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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

Kreisklinik Bad Aibling

Leortim hört zum 1. Mal Töne

OVB, 20.05.2009
Bad Aibling - Endlich kann er wieder hören - und damit kann er auch sprechen lernen. «Wir haben ein Fenster zu einem neuen Leben aufgestoßen», freut sich Haqif Gashi von der humanitären Hilfsorganisation «Mutter Teresa Deutschland» für den kleinen Patienten: Der siebenjährige Leortim Osmani, taubstumm geboren, wurde in Bad Aibling von Prof. Dr. Benno Weber erfolgreich operiert - unentgeltlich. Die Kreisklinik stellte die medizinischen Einrichtungen kostenfrei zur Verfügung, der Hilfsverein übernahm Reise- und Aufenthaltskosten.

Leortim und seine Familie sind überglücklich: Der Junge, im Kosovo zuhause, hat bereits die ersten Wörter gesprochen: «Ja, nein, Mama und Papa.»

Eine völlig neue Erfahrung für ihn - wie vor kurzem, als nach der erfolgreichen Operation der erste Ton an und in sein Ohr drang. Da weinte Leortim, hatte gar Angst. Bis dahin hatte sich der Siebenjährige, der als «Frühchen» zur Welt kam und bei dem sich dann das Handicap herauskristallisierte, in einer stillen Welt bewegt, sich in Gebärdensprache verständigt. Im Kosovo konnte man dem Jungen medizinisch nicht mehr entsprechend weiter helfen.

Der Zufall, der verzweifelte Wunsch der Familie, ihrem Kind ein «normales» Leben zu geben, und das «offene Ohr» des Hilfsvereins Mutter Teresa Deutschland (Sitz München) gaben dann dem Schicksal des Siebenjährigen eine Wende: Die Mutter hatte über Umwege vom Hilfsverein «Mutter Teresa» gehört, schrieb sich alles von der Seele - per E-Mail an den ihr unbekannten Haqif Gashi, der seit über sechs Jahren ehrenamtlich im Hilfsverein engagiert und dessen stellvertretender Vorsitzender ist. Haqif Gashi ist zugleich Leiter der Fachpflegekräfte im Bereich Anästhesie an der Aiblinger Kreisklinik, wo Prof. Dr. Weber (Cochlea-Implantat-Chirurg/elektronische Innenohr-Prothese) Belegarzt ist.

Die dann gestartete Benefizaktion ist ein Beispiel für gute Zusammenarbeit mehrerer Stellen: Prof. Dr. Weber führte den Eingriff unentgeltlich durch und die Kreisklinik Bad Aibling stellte Räume und Gerätschaften kostenlos zur Verfügung; der Hilfsverein übernahm nicht nur die Kosten für die Implantate in Höhe von zirka 20000 Euro, sondern auch alle Behördengänge, besorgte das Visum (welches das Landratsamt Rosenheim problemlos um weitere vier Wochen verlängerte), kümmerte sich um An- und später die Abreise und kam auch für den Aufenthalt auf.

Überglückliche Familie

Mutter und Sohn kamen für die Zeit der Voruntersuchungen - CT und MR, ermöglicht durch die Doktoren Lellig und Trautwein - bei einer in Bad Aibling lebenden albanischen Familie unter.

Etwa vier Stunden dauerte dann die Operation durch Prof. Weber, in der Innenohrprothesen eingesetzt wurden. Fazit: Obwohl Leortim bereits sieben Jahre alt ist und die Resultate nicht mehr so optimal werden können - wie bei einer Operation im Alter von zwei Jahren - so wird es dennoch eine akustische Orientierung und eine erhebliche Verbesserung der Hörsituation geben.

«Es ist schade, dass Kinder am Rande Europas eventuell niemals hören können, obwohl dies technisch durchaus möglich wäre», so Prof. Weber, der sich darüber freut, dass «Leortim die Operation bestens überstanden hat». In der Kreisklinik Bad Aibling führt Prof. Weber bereits seit 2006 solche Operationen durch.

Eine knappe Woche Reha mit Ersteinstellung der Implantate schloss sich der Aiblinger Zeit an, die Klinik in Bad Nauheim half hier ebenfalls unentgeltlich. Inzwischen ist der Siebenjährige wieder zu Hause in Pristina und übt jeden Tag fleißig sprechen.

Dort, in Pristina, hat der Verein «Mutter Teresa» auch eins seiner jüngsten Projekte verwirklicht, eine Klinik für leukämiekranke Kinder. Weiterer Hilfsschwerpunkt: Unterstützung herzkranker Kinder. Hier arbeitet der Verein mit einer Klinik in Lausanne/Schweiz zusammen.

Der Verein wurde im Jahr 1992 in München gegründet, die gesamte Arbeit von Mitgliedern und Vorstand wird ehrenamtlich und damit unentgeltlich ausgeführt. Seinen Namen führt der Verein auf Mutter Teresa zurück, die aus dem jetzigen Kosovo stammte. Auch wenn hauptsächlich herzkranken Kindern geholfen wird - mindestens neun Kinder werden jährlich mit Hilfe der Spendengelder operiert - bleiben Hilfsgesuche «wie das von Leortim nicht ungehört», so der stellvertretende Vorsitzende Gashi. Elke Wrede-Knopp

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