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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Privatdozent Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik III am RoMed Klinikum Rosenheim, referiert über die chronische Bronchitis
Privatdozent Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik III am RoMed Klinikum Rosenheim, referiert über die chronische Bronchitis
Privatdozent Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik III am RoMed Klinikum Rosenheim, referiert über die chronische Bronchitis
Privatdozent Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik III am RoMed Klinikum Rosenheim, referiert über die chronische Bronchitis

21.09.2010 RoMed Klinikum Rosenheim

Chronische Bronchitis weltweit auf dem Vormarsch

Rosenheim - „Die chronische Bronchitis mit Einengung der Atemwege (,chronisch obstruktive Lungenerkrankung’, engl. COPD) gehört weltweit zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt und wird vielfach nicht diagnostiziert“, so Priv.-Doz. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik III (Schwerpunkt Lungenheilkunde) des RoMed Klinikums Rosenheim. Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung informierte der Chefarzt jetzt über die neuesten Erkenntnisse zu dieser Erkrankung. Dabei sind es nicht nur allein die Raucher (bzw. Passivraucher), die bei entsprechender Veranlagung eine COPD entwickeln, sondern es sind auch Menschen betroffen, die etwa aufgrund beruflicher Einflüsse einer starken Staub- oder Rauchbelastung ausgesetzt sind. Weitere Risikofaktoren für die Ausbildung einer COPD sind darüber hinaus auch häufige Atemwegsinfekte sowie das Alter. Für Deutschland geht man davon aus, dass etwa 13 Prozent der Bevölkerung an einer COPD leiden. Damit ist diese Erkrankung in bestimmten Altersstufen sogar häufiger als die koronare Herzerkrankung. Hochrechnungen gehen zudem davon aus, dass die COPD bis zum Jahr 2030 weltweit die dritthäufigste Todesursache sein wird. Besonders bedeutsam ist laut Dr. Budweiser dabei aber auch, dass, einer ganz aktuellen amerikanischen Studie zufolge, diese Diagnose bei bis zu 80 % der Patienten bisher gar nicht gestellt worden ist. Dabei sind Symptome wie Husten, Auswurf, Atemnot oder auch wiederholte Atemwegsinfekte oft schon Hinweise auf eine COPD.

COPD beeinträchtigt oft auch andere Organe
In den letzten Jahren wurde laut Priv.-Doz. Dr. Budweiser zudem erkannt, dass die COPD im Verlauf der Erkrankung durch die ständig im Körper schwelende Entzündung auch die Organe jenseits der Lunge wie Herz-Kreislaufsystem, Knochen, Muskulatur und sogar die Psyche erfassen kann. Dementsprechend treten bei diesen Patienten häufiger Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Osteoporose, Diabetes und Depressionen auf. Deshalb sei es, so Budweiser, besonders wichtig, die betreffenden Patienten gezielt danach zu untersuchen und diese Begleiterkrankungen mitzubehandeln.

Neue Medikamente zugelassen
Basis der Behandlung ist grundsätzlich der Verzicht auf Zigaretten sowie die Vermeidung sonstiger auslösender Ursachen. Leider ist dies in der Regel zur langfristigen Behandlung vielfach nicht mehr ausreichend. Daher müssen oft atemwegserweiternde Medikamente zum Einsatz kommen, die meist zu einer deutlichen Linderung von Symptomen wie Husten und Luftnot beitragen können. Gerade in den letzten Jahren wurden dazu Medikamente entwickelt, die bei guter Wirkung nur einmal täglich inhaliert werden müssen. Seit kurzem ist auch ein weiteres Medikament zugelassen, das durch einen anti-entzündlichen Ansatz insbesondere wiederkehrende Verschlimmerungen der Erkrankungen (sog. Exazerbationen) verhindern soll.

Auch bei fortgeschrittener COPD ist Hilfe möglich
Bei fortgeschrittener Erkrankung kann auch der Gasaustausch beeinträchtigt sein, so Budweiser. Neben der Gabe von Medikamenten ist dann insbesondere die Notwendigkeit einer dauerhaften Sauerstoffgabe zu prüfen. Diese kann erwiesenermaßen das Leben der Patienten nachhaltig verlängern. Darüber hinaus kann die Behandlung mit einer Beatmungsmaske sinnvoll sein. Dr. Budweiser, der selbst an der Erstellung dieser Behandlungsrichtlinien der deutschen Gesellschaft für Pneumologie mitgewirkt hat, stellte diese günstigen Effekte der Beatmung auf Luftnot, Lebensqualität und Belastbarkeit dem überwiegend ärztlichen Publikum dar. Schließlich ist mitunter bei schwerem Lungenemphysem eine Operation sinnvoll. Diese Therapieoptionen kommen aber erst nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten in Frage und sollten in einem Lungenzentrum überprüft werden, wie dies jetzt - in enger Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten - auch am RoMed Klinikum Rosenheim etabliert ist.

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