Die Chirurgische Abteilung des Kreiskrankenhauses Bad Aibling setzt auf patientenschonende Verfahren
Die Chirurgische Abteilung bietet schwerpunktmäßig Leistungen im Rahmen der Unfallchirurgie, der Bauch(=Visceral)chirurgie und der Allgemeinchirurgie an. Ziel aller Bemühungen ist es bei möglichst geringem Operationstrauma (insbesondere durch minimal-invasive Techniken) eine möglichst rasche und vollständige Heilung zu erreichen.Die Entwicklung minimal-invasiver Operationstechniken seit den späten 80-er Jahren hat die chirurgisch-operativen Disziplinen der Medizin in wenigen Jahren verändert wie – abgesehen von der Einführung der Narkose – noch nie zuvor in der Geschichte. Was aber bedeutet minimalinvasives Operieren genau?
Der wesentliche Unterschied zur konventionellen Operation besteht beim minimal-invasiven Operieren in der Art des Zuganges zum Ort des Geschehens. Anstelle eines größeren Schnittes, z. B. durch die Bauchdecken oder Gelenkskapsel werden nur noch kleine Stichinzisionen angebracht, über die dünne Hülsen und Sonden eingeführt werden. Dabei wird kein Gewebe durchtrennt, sondern nur verdrängt. Der Chirurg sieht die Operation nicht mehr mit dem bloßen Auge, sondern über eine Kamera am Bildschirm. Der eigentliche Eingriff, z. B. die Entfernung einer Gallenblase, erfolgt aber in denselben Schritten wie früher bei der konventionellen offenen Operation. Hierfür ist natürlich ein erheblicher zusätzlicher technischer Aufwand an Geräten und Instrumenten erforderlich.
Für die Patienten beinhaltet das minimal-invasive Operieren folgende Vorteile:
- Deutlich weniger Schmerzen bei fehlendem großem Schnitt
- Weitaus weniger Beeinträchtigung der umgebenden Organe und Strukturen; dadurch sehr viel raschere Erholung von dem Eingriff
- Deutlich kürzerer Krankenhausaufenthalt
- Raschere Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
- Erheblicher kosmetischer Vorteil (die kleinen Stichinzisionen sind in der Regel kaum zu sehen)
Mengenmäßig am bedeutendsten ist die laparoskopische Entfernung der Gallenblase mit kleinen Schnitten. Die sehr enge Kooperation mit der endoskopischen Abteilung ermöglicht die zuverlässige Beurteilung der Gallenwege.
Die Technik ist derart entwickelt, daß in den erfahrenen Händen von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Brandmair heute mehr als 95 % aller Gallenoperationen laparoskopisch erfolgen können. Nur noch in seltenen Ausnahmefällen, wie z. B. bei schwersten vereiternden Entzündungen oder bei schwersten Verwachsungen nach mehreren Voroperationen im Oberbauch muß heute auf die alte, offene Operationstechnik über einen Leibschnitt zurückgegriffen werden. Natürlich wird die laparoskopische Gallenoperation immer in voller Bereitschaft für einen offenen Eingriff durchgeführt, um z. B. bei einer nicht kontrollierbaren Blutung in wenigen Sekunden umsteigen zu können.
Für die laparoskopische Operation werden über kleine Einstichstellen Sonden in den Bauch eingeführt. Diese dienen als Platzhalter für die Operationsinstrumente und die Fernsehkamera. Die Gallenblase wird (wie früher bei der offenen Operation auch) komplett zusammen mit den Steinen über die kleine Öffnung am Nabel entfernt. Eine Entlassung aus dem Krankenhaus ist normalerweise am 2. bis 4. Tag nach dem Eingriff möglich. Der Hauptvorteil dieser Operation liegt in der raschen Erholungsphase, den geringen Schmerzen und dem überzeugenden kosmetischen Ergebnis. Von Eingriffen, wie einer Steinentfernung ohne Resektion der Gallenblase oder Gallensteinzertrümmerung rät Chefarzt Dr. med. habil. Brandmair ab.
Auch im Bereich der Gelenkschirurgie, auf die sich Oberarzt Dr. Maier spezialisiert hat, sind minimal-invasive Techniken heute nicht mehr wegzudenken. Vor allem am Kniegelenk wird heute fast ausschließlich endoskopisch operiert. Das Spektrum reicht von arthroskopischen Behandlungsmaßnahmen am Gelenkknorpel und der Gelenkinnenhaut über Meniskusoperationen bis hin zur Kreuzbandplastik. Auch hier liegen die Vorteile auf der Hand: bei jedem offenen Eingriff am Knie werden hochkomplizierte Bandstrukturen um das Knie herum verletzt. Die wesentlichen Probleme nach einer offenen Operation werden durch diese Verletzung und nicht durch den eigentlichen Eingriff z. B. am Meniscus verursacht. Dies ist bei arthroskopischen Operationen nicht der Fall. Die minimal-invasive Gelenkschirurgie wird heute auch zunehmend im Schulter- und Sprunggelenksbereich und unterstützend bei der operativen Behandlung gelenkbeteiligender Knochenbrüche eingesetzt.
Minimalinvasive und klassische chirurgische Leistungen werden in Bad Aibling auf aktuellem internationalem Standard angeboten. Insbesondere gewebeschonende Operationsverfahren, die mit geringerem Blutverlust und einer Verkürzung des stationären Aufenthaltes einhergehen, ermöglichen eine frühe Rehabilitation und Reintegration des operierten Patienten in das Berufs- und Freizeitleben.
Das Ziel ist, ein Maximum an Sicherheit, Schmerz- und Angstfreiheit bei einem Minimum an Nebenwirkungen.
Für weitergehende Informationen kontaktieren Sie bitte die Pressestelle unter der Rufnummer: 08071 / 77-318.




