Sichtung nach MTS


Leider sind die Wartezeiten in Notaufnahmen nicht vermeidbar. Gründe dafür sind das nicht planbare Patientenaufkommen in Spitzenzeiten, die zu den unterschiedlichsten Zeiten auftreten und andererseits personell bzw. technisch-apparativ hoch aufwendige Versorgungen wie z.B. die eines Schwerverletzten. Daher können oft nicht alle Patienten unmittelbar und gleichzeitig behandelt werden.

Wir versorgen in der Zentralen Notaufnahme im Jahr über 40.000 Patienten. Um dies entsprechend der Dringlichkeit im Sinne der Patientensicherheit zu bewältigen, werden die Patienten bei Anmeldung inder ZNA triagiert. Wir haben uns für das international etablierte Manchester Triage System entschieden. Triage bezeichnet dabei die Methodik, den Schweregrad der Erkrankung bzw. der Verletzung innerhalb kurzer Zeit zu erkennen und eine Einstufung der Behandlungsdringlichkeit vorzunehmen. Hierbei wird die Dringlichkeit der Zeit zum ersten Arztkontakt festgelegt.

Kategorie Rot: Sofortige Behandlung!

Kategorie Orange: Sehr dringende Behandlung!
Die Behandlung sollte innerhalb von 10 Minuten eingeleitet werden.

Kategorie Gelb: Dringende Behandlung!
Die Behandlung sollte innerhalb von 30 Minuten eingeleitet werden.

Kategorie Grün: Normal
Die Behandlung sollte innerhalb von 90 Minuten eingeleitet werden.

Kategorie Blau: Nicht dringend
Die Behandlung sollte innerhalb von 120 Minuten eingeleitet werden.


Speziell geschulte und erfahrene Pflegekräfte ermitteln standardisiert anhand der geschilderten Symptome des Patienten desser Erkrankungs- bzw. Verletzungsschwere und ordnen dieser eine der farbkodierten Kategorien im 5-stufigen MTS zu.

Entscheidend bei all diesen Systemen ist jedoch, dass es nur so gut funktioniert wie es an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wird.
So werden bei uns z. B. alle Notarztpatienten prinzipiell nicht triagiert und automatisch als rot eingestuft, um die Behandlungskette nicht zu verzögern. Alle übrigen Rettungsdiensttransporte werden triagiert.

Um die Behandlungspfade zu visualisieren, wird jeder aufgenommene Patient in einer speziellen Software auf dem Bauplan der ZNA abgebildet. Hierbei zeigt jedes "Männchen" laufende Uhrzeit, Fachrichtung, Triagefarbe und Infektstatus an. Durch Verschieben in die einzelnen Behandlungsräume wie z. B. Röntgen köönen im Nachgang im Qualitätsmanagement alle relevanten Werte wie Einhaltungsquote der Triagevorgaben oder Wartezeiten auf Untersuchungen wie Röntgen aufgearbeitet werden. Hierdurch sind durch abgestimmte Personalplanungen Verbesserungen der Patientensicherheit und des Patientenservice möglich.
Im Wartebereich ist ein Monitor mit anonymisiertem Abbild des Systems installiert.