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Kompetenz und Zuwendung
unter vier Dächern
Organisator und Referenten des Symposiums
Organisator und Referenten des Symposiums
Organisator und Referenten des Symposiums (v.l.n.r.): Chefarzt Dr. Manfred Kudernatsch, Klinik für Neurochirurgie und Epilepsiechirurgie an der Schön Klinik Vogtareuth, Chefarzt Dr. Hanns Lohner, Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim, Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Rosenheim, Chefarzt Prof. Dr. Gernot Schulte-Altedorneburg, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin am Klinikum Harlaching, Chefarzt Prof. Dr. Ansgar Berlis, Diagnostische und interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Augsburg, Chefarzt Prof. Dr. Stefan Lorenzl, Klinik für Neurologie am Krankenhaus Agatharied, Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Thorleif Etgen, Klinik für Neurologie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg und Chefarzt Prof. Dr. Klaus Jahn, Klinik für Neurologie an der Schön Klinik Bad Aibling
Organisator und Referenten des Symposiums

RoMed Klinikum Rosenheim

Thema Schlaganfall erweist sich als Teilnehmermagnet – regionales Schlaganfallnetzwerk gegründet

180 Ärzte und Rettungsdienstmitarbeiter konnten beim 2. Irschenberg-Symposium zum Thema Schlaganfall von Dr. Hanns Lohner, Chefarzt der Neurologischen Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim, begrüßt werden. Die Veranstaltung wurde vom Klinikum Rosenheim zusammen mit den neurologischen Kliniken am Krankenhaus Agatharied, an der Schön Klinik Bad Aibling und am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg organisiert. Experten aus der Neurologie, der Neurochirurgie sowie der Neuroradiologie berichteten den interessierten Zuhörern über aktuelle Aspekte und Neuerungen in der Schlaganfallbehandlung.

Der Schlaganfall ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen und mit Abstand die häufigste Ursache für bleibende Behinderung im Alter. Aber gerade in den letzten Jahren ist durch neue Behandlungsoptionen sehr viel Bewegung in die Schlaganfalltherapie gekommen und der Schlaganfall auch ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Der Zeitfaktor spielt bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten eine entscheidende Rolle. Je früher und schneller ein Patient gezielt behandelt werden kann, desto höher sind die Aussichten auf Erfolg. Allein im Raum Rosenheim treten im Jahr geschätzt über 1.300 Schlaganfälle auf, von denen über 300 tödlich enden. Die Tendenz ist wegen des zunehmenden Alters der Bevölkerung steigend.

Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Rettungsdienstbereichs Rosenheim (Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Landkreis Miesbach), referierte über die Etablierung eines regionalen Schlaganfallnetzwerkes unter Beteiligung des Rettungsdienstes, der Integrierten Leitstelle sowie aller vier Stroke Units im Rettungsdienstbereich Rosenheim. Stroke Units sind speziell ausgestattete Schlaganfallintensivstationen mit besonders geschultem Personal.

Als Ziel nannte Städtler, dass die Zeit vom Notrufeingang bis zum Erreichen eines geeigneten Krankenhauses maximal 60 Minuten, die im Krankenhaus bis zur abschließenden Entscheidung und dem Beginn einer adäquaten Therapie unter 30 Minuten betragen sollte. Um diese Vorgaben einzuhalten, sei eine optimale Zusammenarbeit zwischen der Rettungsleitstelle, dem verständigten Rettungsdienst und den behandelnden Klinikärzten notwendig. Von der Einführung dieses Schlaganfallnetzwerkes mit einheitlichen Standards für Alarmierung und Akutbehandlung erhofft sich Städtler die bei der Schlaganfallbehandlung so entscheidende Optimierung der Zeitabläufe und betonte: „Dass eben nirgends in der Behandlungskette unnötig Zeit vergeudet wird, weil alle Beteiligten entsprechend sensibilisiert sind. Dazu gehört auch das rechtzeitige Erkennen eines Schlaganfalls sowohl durch die Angehörigen eines Patienten als auch durch den Hausarzt. Diese müssen schnellstmöglich einen Notruf absetzen.“ Als konkreten Startzeitpunkt für dieses ehrgeizige Projekt nannte er nach der erforderlichen Schulung aller Mitarbeiter Januar 2018.

Die nachfolgenden Vorträge von Experten der beteiligten Kliniken informierten das Fachpublikum über ganz unterschiedliche Aspekte der Diagnostik und Behandlung bei akuten Schlaganfällen. Prof. Dr. Klaus Jahn von der Schön Klinik Bad Aibling erklärte die korrekte Diagnosestellung bei Schwindel als Symptom eines Schlaganfalls. Schwindel ist ein sehr häufiges Symptom, das durch Innenohrerkrankungen und selten auch durch einen Schlaganfall verursacht werden kann. Durch bestimmte Untersuchungen schon durch den Rettungsdienst und die aufnehmenden Ärzte in den Kliniken können solche Patienten, bei denen der Schwindel durch einen Schlaganfall verursacht wird, zuverlässiger erkannt werden. 

Privatdozent Dr. Thorleif Etgen vom kbo-Inn-Salzach-Klinikum zeigte auf, dass die Wiedereröffnung von verschlossenen Blutgefäßen im Gehirn durch in die Blutbahn verabreichte Medikamente, die sogenannte Thrombolyse, bei einer sehr großen Anzahl von Schlaganfallpatienten innerhalb der ersten Stunden möglich ist. Prof. Dr. Schulte-Altedorneburg aus dem Klinikum Harlaching erklärte, welche Patienten für die kathetergestützte Wiedereröffnung eines Gefäßverschlusses infrage kommen und wies auch auf Risiken dieser Behandlung hin. Chefarzt Dr. Manfred Kudernatsch und Prof. Dr. Ansgar Berlis von der Schön Klinik Vogtareuth referierten über die Behandlung von Hirnblutungen mit Operation und interventionellen Kathetereingriffen. Insbesondere bei Blutungen in die Gehirnhäute durch Aussackungen der Hirngefäße bestehen heute technisch sehr ausgereifte Möglichkeiten, diese Aussackungen ohne Eröffnung des Schädels über einen von der Leiste eingebrachten Katheter zu verschließen.

Dr. Hanns Lohner vom RoMed Klinikum Rosenheim und Prof. Dr. Stefan Lorenzl vom Krankenhaus Agatharied informierten die Zuhörer über die vielfältigen Möglichkeiten der Prophylaxe von Schlaganfällen. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) kann es zur Verschleppung von Blutgerinnseln in die Hirnarterien und dadurch zu einem Schlaganfall kommen. Hier kann eine sehr wirkungsvolle Prophylaxe mit gerinnungshemmenden Medikamenten durchgeführt werden. Durch die Lebensweise und insbesondere auch durch richtige Ernährung können die Risikofaktoren, welche zu Arteriosklerose und damit zu Schlaganfällen führen, vermindert werden. Auch eine ausreichende Vitaminzufuhr spielt hier eine große Rolle.

Chefarzt Dr. Hanns Lohner schloss das Programm mit einer Zusammenfassung und dankte den Besuchern und insbesondere den Referenten für die gelungene Veranstaltung. Die regen Diskussionen bereicherten das Symposium und setzten sich während der Pausen noch fort.

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