Fortschritt in der Behandlung des Herzinfarktes
Lifenet-System' im Rettungsdienst installiert

Der akute Herzinfarkt wird durch den Verschluß einer Herzkranzarterie verursacht, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgt. Gelingt es, den Verschluß innerhalb der ersten drei Stunden nach Schmerzbeginn zu beseitigen (in der Regel mittels Herzkatheter), läßt sich in aller Regel ein größerer Herzmuskelschaden vermeiden. Bei schweren Herzinfarkten ist die Akutintervention oft lebensrettend. Die Frühsymptome eines Herzinfarktes sind anhaltender Brustschmerz oder Druck und Enge hinter dem Brustbein, manchmal mit Ausstrahlung in die Arme, oftmals verbunden mit Übelkeit und Schweißausbruch. Die Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes erfolgt heute, wann immer möglich, mittels Herzkatheter und Ballonerweiterung. Meistens wird dabei ein Stent implantiert. In Einzelfällen, insbesondere bei längeren Transportwegen, kann es  erforderlich sein, vor Ort die Durchblutung des Herzens mit einem Medikament wieder herzustellen, das in der Lage ist, das Blutgerinnsel aufzulösen, das den Infarkt verursacht.

Am Klinikum Rosenheim wurde jetzt nach ca. einjähriger Testphase das sogenannte Lifenet-System® in Betrieb genommen, mit dem insbesondere die Früherkennung und Frühversorgung des akuten Herzinfarktes verbessert und beschleunigt wird. Kernstück ist die Durchführung eines kompletten EKG durch die Rettungsdienste, bei jedem Einsatz mit Verdacht auf Herzinfarkt (ca. 70 % aller Notarzt-Einsätze). Das EKG kann von den Rettungswägen an jedem Standort in Stadt und Landkreis Rosenheim per Knopfdruck auf die Intensivstation im Klinikum übertragen werden. Über eine Handyverbindung kann dann das weitere Vorgehen besprochen werden und das Herzkatheterteam am Klinikum alarmiert werden. Wie die bisherige Erfahrung zeigt, kann so in vielen Fällen wertvolle Zeit gewonnen werden.

Am Klinikum Rosenheim besteht eine 24-Stunden-Herzkatheter-Rufbereitschaft zur Durchführung der lebensnotwendigen Behandlung zu jeder Tages- und Nachtzeit. Um die ständig steigenden Patientenzahlen bewältigen zu können, wurde ein zweites, hochmodernes Herzkatheterlabor installiert.