RoMed Klinikum Rosenheim an weltweit einzigartigem Pilotprojekt beteiligt

Moderne Schlaganfallversorgung: Patient wird nicht mehr verlegt, sondern Spezialist fliegt per Helikopter direkt in die Klinik

Beim Schlaganfall zählt jede Minute. Um allen Patienten die schnellste und bestmögliche Therapie anbieten zu können, nimmt das RoMed Klinikum Rosenheim seit Februar 2018 am Pilotprojekt „TEMPiS Flying Interventionalists“ (TEMPiS-FIT) teil. Im Notfall wird ein spezialisiertes Interventionsteam aus München per Helikopter eingeflogen um schwierige Eingriffe direkt in der Klinik durchzuführen.
 
Die Thrombektomie, eine bahnbrechende neue Behandlungsmethode, hat die Therapie des Schlaganfalls in den letzten Jahren revolutioniert. Dabei wird ein Blutgerinnsel, das eine Hirnarterie verstopft, mechanisch mithilfe eines Katheters entfernt. Der Eingriff erfordert eine hohe medizinische Expertise und muss so schnell wie möglich durchgeführt werden, um schwere Behinderungen zu vermeiden. Patienten in Rosenheim, die für einen solchen Eingriff in Frage kommen, mussten bisher in einer aufwändigen Prozedur in eines der großen Schlaganfallzentren in München verlegt werden. Um den damit verbundenen Zeitverlust zu vermindern, kehrt das Pilotprojekt „Flying Interventionalists“ dieses Prinzip jetzt um. Der auf den Eingriff spezialisierte Experte fliegt zum Patienten, die Behandlung findet in Rosenheim statt. 

Neues Prinzip spart 100 Minuten – und rettet bis zu 190 Millionen Nervenzellen

Rund 260.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Sobald die Symptome auftreten, läuft die Zeit. Ohne die geeignete Therapie sterben pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen. Durch den Einsatz der „fliegenden Interventionalisten“ können schwer betroffene Patienten in Rosenheim nun viel schneller behandelt werden. Der Schlüssel liegt in der eingespielten Zusammenarbeit von Klinik und Schlaganfallzentrum, die parallel erfolgt und damit wertvolle Zeit spart. Während der Patient in Rosenheim bereits optimal vorbereitet wird, macht sich das neuroradiologische Interventionsteam per Helikopter auf den Weg. So kann das Interventionsteam wenige Minuten nach der Ankunft in der Klinik mit dem Eingriff beginnen. Im Vergleich zu einer konventionellen Verlegung ist die neue Versorgungsstruktur nach Einschätzung des Projektleiters Dr. Gordian Hubert, Oberarzt am Klinikum Harlaching, im Schnitt 100 Minuten schneller.

RoMed Klinikum Rosenheim setzt sich für moderne Schlaganfallversorgung ein

In der Pilotphase nehmen neben Rosenheim noch 10 weitere regionale Kliniken in Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz an dem Projekt teil. Die fliegenden Ärzte sind erfahrene interventionelle Neuroradiologen aus dem Klinikum Harlaching und dem Klinikum rechts der Isar in München. Die Flugbereitschaft wird zunächst an 26 Wochen im Jahr, 7 Tage die Woche, jeweils in der Zeit zwischen 08:00 Uhr und 22:00 Uhr zur Verfügung stehen. Für die Durchführung der Flüge stehen dem Projekt mit der ADAC Luftrettung gGmbH und der HTM Helicopter Travel Munich GmbH zwei äußerst erfahrene Partner zur Verfügung. Mit dem Helikopter vom Typ EC 135 kommt dabei einer der modernsten und leistungsfähigsten Hubschrauber seiner Klasse zum Einsatz.

Die „Flying Interventionalists“ sind ein Projekt des telemedizinischen Schlaganfallnetzwerks TEMPiS, dem das RoMed Klinikum Rosenheim bereits seit 2003 als Gründungsmitglied angehört. Das TEMPiS-Netzwerk gehört mit 21 angebundenen Kliniken, zwei Telemedizinzentren und mehr als 6.000 telemedizinischen Untersuchungen pro Jahr zu den größten Netzwerken seiner Art in Europa. Ziel des Netzwerks ist die Verbesserung der Schlaganfallversorgung in ländlichen Regionen. „Wir sind froh mit dem RoMed Klinikum Rosenheim als geschätzten Partner zusammenzuarbeiten und den Patienten in der Region Rosenheim im gegenseitigen Austausch die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten“, sagt Dr. Hubert. Die „Flying Interventionalists“ sollen nun dazu beitragen, dass die Patienten auch in Zukunft über den gesamten Therapieverlauf wohnortnah in Rosenheim verbleiben können.

Projektpartner und Finanzierung

Projektträger ist das Städtische Klinikum München-Harlaching, Kooperationspartner sind das Klinikum rechts der Isar der TU München, das Universitätsklinikum Regensburg. Die Finanzierung des Projektes erfolgt vollständig durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Die wissenschaftliche Auswertung wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) gefördert.


Kontakt

RoMed Klinikum Rosenheim
Pettenkoferstraße 10
83022 Rosenheim
Tel  +49 (0) 8031 - 365 02
Fax +49 (0) 8031 - 365 49 11

Anfahrt und Parkmöglichkeiten

Das RoMed Klinikum Rosenheim ist Lehrkrankenhaus:

Filmbeitrag "Rosenheim von oben" mit freundlicher Genehmigung von Antenne Bayern
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Filmbeitrag "Innstadtfieber – Rosenheim von seiner schönsten Seite" mit freundlicher Genehmigung der Stadt Rosenheim
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