Informationen über Darmkrebs

Darmkrebs ist in Deutschland, nach dem Prostata-Carcinom und bei Frauen hinter dem Mamma-Carcinom, die zweithäufigste Krebsform. Fasst man beide Geschlechter zusammen, so steht er sogar auf der ersten Stelle. Sechs von hundert Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens daran. 90% sind dabei älter als 50 Jahre, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 6. und 7. Lebensjahrzehnt. Erschreckend ist die Tatsache, dass es sich hier immer noch um die dritthäufigste Todesursache handelt, obwohl eine Heilung bei rechtzeitiger Diagnosestellung sehr wohl möglich ist.


Ursachen:

Eine konkrete Antwort auf die häufig gestellte Frage von Betroffenen:
„Wieso habe ich diese Krankheit bekommen?“ kann man als Arzt nur selten geben. Meistens sind nur allgemeine Anmerkungen möglich, die sich nicht unbedingt auf den individuellen Patienten beziehen können. So ist aus epidemiologischen Studien wissenschaftlich belegt, dass ein hoher Fett-, Fleisch-, Nikotin- und/oder Alkoholkonsum das Auftreten der Erkrankung begünstigt, während ballaststoffreicher Ernährung (Obst, Gemüse) ein gegenteiliger Effekt zukommt. Eine familiäre Belastung trifft für bis zu 10% dieser Tumoren zu. Verdächtig ist diesbezüglich das Auftreten vor dem 60. Lebensjahr. Anhand von genetischen Untersuchungen, u. a. des Tumorgewebes, lässt sich dies objektivieren. Bei positivem Nachweis wird eine umgehende endoskopische Untersuchung des gesamten Dick- und Mastdarmes der Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) notwendig. Bekannt ist auch, dass sich aus harmlosen Dickdarmpolypen im Laufe der Zeit bösartige Tumoren entwickeln können. Entsprechendes gilt ebenfalls für chronisch entzündliche Dickdarmerkrankungen, insbesondere die Colitis ulcerosa, in geringerem Umfang auch für den Morbus Crohn.


Beschwerden:

D
as Heimtückische der Erkrankung besteht darin, dass der Tumor meist langsam wächst und nur allmählich größer wird. Erst eine Behinderung der Stuhlpassage verursacht bei den meisten Patienten Beschwerden. Typisch sind häufige Verstopfungen, Bauchkrämpfe oder wiederkehrender Durchfall. Dies sollte keinesfalls als harmlos abgetan, sondern umgehend ärztlich abgeklärt werden. Typisch für den Mastdarmkrebs sind sichtbare Blutbeimengungen zum Stuhlgang. Allzu gerne und leichtfertig wird dieses Symptom als Hämorrhoidalleiden abgetan. Eine solche Erklärung ist jedoch nur dann zulässig, wenn mittels einer Dickdarmspiegelung (Coloskopie) blutende Hämorrhoiden nachgewiesen und gleichzeitig ein bösartiger Darmtumor ausgeschlossen werden kann.


Vorsorgeuntersuchungen:

Ein häufiger, aber nicht regelhaft zuverlässiger Befund von Darmtumoren ist ihre Absonderung von kleinen, mit bloßem Auge nicht sichtbaren Blutbeimengungen zum Stuhl. Diese Blutspuren lassen sich mittels eines Blutstuhltestes chemisch nachweisen. Dieser sollte ab dem 50. Lebensjahr in jährlichen Abständen wiederholt werden.

Am zuverlässigsten und jeder Röntgenuntersuchung überlegen, ist derzeit die Coloskopie. Hiermit lassen sich diese Tumoren sicher erkennen, eine Gewebeentnahme bestätigt die histologische Diagnose, evtl. vorhandene gutartige Polypen werden in gleicher Sitzung entfernt.

Ab dem vollendeten 55. Lebensjahr, bei Risikofamilien ab dem 35. Lebensjahr, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die diesbezüglichen Kosten. Anschließend werden - bei unauffälligem Befund und fehlender familiärer Belastung - zwei Darmspiegelungen, im Abstand von 10 Jahren, empfohlen. Leider wird diese kaum belastende Untersuchung immer noch zu selten genutzt.

Nach Entfernung von gutartigen Polypen, sollte die Kontroll-Coloskopie bereits nach 3 Jahren sowie weitere 5 Jahre später erfolgen. Besteht eine genetische Disposition und damit ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko als für die Normalbevölkerung, so liegt die Indikation zu engmaschigen Untersuchungen im Abstand von 2 Jahren vor. Bei tumortypischen Beschwerden ist verständlicherweise eine umgehende Diagnostik unumgänglich. 

normale Schleimhaut
normale Schleimhaut
Polyp
Polyp
bösartiger Tumor
bösartiger Tumor

Prognose:

Die Diagnose Darmkrebs ist für jeden Betroffenen zunächst niederschmetternd. Für die meisten Erkrankten, aktuell für bis zu 60%, besteht jedoch die Aussicht auf Heilung, sofern alle modernen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Prognostisch entscheidend ist das jeweilige Tumorstadium. Bei frühzeitig erkannten und somit kleinen, noch nicht metastasierten Tumoren, besteht eine fast 100%-ige Sicherheit auf Heilung. Diese verringert sich mit zunehmender Größe des Primärtumors sowie mit einer evtl. vorhandenen Metastasierung, also mit einer späten Diagnosestellung. Trotz der Aussicht auf Heilung, vor allem bei kleineren Tumoren, ist immer wieder darauf zu verweisen, dass der Dickdarmkrebs in Deutschland immer noch an der dritten Stelle der Todesursachenstatistik rangiert und somit bei vielen Patienten offensichtlich erst zu spät erkannt wird. Diese betrübliche Tatsache lässt sich nur durch eine konsequente Vorsorge verbessern.

Ihre Ansprechpartner im Darmzentrum sind folgendermaßen direkt zu erreichen:

Hotline:
+49 (0) 8031 365-32 13

Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie:
Ltd. Oberarzt
Dr. med. Josef Hertreiter

Hotline Viszeralchirurgie:
+49 (0) 8031 365-62 17


Hotline:
+49 (0) 8031 365-61 65

Medizinische Klinik II, Gastroenterologie:  
Oberarzt
Dr. med. Johannes Boedeker

Fax Darmzentrum:
+49 (0) 8031 365-48 13