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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern

RoMed Kliniken

Geplante Klinikreform versetzt Mitarbeitern einen Schlag ins Gesicht!

Krankenhausbeschäftigte machen Personalmangel und Unterfinanzierung sichtbar - bundesweite Aktion am 24. Juni, 13 Uhr

Selten sind sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter so einig wie hier: Der Regierungsentwurf des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) erhitzt die Gemüter. Die Klinikmitarbeiter fühlen sich durch diese Pläne vor den Kopf gestoßen. Dass die Rahmenbedingungen für eine hochwertige Patientenversorgung in den Krankenhäusern weiterentwickelt werden müssen, darüber sind sich alle einig. Ebenso, dass die konsequente Patientenorientierung im Mittelpunkt einer Reform stehen muss.

„Dann muss aber auch klar sein, dass die Krankenhäuser die dafür notwendigen Ressourcen und Strukturen brauchen“, betont Günther Pfaffeneder, Geschäftsführer der RoMed Kliniken. Der aktuelle Regierungsentwurf verfehlt diese Ziele deutlich. „Schon jetzt klaffen die Tariflohnzuwächse und die Vergütungen für Krankenhausleistungen weit auseinander. Die ambulante Notfallversorgung in den Kliniken wird nicht annähernd kostendeckend vergütet. Das Reformpaket kündigt eine Qualitätsoffensive und ein Pflegeförderprogramm an, steckt aber zusätzlich voller Kürzungen und Vergütungsabschläge“, kritisiert der Geschäftsführer. „Wir erwarten, dass ein Krankenhaus seine Leistungen für die Bevölkerung und seine tariflichen Lohnkosten für die Mitarbeiter auch finanziert bekommt, nicht mehr und nicht weniger“, so Pfaffeneder.

„Am Mittwoch, den 24. Juni werden bundesweit 162.000 Menschen vor den Toren ihrer Klinik stehen. So viele Beschäftigte fehlen laut ver.di in deutschen Krankenhäusern.“, erklärt Volker Schmidt, Betriebsratsvorsitzender der RoMed Kliniken. „Nur die permanente Überlastung der Beschäftigten verhindert, dass die Versorgung zusammenbricht, an freien Tagen wird eingesprungen damit der Betrieb aufrecht erhalten werden kann.“, wettert der Mitarbeitervertreter.

Betriebsrat und Geschäftsführung unterstützen deshalb gemeinsam die bundesweite Aktion. Die Mitarbeiter aller vier RoMed Kliniken sind aufgerufen, sich pünktlich um 13 Uhr am kommenden Mittwoch vor der Eingangshalle für 10 Minuten zu versammeln.

 

Appell der Krankenhäuser an die Bundesregierung und die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen:

Überarbeitung des Regierungsentwurfs zumindest in den folgenden zentralen Punkten:

  • Sicherstellen der Finanzierung der tariflichen Personalkostensteigerungen
  • Weiterführen des Versorgungszuschlages
  • Vollständige Entlastung des Landesbasisfallwertes von mengenbedingten Kürzungen
  • Keine neuen Absenkungsmechanismen beim Landesbasisfallwert
  • Deutliche Reduzierung des Fixkostendegressionsabschlages hinsichtlich Höhe und Dauer
  • Neue Grundlage für die Vergütung ambulanter Notfallbehandlungen in den Krankenhäusern
  • Keine Befugnis des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zur Kontrolle von Qualitätsnormen in den Krankenhäusern, sondern durch eine neutrale Institution  

 

Hintergrundinformationen zur Aktion von ver.di:

Die Gewerkschaft ver.di ruft bundesweit die Beschäftigten der Krankenhäuser am Mittwoch, den 24. Juni zu einer Aktion für mehr Personal in den Kliniken auf. Gemeinsam mit den Krankenhausbeschäftigten wollen sie aufzeigen, wie viele Stellen geschaffen und finanziert werden müssen, damit eine qualitativ hochwertige Versorgung weiter möglich wird.

Dazu hat ver.di jedem Krankenhaus von Flensburg bis Oberstdorf den Anteil der Nummern von 1-162.000 zugewiesen, die dem durchschnittlichen Personalbedarf der Klinik gemessen an Vollkraftstellen aller Krankenhäuser entspricht. Von den 162.000 Stellen entfallen rund 70.000 auf die Pflege. ver.di hat die Beschäftigten aufgefordert, mit den Nummern für ihr Haus vor den Toren der Klinik zu stehen.

Ziel dieser Aktion ist es, der Gesundheitsministerkonferenz der Länder die am 24.06.2015 in Bad Dürkheim tagt, vor Augen zu führen, was wirklich notwendig wäre um eine gute Versorgungsqualität sicherzustellen.

 

Hintergrundinformationen zu den RoMed Kliniken:

Die RoMed Kliniken sind als kommunaler Klinikverbund in Südostbayern präsent. An den Standorten Bad Aibling, Prien am Chiemsee, Rosenheim und Wasserburg am Inn werden jährlich über 50.000 Patienten stationär und etwa 90.000 Patienten ambulant versorgt. Dafür steht eine Gesamtkapazität von 1.050 Betten zur Verfügung.

Ein Hauptanliegen der RoMed Kliniken ist, die kompetente medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region wohnortnah und dauerhaft sicherzustellen. Über 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um das Wohl der Patienten. Daneben ist der RoMed Klinikverbund einer der größten Aus- und Weiterbildungsbetriebe in der Region.

Entwicklungen der letzten Jahre:

Personal:

Durchschnittlich besetzte Vollkraftstellen im Jahr:
Anmerkung: Die Anzahl der tatsächlichen Mitarbeiter ist wegen vieler Teilzeitbeschäftigter wesentlich höher – siehe weiter oben.

Jahr  Vollkräfte 
 2010  1.762,6
 2011  1.840,6
 2012  1.911,4
 2013  1.946,7
 2014  1.980,4
1. HJ 2015 1.989,4

Patienten:

Jahr   stationär  ambulant
 2010  48.372  76.272
 2011  49.244  79.259
 2012  48.915  83.107
 2013  50.103  85.406
 2014  50.963  89.515

Strukturelle Veränderungen:

  • Einrichtung einer Beatmungsstation (Ro)
  • Umbau und Erweiterung Zentrale Notaufnahme (Ro)
  • Einrichtung einer Premiumstation (Ro)
  • Zusätzliche Ausbildungsjahrgänge für Operationstechnische Assistenten (Ro) und Gesundheits- und Krankenpflege (Was)
  • Aufbau Adipositaszentrum (Aib)
  • Akutgeriatrie (Was)
  • Fußzentrum (Pri)

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