersten Mal gestillt werden. Erst nach der Geburt der Plazenta wird es Zeit für Mutter und Kind, das Wasserbecken zu verlassen.
SB: Thema Geburtsüberwachung.
Dr. Heindl: Die Geburtsüberwachung erfolgt mit modernen CT-Geräten, in Gefährdungssituationen kommt auch die Mikroblutuntersuchung des Fötus zum Einsatz. Wir versuchen jedoch, die Anwendung der Technik auf das Notwendige zu beschränken und den werdenden Eltern während der Entbindung größtmögliche Bewegungsfreiheit einzuräumen. Angeboten werden natürlich alle Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung unter der Geburt - das reicht von der Akupunktur über verschiedene Schmerzmittel bis hin zur Periduralanästhesie.
SB: Wie gehen Sie mit eventuellen Risikosituationen um?
Dr. Heindl: Bei allen Risikosituationen sowie zur Geburt selbst wird der diensthabende Geburtshelfer hinzu gerufen; wenn eine Gefahr für das Kind zu erwarten ist, gilt dies auch für den zuständigen Kinderarzt.
SB: Auf der Wochenstation befindet sich auch ein so genanntes Wehenzimmer. Was ist darunter zu verstehen?
Dr. Heindl: In diesem Raum können sich Schwangere mit ihrem Partner aufhalten, deren Wehen noch nicht für einen Geburtsbeginn ausreichen. Die Betreuung erfolgt hier durch die Schwestern der Wochenstation sowie durch die diensthabenden Ärzte. Wir verfügen auch über ein Familienzimmer auf der Wochenstation, in dem der Ehemann in der ersten Nacht nach der Entbindung mit übernachten kann.
SB: In welchem Zeitrahmen bewegt sich die Dauer des stationären Aufenthaltes?
Dr. Heindl: Wir geben stets eine individuelle Empfehlung, die sich nach dem Wochenbettverlauf richtet, letztlich wird sie jedoch von der neuen Mutter selbst bestimmt. Ergänzend dazu möchte ich anmerken, dass in unserem Hause auch eine ambulante Entbindung möglich ist. Bei der Betreuung unserer Neugeborenen, die von erfahrenen Kinderschwestern sowie vier neonatologisch erfahrenen Kinderärzten durchgeführt wird, beschränken wir uns auf die notwendigen und sinnvollen Dinge und versuchen, die Interaktion zwischen Mutter und Kind zu unterstützen und nicht zu stören. Das Stillen wird von uns mit allen Mitteln gefördert, Unterstützung erhalten die Mütter hierbei durch unsere Kinderschwestern, die mit Tipps und Tricks weiterhelfen. Dennoch wird auch eine Entscheidung gegen das Stillen akzeptiert, wir beraten dann auf Wunsch gerne bei der Auswahl der richtigen Nahrung. Von unseren Beleghebammen, die die unmittelbare Betreuung während der Geburt begleiten, werden auch Geburtsvorbereitungskurse sowie Kurse für Rückbildungsgymnastik angeboten, aber auch unterstützende Maßnahmen wie Homöopathie oder Aromatherapie.