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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

RoMed Klinik Prien

Ein Netz von Heilern

Chiemgau Zeitung, 11.06.2013 - Seit fünf Jahren gibt es an der RoMed Klinik Prien ein sogenanntes Darmzentrum. Das ist ein Netzwerk mit vielen externen Partnern, von der Selbsthilfegruppe bis zur Starkoch Alfons Schuhbeck, die Patienten während und nach einer Darmkrebserkrankung helfen und beraten. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat jetzt Bestnoten an das Priener Darmzentrum vergeben.

Fast so groß wie ein Basketballfeld ist die Oberfläche des menschlichen Darms, nämlich 400 Quadratmeter. Sieben Meter lang windet er sich durch den Körper eines Erwachsenen. Solche Zahlen lassen ahnen, wie komplex die Behandlung einer Erkrankung dieses wichtigsten Teils des Verdauungstrakts ist.

Etwa 70.000 Deutsche erkranken jedes Jahr an Darmkrebs. Auf die über 300.000 Einwohner in Stadt und Landkreis Rosenheim umgerechnet sind das rein statistisch 170. Durch die beiden Darmzentren in Prien und Rosenheim können sie im Romed-Verbund wohnortnah behandelt werden. Etwa 80 von ihnen nehmen jedes Jahr die Hilfe in der Klinik am Chiemseeufer in Anspruch.

Das geht weit über operative Eingriffe hinaus. Denn das sogenannte Zentrum ist eigentlich ein großes Netzwerk aus Experten verschiedenster Fachgebiete, von Onkologen über Strahlentherapeuten bis zu Radiologen. Zudem arbeitet das Darmzentrum mit einem Dutzend Praxen von Rosenheim bis Oberaudorf und Traunstein zusammen.

Die Fäden in der Hand halten Susanne von Berg, die das Sekretariat besetzt, Kontakte vermittelt und Termine organisiert, und Dr. Karl Henkel, Oberarzt der Chirurgie, der das Zentrum koordiniert.

Zentrale Bedeutung kommt der wöchentlichen "Tumorkonferenz" zu, in der die Fachleute die einzelnen Fälle besprechen und Therapiepläne entwickeln. Um in den Weiten des menschlichen Darms die richtigen Heilungsansätze zu finden, wurde im Besprechungsraum des neuen Seebettenhauses eigens ein "Beamer" installiert, der histologische (von griechischem histos = Gewebe) Bilder hochauflösend auf die Leinwand projizieren kann, berichtet Klaus Papke, kaufmännischer Geschäftsführer der Klinik.

Diesen interdisziplinären Austausch, bei dem nicht selten neueste medizinische Erkenntnisse einzelner Fachbereiche einfließen, empfindet Henkel als sehr motivierend für alle Beteiligten, sagte er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Der Visceral-(Bauch-) Chirurg zählt auch zu den Medizinern, der im Bundesgebiet Darmzentren im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft regelmäßig nach festgelegten Kriterien überprüft.

Eine solche Prüfung durch einen externen Fachmann hat dem Standort Prien jetzt Bestnoten attestiert. Bei vier von sieben der wichtigsten Kennzahlen dieses Tests rangiert Prien auf Platz eins unter den 230 deutschen Darmzentren, in keinem der anderen drei Bereiche schnitt die örtliche Romed-Klinik schlechter als Rang fünf ab. Bewertet wurden unter anderem die vollständige operative Entfernung von Tumoren an Dick- und Enddarm, aber auch die "Follow-up-Quote", die die Überlebensraten in einem Zeitraum von fünf Jahren nach Darmkrebserkrankungen angibt.

Die Leiter des Priener Zentrums, Professor Dr. Josef Stadler (Chefarzt Chirurgie) und Professor Dr. Christoph von Ritter (Chefarzt Innere Medizin) sehen in der Bewertung die gute Qualität der Zusammenarbeit aller beteiligten Partner im Netzwerk bestätigt.

Die Bewertung hat aber auch Indizien geliefert, in welchen Bereichen noch Verbesserungspotenzial besteht. Weil deutlich weniger Patienten als im Bundesdurchschnitt psychoonkologische Betreuung in Anspruch nehmen, absolviert Klinikseelsorger Josef Götzmann jetzt eine entsprechende Zusatzausbildung.

Psychoonkologie, also psychologischer Beistand bei einer Krebserkrankung, ist auch ein Bestandteil des breit gespannten Netzwerks, das eine individuelle Rundumbetreuung ermöglichen soll.

Erst kürzlich war diese Art der Betreuung besonders vonnöten, als bei einem Patienten Darmkrebs diagnostiziert wurde, dessen Frau vor Jahren daran gestorben war. "Bei den Patienten läuft ein Horrorfilm ab", weiß Henkel aus vielen Einzelfällen, dass bei der Nachricht von der Krebserkrankung nicht nur rein medizinische Hilfe notwendig ist.

Zum Netzwerk gehören beispielsweise auch die Kooperation mit der "Ilco", der Selbsthilfevereinigung für Stomaträger (Menschen mit künstlichem Darmausgang) und sogar Kochkurse mit Alfons Schuhbeck, bei denen der Starkoch den Interessenten nach einer Krebserkrankung beibringt, wie sie durch richtige Ernährung das Risiko eines Rückfalls minimieren können.

Neben der Nachsorge im Anschluss an operative Eingriffe, die im Sekretariat koordiniert wird und sich nicht selten über Jahre erstrecken kann, spielt auch die Vorbeugung eine wichtige Rolle. Präventionsprogramme sind von der Deutschen Krebsgesellschaft als verpflichtende Bestandteile vorgegeben. Um Patienten über Krankheitsbilder zu informieren und einen Überblick über Hilfsangebote zu verschaffen, bekommen sie einen mehr als 100 Seiten starken DIN A4-Ordner an die Hand.

Dass sich die Arbeit des Priener Darmzentrums herumgesprochen hat, belegen auch zwei Episoden aus jüngerer Vergangenheit. Ein Bundestagsabgeordneter aus Norddeutschland und die Freundin eines prominenten Moderators suchten beide, als sie im Chiemgau waren und Bauchschmerzen bekamen, Hilfe in der Romed-Klinik am Chiemseeufer.

Dirk Breitfuß

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