Ernährungstherapie vor und nach einer Adipositasoperation

Fast alle Patienten können von zahlreichen Diäten und erfolglosen Gewichtsreduktionsmaßnahmen berichten. Dennoch ist eine professionelle Ernährungstherapie vor der Operation bzw. auch vor der Antragstellung an die Krankenkassen unerlässlich.

Studien beweisen, dass Patienten, die vor der Operation bereits eine Ernährungstherapie bekommen und Gewicht verloren haben, nach der Operation auch erfolgreicher Gewicht verlieren als Patienten, die vorher keine Therapie hatten.

Bei allen endoskopischen und chirurgischen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ist die Ernährungsberatung und –therapie dringend erforderlich.

Bereits vor dem Eingriff werden in einem Anamnese-Gespräch das Essverhalten, die Vorlieben für Speisen und die Lebensbedingungen des Patienten besprochen. Dies ist sehr wichtig für die Therapieentscheidung, denn jede Operation verlangt ein speziell angelegtes Ernährungsregime. Die Mitarbeit des Patienten ist dabei mitentscheidend für den Erfolg der Gewichtsabnahme.

Nach der Operation muss vom Patienten mit Hilfe der Ernährungstherapeutin/des Ernährungstherapeuten ein neues Essverhalten erlernt werden. Auch kann es zu Unverträglichkeiten oder Veränderungen der Geschmacksvorlieben kommen. Auch hier bekommt der Patient Unterstützung durch die Ernährungstherapeutin.

Eine Mangelernährung, die sich beispielsweise als Müdigkeit, Antriebsschwäche, Haarausfall, Hautproblemen, aber auch als Heißhunger auf Süßes äußert, kann durch ein sorgfältiges Ernährungsregime und regelmäßige Besprechung von Ernährungsprotokollen vermieden werden. Natürlich ist auch die Ergänzung von Vitaminen und Mineralstoffen und Spurenelementen ein wichtiges Thema. Die Nachsorge, das heißt die ernährungstherapeutischen Sitzungen, sollte im 1. Jahr nach der Operation 4 mal, im 2. Jahr post-operativ 2 mal und anschließend einmal jährlich erfolgen. Dazu zählt unbedingt auch eine Laborkontrolle sowie die Überprüfung des Vitamin- und Mineralstoffstatus, um eine Mangelernährung bzw. Fehlernährung zu vermeiden.

Jutta Peters
Diplom-Oecotrophologin VDOE



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