Kreiskliniken: Defizite stark abgebaut

Rosenheim/Landkreis (re) - Klaus-Peter Fischer, der neue Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Rosenheim, ist mit einer Wachstumsstrategie trotz schwieriger Zeiten im Gesundheitswesen angetreten. Jetzt zog er eine erste Bilanz.

«Die gesamte Mannschaft hat die Ärmel hochgekrempelt und bemüht sich um Verbesserungen aus eigenen Kräften unter den Stichworten modernes Dienstleistungsunternehmen, Ausbau neuer Leis-tungsfelder und Kostensenkung», so Fischer. Die Defizite der Kreiskrankenhäuser hätten 2004 auf 3,7 Millionen halbiert werden können. «In 2005 wird eine weitere Ergebnisverbesserung auf 2,5 Millionen Euro bei einem Umsatzvolumen von knapp 45 Millionen Euro angestrebt. Die schwarze Null soll möglichst 2007, spätestens 2008 erreicht werden», so der Vorstand.

Um das zu erreichen, seien tief greifende Umstrukturierungsprozesse in allen Bereichen notwendig, so Fischer weiter. Um gleichzeitig die gewohnt hohe medizinisch-pflegerische Qualität der Häuser zu erhalten, gehe es nun zunächst um die nichtmedizinischen Bereiche, wie Verwaltung oder Technik. Allein durch einen gemeinsamen Einkauf könne man zwischen zehn und 20 Prozent einsparen. Es wird auch ein neues Küchenkonzept geben (siehe Kasten rechts), dessen Details mit dem Personalrat in den letzten Wochen ausführlich diskutiert worden seien, «denn alle Entscheidungen sollen transparent und mit Zustimmung der breiten Mehrheit der Mitarbeiter erfolgen. Es wurde ein konsensorientiertes Konzept verfolgt, um Arbeitsplätze zu erhalten. Aus diesem Grund werden die drei Küchen der Häuser auch nicht outgesourct, sondern durch einen Chefkoch geleitet und im Management durch eine externe Firma unterstützt».

Fischer weiter: «Nach wie vor wird die Verpflegung vor Ort erfolgen. Insgesamt wird das Küchenpersonal von zuletzt 32 Vollkräften auf zirka 25 Vollkräfte reduziert. Im Rahmen eines ausgewogenen Sozialplans werden durch Versetzungen und Altersteilzeit so wenig betriebsbedingte Kündigungen wie möglich erfolgen.» Dies sei ein fairer Ausgleich zwischen dem Interesse aller, die Krankenhäuser fit für den weiteren Wettbewerb im Gesundheitswesen zu machen und gleichzeitig sozial verträglich zu agieren.

Wichtiger sei aber allen Verantwortlichen die Optimierung des medizinischen Angebots und die Zufriedenheit der Patienten als Gradmesser hierfür, sollen doch insgesamt die Patientenzahlen erhöht werden. So sei an der Kreisklinik Prien die Neubauplanung in vollem Gange. Hier habe man im Übrigen das Angebot der chirurgischen Abteilung durch den kooperierenden Phlebologen Dr. Sieber in idealer Weise ergänzt und abgerundet.

In Wasserburg werde ab 1. September ein neuer Chefarzt die chirurgische Abteilung am Kreiskrankenhaus Wasserburg leiten. Damit wird ein gleitender Chefarztwechsel vollzogen. Prof. Dr. Josef Stadler habe als Ärztlicher Direktor weiterhin übergeordnete Aufgaben und könne sich aber wieder stärker auf Prien konzentrieren.

Auch in Bad Aibling habe sich mit Fischers Amtsantritt einiges getan. Seit kurzem gebe es an der Kreisklinik zwei Chefärzte für Anästhesie, die im Kollegialarztsystem die Abteilung leiten, Chefärztin Dr. Kristina Koltermann und Chefarzt Dr. Guido Pfeiffer. Ebenfalls seit kurzem wird die Gynäkologie und Geburtshilfe an der Kreisklinik Bad Aibling durch einen neuen Spezialisten ergänzt. Der neue Belegarzt Dr. Wolfgang Vorhoff bringe ab sofort seine Kenntnisse und Erfahrungen zum Wohl der Patientinnen im Landkreis ein.
September 2005