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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Das Team der Alterstraumatologie mit den ärztlichen Leitern Dr. Klaus-Jürgen Maier (vorne Mitte) und Dr. Christian Ott (vorne, 3. v. r.)

RoMed Klinik Bad Aibling

Alterstraumatologie – ein neues Angebot an der RoMed Klinik Bad Aibling

Bei der Alterstraumatologie handelt es sich um einen fachübergreifenden geriatrischen Behandlungsansatz. Dabei wird die unfallchirurgische Behandlung älterer Personen nach einem Sturz ergänzt mit einer internistischen Betreuung. 

Die Zielgruppe sind ältere und auch hochbetagte Menschen, denen in Folge ihrer Unfallverletzung der Verlust ihrer Selbständigkeit droht. Durch die Zusammenarbeit des „Geriatrischen Teams“ soll der Genesungsprozess mit Wiedererlangen der Mobilität, der Alltagsaktivitäten und die Rückkehr ins gewohnte häusliche Umfeld ermöglicht oder beschleunigt werden.

Die Idee dieser sogenannten „Frührehabilitativen Komplextherapie“ ist es, schon in der ersten Phase nach dem Trauma die Voraussetzungen und Erfordernisse für eine Anschlussrehabilitation oder die direkte Rückkehr in das häusliche Umfeld zu schaffen. Der Gesamtaufenthalt im Krankenhaus beträgt dann etwa drei bis vier Wochen. 

Dr. med. Klaus-Jürgen Maier, Leiter des Schwerpunktes Unfallchirurgie, und Dr. (Univ. Perugia) Christian Ott, Internist und Geriater, leiten zusammen dieses neue Zentrum an der RoMed Klinik Bad Aibling. Ergänzt wird das ärztliche Team durch Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten, dem Sozialdienst, der Ernährungsberatung, der Psychotherapie sowie bei Bedarf der Logopädie. Um die Patienten optimal zu fördern, findet wöchentlich eine Teambesprechung statt. 

Ein besonderes Angebot ist die Angehörigensprechstunde, die von Dr. Ott und Dr. Maier durchgeführt wird. Dabei sollen Bedenken, Ängste und Unklarheiten in Bezug auf das weitere Vorgehen aus dem Weg geräumt werden.
 

Hintergrundinformationen

Für die Alterstraumatologie stehen auf der Station C1 (Chirurgie) 20 Betten zur Verfügung. Zudem wurden ein Aufenthalts- sowie ein Therapieraum speziell für die Patienten eingerichtet. 

Gerade Verletzungen der Wirbelsäule und Frakturen in Hüftnähe, wie zum Beispiel des Beckens oder des Oberschenkelhalses, verheilen oft nur langsam und können zu erheblichen Funktionseinschränkungen führen. Patienten werden häufig relativ früh aus dem Krankenhaus in die Reha entlassen und können die Therapieangebote dort nicht nutzen, weil die Wunden zum Teil noch nicht vollständig verheilt sind. Daraus wiederum resultiert, dass sie nach dem Reha-Aufenthalt oft nicht in der Lage sind, in ihren Alltag im eigenen Heim zurückzukehren. Durch den frührehabilitativen Ansatz der Alterstraumatologie wird der Patient schneller wieder mobil, kann sich dadurch früher körperlich selbst versorgen und Alltagsaufgaben eigenständig meistern.

Ob eine frührehabilitative Komplexbehandlung in Frage kommt, wird im Team mit Hilfe eines geriatrischen Assessments abgeklärt. Dabei untersuchen alle beteiligten Fachrichtungen, inwieweit Patienten Rehabilitationspotential aufweisen. Anschließend wird ein speziell zugeschnittener Therapieplan entworfen. Nach der Wundheilung erfolgt die Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationseinrichtung, teilweise können die Patienten sogar direkt nach Hause entlassen werden. 

Das Konzept ist sehr zeit- und damit personalintensiv. „Es geht erheblich schneller, den Patienten selbst zu waschen, als ihm dabei zu helfen, es eigenständig zu erledigen,“ erzählt Ott. Zusätzliche Stellen in der Pflege sowie der Physio- und Ergotherapie wurden deshalb geschaffen. 

Neben einer internistischen Betreuung der Begleiterkrankungen und der unfallchirurgischen Akut- bzw. Primärversorgung hat jeder Fachbereich seine speziellen Aufgaben: die aktivierend therapeutische Pflege und die Ergotherapie legen ihr Hauptaugenmerk auf das Training und die Wiedererlangung der Aktivitäten des täglichen Lebens, z. B. Wasch- und Anziehtraining, die Physiotherapie arbeitet an der Mobilität, Kraft sowie Belastbarkeit der Patienten. Auch die psychologische Betreuung spielt eine große Rolle. Ein Sturz stellt für Betroffene nicht nur eine körperliche Verletzung dar, sondern ruft zum Beispiel Ängste vor weiteren Stürzen oder „auf fremde Hilfe angewiesen zu sein“ hervor. 

Der Sozialdienst beurteilt das häusliche Umfeld und organisiert bei Bedarf den folgenden Reha-Aufenthalt. Die Ernährungstherapie ist ein ganz spezielles Angebot an der RoMed Klinik Bad Aibling. Gerade ältere Patienten sind oft unter- bzw. mangelernährt, und leiden am sogenannten Schwächesyndrom. Der daraus folgende nicht umkehrbare Verlust an Muskelmasse und die Osteoporose können Ursache für einen allgemeinen Abbau der körperlichen Verfassung sein. 

„Wir erhoffen uns durch dieses vielversprechendes Konzept nachhaltige Erfolge in der geriatrischen Behandlung und geben unser Bestes, um unseren Patienten einen lebenswerten, eigenständigen Altersabschnitt zu erhalten“, so Maier.