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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (3.v.r.) beim 18. Rosenheimer Pädiatrietag mit (v.l.n.r.) Prof. Dr. Dipl.-chem. Elke Holinski-Feder, Fachärztin für Humangenetik und den Vertretern der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am RoMed Klinikum Rosenheim: Oberarzt Dr. Wolfgang John, Chefarzt Dr. Torsten Uhlig, Oberarzt Dr. Michael Buss und Assistenzärztin Amelie Rabe.

RoMed Klinikum Rosenheim

Kindermedizin ist sehr speziell

Zum nunmehr 18. Rosenheimer Pädiatrietag begrüßte Dr. Torsten Uhlig, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am RoMed Klinikum Rosenheim, rund 60 Gäste im Bildungs- und Pfarrzentrum St. Nikolaus.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer hieß die Zuhörer herzlich willkommen und lobte die Kinderklinik für die erneute Verleihung des Siegels „Ausgezeichnet für Kinder“ und sagte: „Der Mensch der Hilfe braucht, steht bei Ihnen im Vordergrund!“

Die Themen des Vormittags lassen sich als „Grenzgänger in der Medizin – zwischen Leben und Tod“ umschreiben. Ein Vortrag handelte von der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID), die in Deutschland eingeschränkt erlaubt ist. Dabei geht es um einen Gentest der an Embryonen zugelassen ist, wenn Paare eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder bei ihnen mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist. In einem weiteren Referat wurden ethische Probleme vor allem bei der Behandlung von Frühgeborenen dargestellt. Hier stecken die Ärzte oft in einem Dilemma zwischen dem was medizinisch machbar, gesetzlich geregelt und ethisch vertretbar ist.

Ist ein Kind unheilbar erkrankt, so hören die behandelnden Ärzte von den Eltern oft: „Können Sie denn gar nichts mehr für unser Kind tun?“ Über die Palliativmedizin bei Kindern war zu erfahren, dass dadurch das Leben deutlich verlängert werden kann, teilweise sogar um Jahre. Im Vordergrund steht dabei die Lebensqualität des Patienten und der ganzen Familie. „Die verschiedenen Vorträge stimmten schon sehr nachdenklich. Erinnert es doch daran, welchen Spagat Ärzte und Pflegekräfte oft machen müssen“, war aus dem Auditorium zu hören.

Nach einer Kaffeepause folgten Präsentationen zu Nierenerkrankungen und tropischen Krankheitsbildern.

Bisher spielte Malaria im klinischen Alltag keine allzu große Rolle. Pro Monat kommen in das RoMed Klinikum Rosenheim etwa ein bis drei an Malaria erkrankte Flüchtlingskinder. Anzeichen für eine Infektion ist unklares Fieber. Klarheit bringt letztlich immer erst eine Blutuntersuchung. „Daran muss einfach gedacht werden. Mit einer medikamentösen Behandlung für zwei bis drei Tage ist der Krankheitsverlauf in der Regel unkompliziert und gut beherrschbar - unbehandelt allerdings nicht.“, so die Referentin. Eine Ansteckung ist in Deutschland zwar theoretisch durch den Stich einer infizierten Mücke möglich, wurde aber bisher noch nicht nachgewiesen. Von einer Malariaprophylaxe aufgrund der klimatischen Veränderungen in Europa rät die Klinikärztin auf Nachfrage ab, „da sind wir noch weit davon entfernt“, meinte sie beruhigend.