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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Schulleiterin Barbara Weis (3.v.l.), Tina Menzel (4.v.l.) und Koordinatorin der DSO Susanne Schmidt (5.v.l.) während des Unterrichts
Schulleiterin Barbara Weis (3.v.l.), Tina Menzel (4.v.l.) und Koordinatorin der DSO Susanne Schmidt (5.v.l.) während des Unterrichts

Berufsfachschule für Krankenpflege/-hilfe am RoMed Klinikum Rosenheim

Ein Herz für Tina - wie Statistiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) an Leben gewinnen

An der Berufsfachschule für Krankenpflege/-hilfe am RoMed Klinikum Rosenheim fand jetzt eine ganz besondere Unterrichtsstunde zum Thema „Organtransplantation“ statt. Um die Schülerinnen und Schüler näher an diese Materie heranzuführen organisierte Schulleiterin Barbara Weis kurzerhand Susanne Schmidt, die ärztliche Koordinatorin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) der Region Bayern und erstmalig auch eine junge Herzpatientin die über ihre Erfahrungen berichtete. Die Sinnhaftigkeit der Organspende musste die DSO-Koordinatorin  nicht mehr erklären, nachdem Tina Menzel das Wort übernahm. Die attraktive 17-jährige erzählte ruhig und gelassen der Examensklasse von ihrer Herztransplantation, die sie ein Jahr vorher von der Warteliste mit tausenden Todgeweihten ins Leben zurückholte.

Der Unterricht begann wie so oft mit anonymen
Zahlen in einer Statistik und endete dann mit einer jungen Frau zum Anschauen und Nachfragen. Die Schüler hatten viele Fragen, vor allem solche, auf die Informationsmaterialien keine Antwort geben: Wie ist das, auf den Tod zu warten? Hat man Angst vor einem fremden Organ? Wie geht man als Teenager mit all den Untersuchungen um, mit der Narbe und der fehlenden Intimität? Denkt man als Organempfänger an den toten Spender und dessen trauernde Familie?

Die DSO bietet allen medizinischen Mitarbeitern Vorträge, Seminare und Gespräche über den Ablauf und die Voraussetzungen einer Organspende an. Barbara Weis, Schulleiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege/-hilfe, nutzt seit Jahren die spannenden Informationen, um ihre Schüler auch auf außergewöhnliche Situationen in der Krankenpflege vorzubereiten. Berührungsängste werden so vermieden und der Umgang mit belastenden Situationen geschult. 

Tina Menzel erzählte offen von ihrer anfangs harmlosen Grippe vor zwei Jahren, von der nicht nachlassenden Müdigkeit und der daraufhin erfolgten Diagnose Kardiomyopathie. Von ihrer Hilflosigkeit und der Todesangst sowie ihrer Zeit als Patientin im Klinikum Rosenheim und die Belastung für Freunde und Familie. Aber auch von der Zeit nach der geglückten Transplantation, dem ersten „Auftritt“ im Bikini mit Operationsnarbe, der Begegnung mit ihrem Freund und dem Bedürfnis, anderen darüber zu erzählen. Tina will mit ihrer Geschichte helfen, Organspende als einzige Überlebenschance von derzeit knapp 14.000 Menschen auf der Warteliste zu begreifen. Menschen wie Tina, von denen immer noch mehr als drei pro Tag versterben müssen, weil kein Organ zur Verfügung steht. Tina brachte Leben, Lachen und Herz in diese besondere Unterrichtsstunde.

Hintergrundinformationen:

Kardiomyopathien:
Gruppe chronischer Erkrankungen des Herzmuskels, die zu einer Herzinsuffizienz führen und in der Regel zwar behandelbar, aber nicht heilbar sind.

Herzinsuffizienz
(Herzschwäche): Herabgesetzte Herzleistung mit der Folge verminderter Blutversorgung von Lunge, Muskulatur und allen anderen Organen und mehr oder minder limitierter körperlicher Leistungsfähigkeit. XML:NAMESPACE PREFIX = O />

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