Oberarmbrüche oft altersbedingt

Prien (re) - Unter Leitung von Chefarzt Professor Dr. Josef Stadler und in Zusammenarbeit mit der bayerischen Landesärztekammer fand das 14. Priener Forum des Kreiskrankenhauses statt, das jetzt offiziell Triamed-Kreisklinik Prien heißt. 70 Teilnehmer fanden sich auf der «MS Edeltraud» ein.

Thema war die Schulterchirurgie und im Speziellen die so genannten Humeruskopffrakturen (Brüche des Oberarmkopfes).Referenten waren Andreas Unsin, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung in der Kreisklinik, der über moderne Osteosyntheseverfahren (operative Versorgung von Frakturen und anderen Knochenverletzungen, meist durch das Anbringen von Metallplatten und Schrauben aus Stahl oder Titan) informierte, sowie Assistenzarzt Dr. Alexander Marquardt zum Thema «minimal invasive Verschraubung von Humeruskopffrakturen».

Dr. Ludwig Seebauer, Chefarzt der Orthopädischen Abteilung des Städtischen Klinikums München Bogenhausen berichtete über die Entwicklung und den aktuellen Stand der Endoprothetik (künstlicher Gelenkersatz) des Schultergelenkes.

Die Brüche des Oberarmkopfes gehören zu den häufigen knöchernen Verletzungen, insbesondere im höheren Alter. Betroffen sind meist ältere Frauen mit schwachen Knochen und einer altersbedingten eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die Behandlung dieser Frakturen bleibt mit 50 bis 60 Prozent nach wie vor eine Domäne der konservativen Chirurgie. Bei den operativen Verfahren sollte der Vorzug den minimal invasiven Methoden gegeben werden, so die Meinung der Referenten. Die Operationen seien kurz, komplikationsarm, belasteten die Patienten wenig und erlaubten schnell, die krankengymnastischen Maßnahmen einzuleiten. Das Endergebnis der Behandlung hänge nicht nur vom Chirurgen ab, sondern vom Zusammenspiel mit intensiver Krankengymnastik und nicht zuletzt der Bereitschaft der Patienten zur Zusammenarbeit.

Deutliche Fortschritte seien beim endoprothetischen Ersatz des Schultergelenkes in den letzten Jahren erzielt worden, so Dr. Seebauer. So könne nun durch künstliche Gelenke eine vernünftige Schulterfunktion auch bei starkem Verschleiß oder bei Trümmerbrüchen wiederhergestellt werden. Der Blick in die Zukunft verspreche durch den Einsatz verfeinerter Operationsmethoden und den Fortschritt bei den Implantaten eine anhaltend gute Wiederherstellung der Funktion bei den häufigen Verletzungen im Bereich des Schultergelenkes.