RoMed Kliniken Logo
Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Quelle: Wasserburger Zeitung
Quelle: Wasserburger Zeitung
Quelle: Wasserburger Zeitung
Quelle: Wasserburger Zeitung

Heimweh und das Bein behandeln:
Kostenlose medizinische Versorgung in der Triamed Kreisklinik Wasserburg für Kinder aus Problemgebieten

Wasserburger Zeitung, 22.08.08
Der Reisauflauf steht unangerührt neben dem Bett. Ist es Heimweh? Ist es die unbekannte Kost? Ist es der "Kulturschock"? Erst seit zwölf Stunden sind der zwölfjährige Najibulla aus Afghanistan und der kleine Farhad aus Usbekistan Patienten in der chirurgischen Abteilung der Kreisklinik. Vorher waren sie fast einen Tag unterwegs aus ihrer Heimat hierher, teilweise begleitet von einem Kamerateam.

Besonders schwer hat es Farhad, den Chefarzt Dr. Clemens Bitter auf fünf Jahre schätzt. Genaueres weiß man nicht, denn momentan kann niemand mit ihm sprechen. Es waren zwei Kinder aus Afghanistan angekündigt, dass das kleinere nun Usbekisch spricht, stellt die Station vor zusätzliche Probleme. Momentan läuft der Kontakt nonverbal, "moderiert" von Schwester Miryam, die aus Persien stammt, derzeit ein Praktikum auf der Station macht und sich aufgrund der Sprachähnlichkeit recht gut mit Najibulla verständigen kann.

Medizinisch gesehen haben beide Kinder das selbe Problem: Eine chronische Entzündung am Unterschenkelknochen, die in ihrer Heimat nicht entsprechend versorgt werden kann. Daher hat "Friedensdorf international", eine medizinische Hilfsorganisation, die zwei Kinder nach Wasserburg vermittelt, wo sie nach Schätzung von Dr. Bitter vier bis sechs Wochen bleiben müssen. Auch in den Vorjahren hatte man hier kostenlos solche Kinder behandelt.

Ob die Verletzungen kriegsbedingt oder "zivil" verursacht waren, weiß das Team in Wasserburg noch nicht genau. Najibulla hat immerhin erzählen können, dass er schon drei Jahre darunter leidet. Nach einer Grundreinigung haben die beiden erst einmal "richtig gespachtelt", freut sich der Chefarzt. Der Hunger nach der langen Reise war wohl groß. Inzwischen überwiegt vor allem bei Farhad wohl eher das Heimweh. Bisher hat sich Stationsleiter Wolfgang Bliemel vergeblich auf offiziellen Kanälen um einen Dolmetscher bemüht, um wenigstens die Verständigung zu verbessern. Nun hofft man, dass es vielleicht im Wasserburger Raum jemanden gibt, der mit Usbekisch einspringen könnte.

Immerhin: Das Spielzeugauto auf seinem Bett hat Farhad schon in Beschlag genommen. Und dass er das Zeug hat, zum kleinen Liebling aller Schwestern und Pfleger aufzusteigen, das dürfte er auch schnell spitz kriegen. Wenn es dann auch gesundheitlich noch aufwärts geht, dann müsste es schon zu schaffen sein, dass er sich am Ende doch noch gerne an Wasserburg erinnert, ist das Wasserburger Triamed-Team zuversichtlich. koe