Zertifizierung über erfolgreiche Qualität in den Kreiskliniken

Als sich die Geschäftsleitung und Krankenhausleitungen im April 2004 für die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems entschied, ging es ihnen vorrangig um die praxisorientierte Entwicklung eines Qualitätsmanagement Systems (QM-System) nach DIN ISO 9001:2000. Das dabei angestrebte Ziel war nicht primär eine Zertifizierung, sondern die kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsangebote, das Erkennen bestehender Verbesserungspotentiale und so eine stetige Optimierung der Arbeitsergebnisse im Sinne der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit. Dahinter stand die Überzeugung, dass sich auf dem zukünftigen Gesundheitsmarkt nur Spitzenleistungen durchsetzen werden.

Das QM wird hauptsächlich durch QM-Teams in den Kliniken bearbeitet, die sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammensetzen. Ein wichtiger Schritt bei der Einführung des QM war deshalb, ein tragfähiges QM-Team zu etablieren. Hier haben wir Glück gehabt. Es haben sich sehr engagierte Mitarbeiter gefunden. Stellvertretend für die inzwischen große Menge an Beteiligten seien hier die QM-Beauftragten der Kliniken, Frau Steer in Bad Aibling, Herr Spies in Prien und Frau Simon in Wasserburg genannt. Nach der entsprechenden Ausbildung haben es die Teams verstanden, die konstruktiven Ideen des QM wirkungsvoll zu vermitteln und ein Netzwerk von zuverlässigen Mitarbeitern aufzubauen, die die Basis für die Umsetzung bilden. Die QM-Teams sind sehr effektiv organisiert und in die anderen Klinikstrukturen integriert. Bis dato haben sie über 80 Prozesse und Projekte umgesetzt, wie Beschwerdemanagement oder Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Die Zertifizierung Ende 2006 und die Rezertifizierung 2009 ist ein weiterer Baustein zu unserem QM-System.

Eine Zertifizierung ist eine, von einer externen Zertifizierungsstelle durchgeführte systematische Begutachtung des QM-Systems auf Erfüllung aller zutreffenden Forderungen sowie die anschließende Überreichung des Zertifikats, das die Erfüllung belegt.

Das Zertifikat bescheinigt, dass

  • die beschriebene Qualitätspolitik verstanden und in die Praxis umgesetzt wird
  • die Qualitätsmanagement-Dokumentation normenkonform (nach DIN ISO 9001) aufgebaut ist
  • die im Qualitätsmanagement-Handbuch beschriebenen Prozesse im Krankenhausalltag auch tatsächlich so ablaufen
  • ein ständiger Verbesserungsprozess in Gang gesetzt wurde (plan-do-check-act)
  • das QM-System vollständig durch interne Auditoren auditiert wird
  • die Leistungsfähigkeit des QM-Systems bewertet wurde

Das Zertifikat wird erteilt, wenn keine „kritischen“ und nur sehr wenig unkritische Abweichungen festgestellt werden.

Die Zertifizierung selber läuft im wesentlichen folgendermaßen ab:

  • Übermittlung von Qualitätsunterlagen an die Zertifizierungsstelle
  • Die Auditoren (i.d.R. mindestens 2-3 qualifizierte Personen) prüfen zuerst die Normkonformität der Qualitätsmanagement-Dokumentation
  • Vor Ort im Krankenhaus wird geprüft, ob das beschriebene QM-System in der Praxis auch tatsächlich „gelebt“ wird (die Auditoren stellen den Mitarbeitern frei formulierte Fragen u. orientieren sich meist an einer Checkliste)
  • Die Auditoren erstellen einen Auditbericht (Bewertung des QM-System hinsichtlich Stärken, Schwächen, Verbesserungspotentiale, Abweichungen von der Norm)

Ein Zertifikat ist eine Anerkennung an die Klinik und somit natürlich in erster Linie an die Mitarbeiter / -innen und bestätigt ein hohes Qualitätsniveau ihrer Arbeit. Ein Zertifikat ist immer Ausdruck einer Gemeinschaftsleistung und eines gemeinsamen Erfolges.

Zum anderen kann ein Zertifikat durchaus Vertrauen bei den Patienten und in der Bevölkerung hervorrufen und Vorteile im Wettbewerb mit anderen Leistungsanbietern erzielen (Marketingaspekt).

Aber es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass ein Zertifikat auch die Erwartungshaltung an die Klinik erhöhen kann und somit jeder Mitarbeiter / -in sich jederzeit am QM-Maßstab messen lassen muss.