Konservative Therapie

Nach wie vor stellen nicht-operative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion den ersten Schritt der Behandlung dar. Wesentliches Ziel dieser Maßnahmen ist die Veränderung der Lebensgewohnheiten. Hierzu basiert die Behandlung auf drei Säulen:

  1. Veränderung des Essverhaltens
  2. Steigerung des Bewegungsumfanges
  3. event. Verhaltenstherapie

Bei der Veränderung des Essverhaltens geht es weniger um das Umsetzen von harten Diäten als vielmehr um die konsequente Ernährung mit einer kohlenhydratreduzierten gesunden Mischkost. Ziel sollte es sein, frische und gesunde Lebensmittel zu nutzen sowie auf Süßspeisen („der kleine Snack zwischendurch“) und auf zuckerhaltige Getränke weitgehend zu verzichten.

Daneben ist die Steigerung des Bewegungsumfanges eine wesentliche Säule der Behandlung. Wir sitzen oder liegen den größten Teil des Tages. Wir müssen uns für die Nahrungsbeschaffung nicht mehr groß bewegen, Fast-Food Essen ist jederzeit verfügbar, ohne dass wir aus dem Auto aussteigen. Bei der Steigerung des Bewegungsumfanges geht es nicht um die Teilnahme an einem Marathon, sondern um das Einbinden von Bewegung als natürlichen Bestandteil in den Alltag. Sehr hilfreich in diesem Zusammenhang kann ein Schrittzähler sein (ca. 15-20€), mit dem Sie die Anzahl Ihrer täglichen Schritte erfassen können. 10.000 Schritte am Tag sollten es schon sein. Ansonsten hilft hier noch einmal ein abendlicher Spaziergang, anstatt sich noch eine Stunde vor das TV-Gerät zu setzen.

Bei einer bestimmten Gruppe von Menschen mit krankhaftem Übergewicht stehen neben der Übergewichtserkrankung auch Verhaltensauffälligkeiten im Vordergrund. Hier ist im Einzelfall auch eine verhaltenstherapeutische Therapie notwendig, die dazu beitragen kann, Gewicht zu reduzieren.

Die Erfolgsaussichten der konservativen Therapiemaßnahmen sind allerdings leider bescheiden. Häufig wird nur ein recht kleiner Prozentsatz des Übergewichtes verloren und auch das Problem der erneuten Gewichtszunahme nach vorübergehendem Gewichtsverlust (sog. JoJo-Effekt) ist hinlänglich bekannt.

Bei Versagen der konservativen Therapie der Adipositas spielen operative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion eine zunehmende Rolle.

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