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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Stephan Budweiser (li) erhält vom Geschäftsführer Günther Pfaffeneder einen symbolischen Schlüssel.

RoMed Klinikum Rosenheim

Eröffnung einer spezialisierten Beatmungsstation am RoMed Klinikum Rosenheim

Die neue Beatmungsstation für Patienten mit Langzeitbeatmung und schwieriger Beatmungsentwöhnung nahm ihre Funktion zum 01.07.2012 auf. Aufgrund des medizinischen Fortschritts, der demographischen Entwicklung und der Zunahme von Multimorbidität und Lungenerkrankungen steigt die Anzahl der Patienten, die einer intensivmedizinischen Therapie zugeführt und infolge eines anhaltenden Atemversagens langzeitbeatmet werden müssen, bzw. schwer von der maschinellen Beatmung entwöhnt werden können, stark an.

Geschäftsführer Günther Pfaffeneder betonte, dass er von der Notwendigkeit der neuen Station überzeugt ist. Das RoMed Klinikum Rosenheim könne in diesem Bereich zukünftig neben Patienten der RoMed Kliniken auch zuverlegte Patienten aus anderen Kliniken mit schwieriger Beatmungsentwöhnung betreuen. Die spezialisierte Beatmungsstation werde zudem eine Entlastung der Intensivstationen herbeiführen, die damit wieder mehr Kapazitäten für Notfälle und schwerkranke Patienten haben. Er wünschte dem gesamten Team der neuen Station ein gutes Gelingen. Anschließend übergab er Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Stephan Budweiser einen symbolischen Schlüssel.

Priv.-Doz. Dr. Budweiser bedankte sich bei allen Beteiligten, angefangen von der Bauabteilung über die Verwaltung und die Pflegedirektion bis hin zu den Ärzten und Pflegekräften, die mit vereinten Kräften dazu beigetragen haben, dass die Station nun ihre Arbeit aufnehmen kann.

Pflegedirektor Peter Tischer betonte, wie gut die Planung und Organisation im Vorfeld gelaufen sei und wünschte, genau wie der Ärztlicher Direktor Dr. Christoph Knothe, allen einen guten Start und ein rasches Zusammenwachsen des neuen Teams.

In Anschluss konnte noch ein Beatmungsplatz besichtigt werden.

Informationen über die Beatmungsstation

Aufgrund des medizinischen Fortschritts, der demographischen Entwicklung und der Zunahme von Multimorbidität und Lungenerkrankungen steigt die Anzahl der Patienten, die einer intensivmedizinischen Therapie zugeführt und infolge eines anhaltenden Atemversagens langzeitbeatmet werden müssen, bzw. schwer von der maschinellen Beatmung entwöhnt werden können, stark an. Obwohl diese Patienten nur ca. 10 % aller Intensivpatienten ausmachen, beanspruchen sie etwa die Hälfte der gesamten intensivmedizinischen Kosten und Ressourcen. Um Intensivkapazitäten, z. B. für komplexe operative Eingriffe oder für die Akutversorgung von Notfallpatienten, wieder freizugeben und das vorrangige Problem der schwierigen Beatmungsentwöhnung (engl. „weaning“) dieser Patienten zu fokussieren, hat sich die Betreuung auf einer spezialisierten Beatmungs- und Weaningstation (engl. Respiratory Intermediate Care Unit, RICU) bewährt. Zudem können dort auch speziell Patienten, vor allem mit chronischen Lungenerkrankungen, die aufgrund eines Atemversagens eine nicht-invasive Beatmung (sog. „Maskenbeatmung“) benötigen, effektiv und ressourcensparend versorgt werden.

Diesen Überlegungen folgend wird jetzt zwei Jahre nach der Etablierung der Medizinischen Klinik III mit der Hauptfachabteilung Pneumologie (Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Stephan Budweiser) am RoMed Klinikum Rosenheim zum 01.07.2012 eine spezialisierte Beatmungs- und Weaningstation mit sieben Beatmungsplätzen eröffnet. Damit ergibt sich primär die Möglichkeit die eigenen Intensivstationen von langzeitbeatmeten Patienten zu entlasten. Da entsprechende Beatmungseinheiten nicht flächendeckend zur Verfügung stehen, können jedoch auch Patienten aus Kliniken außerhalb des RoMed Verbundes übernommen werden.

Konzipiert wurde diese von Pneumologen (Lungenärzten) geleitete Station nach den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Vorgehalten wird eine der jeweiligen Anforderung entsprechende Beatmungstechnik mit stationären und mobilen Respiratoren sowie eine moderne Monitoranlage zur umfassenden Überwachung der Patienten. Im Falle einer schwierigen Beatmungsentwöhnung erfolgt nach Klärung der zugrundeliegenden Ursache die Beatmungsentwöhnung im Rahmen eines stufenweisen, strukturierten Weaningkonzepts mit individuell angepassten, protokollbasierten Entwöhnungsstrategien.
Dabei gelingt die Entwöhnung von einer invasiven Beatmung (über eine Trachealkanüle) oftmals unter Einsatz oder nach Umstellung auf eine nicht-invasive Beatmung und zunehmender Ausdehnung von Spontanatmungsphasen.

Das Pflegeteam (Leitung Hr. Hannes Waldbauer) stellt sich der besonderen Herausforderung, in enger Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Berufsgruppen, einen hohen Anteil an frührehabilitativen Maßnahmen anzubieten. Zu diesen Maßnahmen gehören frühe Mobilisation, ggf. unter laufender Beatmung, krankengymnastischer Muskelaufbau, Atemphysiotherapie und Sekretmanagement, sowie Logopädie. Zudem erfolgen die intensive Einbindung von Angehörigen, sowie die verstärkte Einhaltung eines physiologischen Tag/Nacht-Rhythmus. Eine erfolgreiche Entwöhnung kann viele Wochen in Anspruch nehmen.

Zentrales Ziel der Behandlung ist es stets, den Patienten von der Beatmung möglichst dauerhaft zu entwöhnen
. Besteht trotz aller Bemühungen keine Möglichkeit dazu, ist die Fortführung der Beatmung im häuslichen Umfeld oder in einer spezialisierten Pflegeeinrichtung oft die einzige Möglichkeit für den Betroffenen, die Klinik zu verlassen und wieder am sozialen Leben teilzunehmen. Dazu wird ein differenziertes Überleitungsmanagement angeboten. Dieses beinhaltet die Erkundung der häuslichen Situation, Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit speziell qualifizierten außerklinischen Pflegeeinrichtungen sowie die Miteinbeziehung und gegebenenfalls die Schulung der Angehörigen. Zusätzlich erfolgt eine, auf die Langzeitsituation ausgerichtete, Hilfsmittelauswahl mit Klärung der Kostenübernahme. Es werden nach der Entlassung regelmäßige Therapiekontrollen angeboten, sowie die Möglichkeit zur Wiederaufnahme im Krankenhaus bei einer Verschlechterung der Grunderkrankung.

Das vorrangige Bestreben ist immer, dem Patienten langfristig die bestmöglichste Lebensqualität und Autonomie zu ermöglichen.

Beatmungsmedizin

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