Herzinfarkt-Gefahr nicht unterschätzen

Prien (re) - «Gefahr Herzinfarkt» heißt ein Vortrag mit Dr. Martin Steiner, Arzt an der Inneren Abteilung der Kreisklinik Prien, am heutigen Dienstag von 19.30 bis 21 Uhr im Krankenhaus.Fast 300000 Frauen und Männer in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt.

Trotz guter Therapiemöglichkeiten sterben über 170000 Betroffene an den Folgen.
Viele Faktoren sind laut Dr. Steiner als krankheitsauslösendes Risiko entlarvt: Dazu gehören Nikotin, dauerhaft erhöhter Blutzucker, hohe Blutfette und Bluthochdruck über lange Zeit. «Wer hier vorbeugen will, sollte zunächst auf das Rauchen verzichten», rät Professor Dr. Christoph von Ritter, Chefarzt der Inneren Abteilung der Kreisklinik. Geringe Mengen Alkohol seien erlaubt.

Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert und, falls nötig, behandelt werden. Eine ausgewogene Ernährung mit Fisch, viel Obst und Gemüse sowie pflanzlichen Ölen sei gesund, betont der Mediziner. Sehr empfehlenswert sei die Mittelmeerküche, die genau das Richtige für das Herz ist. Dagegen sollte der Fleisch- und Wurstverzehr eingeschränkt werden.

Zudem ist Bewegung gut. «Jeden Tag eine kräftige körperliche Anstrengung, etwa fünf Minuten richtig ins Schwitzen kommen, reicht schon», empfiehlt Dr. von Ritter. Das stärke den Herzmuskel, senke den Blutdruck und Cholesterinspiegel und entsorge schädliche Stresshormone.

Zu den Alarmzeichen beim Herzinfarkt zählen die Ärzte Schmerzen im Brustkorb, die länger als fünf Minuten anhalten, und in Arme, Schulterblätter, Hals und Oberbauch ausstrahlen. Ebenso gehöre Engegefühl und heftiger Druck im Brustraum zu den Symptomen. Bei Frauen seien Atemnot, Übelkeit und Erbrechen nicht selten die einzigen Alarmzeichen. Oft würden Betroffene auch einen Schwächeanfall erleiden, ohne dabei Schmerzen zu empfinden. Mitmenschen sollten eine blasse, fahle Gesichtsfarbe und kalte Schweißausbrüche als Alarmzeichen wahrnehmen.

«Beschwerden, die auf einen Infarkt hindeuten, sollten nicht verdrängt werden. Oftmals hoffen Betroffene, dass sich die Lage von selbst wieder bessert oder fürchten, den Notarzt unnötig kommen zu lassen. Doch dabei geht wertvolle Zeit verloren», so von Ritter.