"QM" Wohlfühl-Faktor für Klinik-Patienten

Prien - Bestnoten haben Mediziner und Pflegepersonal des Priener Kreiskrankenhauses bekommen. In Briefen an die Redaktion der Chiemgau-Zeitung priesen dieser Tage gleich zwei Patienten die Art und Weise, wie sie in der Klinik am Chiemseeufer aufgenommen, behandelt und betreut wurden.

Die Verantwortlichen sehen darin eine Bestätigung für ihr Qualitätsmanagement, hausintern «QM» abgekürzt. Hinter dem Begriff verbirgt sich das andauernde Bemühen, in Projektgruppen einen Bereich nach dem anderen unter die Lupe zu nehmen und zu optimieren.

Kritik ist an der Tagesordnung, lobende Briefe sind die Ausnahme. Klaus Peter Fischer, Vorstand der drei Kreiskrankenhäuser, Priens Ärztlicher Direktor Professor Dr. Josef Stadler und Pflegedienstleiter Hans Albert sehen sich durch den Inhalt der Schreiben in ihren Bestrebungen bestätigt, den Patienten durch ständige Verbesserungsmaßnahmen das Gefühl zu vermitteln, im Priener Kreiskrankenhaus gut aufgehoben zu sein. «Es ist schlimm genug, wenn jemand krank ist. Wir versuchen den Leuten das Gefühl von Geborgenheit zu geben, nicht unter Fremden zu sein», umschreibt Stadler eines der Leitmotive für die knapp 300 Beschäftigten.

Es scheint zu fruchten. Die Prienerin Helga Langner schwärmt in ihrem Brief unter anderem davon, dass Stadler sich am Abend vor einer Operation viel Zeit für sie nahm, ihr Ängste genommen und sie aufgeklärt habe. Auch die Nachbehandlung - es mussten vier Tumore entfernt werden - hat sie in sehr positiver Erinnerung behalten. «Danken möchte ich vor allem den Schwestern und Pflegern, deren Geduld ich wohl manchmal hart auf die Probe gestellt habe, mussten sie mich doch pausenlos an- und abstöpseln», umschreibt die sportliche Prienerin ihren Bewegungsdrang.

Ähnlich hat es eine Greimhartingerin erlebt. Auch sie hat der Redaktion ein Dankesschreiben geschickt für «all die fleißigen Schwestern, die trotz ‚Arbeitsdruck' mir meine

Ängste und Zweifel genommen haben, das ganze OP-Team und besonders die junge Frau, deren Namen ich nicht mehr weiß, die mich liebevoll getröstet und an der Schleuse zur OP mit einer kuschligen Decke zugedeckt hat».

«Die Leute sind stolz darauf, in einem Haus zu arbeiten, dass einen guten Ruf hat», erklärt Stadler die Motivation des Personals, sich trotz der Arbeitsbelastung der Patienten anzunehmen. «Es sind unsere eigenen Leute, die identifizieren sich mit dem Haus», ergänzt Albert und verweist darauf, dass dank der Klinik eigenen Ausbildung, verbunden mit dem Besuch der Krankenpflegeschule Wasserburg, etwa die Hälfte der Mitarbeiter im Pflegebereich aus den eigenen Reihen stamme.

«Plan, do, check, act» - der Fahrplan für das Qualitätsmanagement wird bei etwa einem halben Dutzend Projekten im Jahr durchlaufen. Ein Gremium mit Vertretern aller Bereiche nimmt sich eines Themas an, leuchtet Verbesserungs- und Änderungsmöglichkeiten aus (plan), die dann umgesetzt (do), auf ihre Wirkung überprüft (check) und optimiert in den Tagesbetrieb übernommen (act) werden.

Ein Schlüssel des Erfolgs ist die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Veränderungsprozesse. «Wir sind in einer guten Phase, alle ziehen an einem Strang», freut sich Stadler. Ausgerichtet sind die Projekte laut Fischer am Leitmotiv, sich als Dienstleistungsunternehmen zu präsentieren. Dabei werde der Patient aber immer «als ein Mensch angesehen, der Hilfe braucht, nicht als Kunde», betont Stadler.

Dass dieser Anspruch auch umgesetzt wird, belegen die Dankesbriefe. Helga Langer erinnert sich unter anderem an «Oberarzt Dr. Henkel, der mich später (nach der OP, Anm. d. R.) auch rührend betreute», die Greimhartinger Patientin ist voll des Lobes über «Herrn Dr. Zinsmeister, die Schwestern und das ganze OP-Team am 14. Februar, die die Würde des Menschen noch achten».

Dass die persönliche Zuwendung trotz gestiegener Anforderungen an Ärzte und Pflegepersonal nicht zu kurz kommt, sondern noch mehr Augenmerk darauf gerichtet werden kann, erklärt sich für Fischer ganz einfach. «Durch gute Organisation und reibungslose Abläufe schaffen wir uns Freiräume.»

Stadler sieht das Kreiskrankenhaus auf dem besten Weg, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. «Wir wollen humane, angenehme Medizin in der Region anbieten. Das ist primär eine Vertrauensfrage. Dass sich unsere eigenen Leute auch bei uns im Haus behandeln lassen, ist für mich die Messlatte.»