Diabetes bedrohlich und sogar lebensgefährlich ...

Experte, Prof. Dr. med. Christoph von Ritter senkt mit neuer Methode seit 2003 am Kreiskrankenhaus Prien das Risiko von Amputationen!!

"Diabetes ist lebensgefährlich. Mindestens sechs Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland: Tendenz steigend. Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ 1- (ca. 5-10 Prozent) und der Typ 2-Diabetes=Altersdiabetes (ca. 90 Prozent). Das Vorkommen des Diabetes ist in Westeuropa und Nordamerika kontinuierlich gestiegen. Weltweit sterben etwa 3,2 Millionen Menschen an den Folgen des Diabetes mellitus. Jeder 20. Todesfall kann auf Diabetes zurückgeführt werden!", warnt Prof. Dr. med. Christoph von Ritter, Facharzt für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus in Prien.  Das eigentliche Problem des Diabetes (im Volksmund auch "Zuckerkrankheit" genannt) liegt nämlich in den Folgeschäden, die bevorzugt das Gefäßsystem betreffen.

Von Nierenschaden bis Herzinfarkt

"Man unterscheidet zwischen makrovaskulären und mikrovaskulären chronischen Schädigungen", so Dr. Ritter. Erstere sind beispielsweise verantwortlich  für Herzinfarkt, Schlaganfall oder periphere Gefäßverschlüsse, lebensgefährliche Erkrankungen, an denen auch die Mehrzahl der Diabetiker verstirbt".

Die Folgen der mikrovaskulären Schädigungen sind nicht minder tragisch, Schädigungen der Nieren bis hin zu Nierenversagen, Beinamputationen oder Erblindung von Diabetikern. Um alle diese Komplikationen und Folgeschäden verhindern zu können, ist ein aggressives Risikomanagement erforderlich.

Bei Menschen mit Diabetes ist die Gefahr groß, dass kleine Verletzungen an den Füßen entstehen und diese nicht bemerkt werden. Als Folge kann sich ein diabetischer Fuß entwickeln, der im schlimmsten Fall amputiert werden muß. Wie brisant die Situation ist, erkennt man an den Zahlen: In Deutschland werden immerhin jährlich bis zu 27.000 Fußamputationen bei Menschen mit Diabetes durchgeführt.

Etwa jeder Zweite entwickelt im Laufe seiner Diabetes-Erkrankung eine so genannte diabetische Polyneuropathie. Bei dieser Nerven-Erkrankung, die in den Füßen beginnt, kommt es zu einem gestörten Schmerzempfinden bis hin zum Taubheitsgefühl. Eine weitere Folge kann die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit sein, die zu einem krankhaften Verschluss von Blutgefäßen führt. Beide Erkrankungen stellen eine große Gefahr dafür dar, dass an den Füßen Verletzungen und dadurch bedingt Infektionen auftreten. Die Empfindungsstörungen führen auch dazu, dass Verletzungen nicht bemerkt werden und daher zu spät behandelt werden. Die Folgen können fatal sein: Die Wunden heilen verzögert, das Gewebe kann absterben und im schlimmsten Fall muss der betroffene Fuß amputiert werden.

En entscheidender Faktor bei der „Retrograden venösen Perfusion“ kurz RVP, einer Methode, die von dem Priener Mediziner Kommissari zur Vermeidung von Amputationen bei Zuckerkranken wieder entdeckt wurde, ist die so genannte Blutsperre. Hierbei wird eine Vorrichtung ganz ähnlich einer Manschette angebracht, die das betroffene Gliedmaß von der Blutzufuhr abschneidet. 

Damit kann man gezielt verhindern, daß Medikamente, die man an der betroffenen Stelle injiziert sich im Körper verteilen und ihre Wirkung so nicht mehr gezielt abgeben. Durch die Sperre bleiben die Wirkstoffe genau dort wo sie hingehören. Meist wird ein Cocktail aus einem blutverdünnenden und einem durchblutungsfördernden Mittel sowie ein Schmerzmittel injiziert, denn die Methode kann nicht als schmerzfrei bezeichnet werden, aber einer Amputation allemal vorzuziehen.

In den meisten Fällen, sofern die Infektion nicht zu weit fortgeschritten ist reichen vier bis fünf Behandlungstage. Die Methode, die sich mittlerweile vielfach bewährt hat, führt dazu, daß in vier von fünf Fällen Amputationen vermieden bzw. ihr Ausmaß drastisch reduziert werden kann. Damit ist es dem Kreiskrankenhaus Prien gelungen als eines der ersten Häuser eine bahnbrechende und wegweisende Methode im Kampf gegen die drastischen Folgen des Diabetes für seine Patienten vorzuhalten, die zudem noch von den Krankenkassen finanziert wird, so Ritter.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Kommunalunternehmens "Krankenhäuser des Landkreises Rosenheim", Tel. 08071 / 77-318, Email . Gerne steht Ihnen Herr Prof. Dr. von Ritter zu diesem Thema als Experte zur Verfügung.