Transurethrale Enukleationsverfahren - Ausschälung bzw. "Entkernung" der Prostata durch die Harnröhre

Quelle: EAU Patienteninformation gutartige Prostatavergrößerung 2014
Quelle: EAU Patienteninformation gutartige Prostatavergrößerung 2014

Die jüngste Entwicklung in der Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung stellen die transurethralen anatomischen Enukleationsverfahren dar. Hierzu wird analog zum ‚alten‘ offenen Operationsverfahren die Innendrüse bzw. das Prostataadenom mit dem durch die Harnröhre eingeführten Endoskop unter Zuhilfenahme einer Energiequelle (z.B. Laser, HF-Strom) von seiner Kapsel gelöst. Das herausgelöste Prostatagewebe wird nun ‚am Stück‘ in die Blase geworfen und dort mittels eines ‚Absauge- und Zerkleinerungsgeräts‘ (sog. Morcellator) aus der Blase entfernt. Das morcellierte Gewebe kann dem Pathologen zur feingeweblichen Untersuchung übergeben werden.

Das bekannteste Enukleationsverfahren ist die HoLEP (Holmium Laser Enukleation der Prostata). Nachdem mittlerweile die verschiedensten Energiequellen ihre Tauglichkeit zur Enukleation bewiesen haben geht der Expertenkonsens aktuell dahin, dass nicht die Verwendung des Holmium-Lasers sondern das anatomische Enukleationsprinzip unter Zuhilfenahme einer geeigneten Energiequelle entscheidend ist.
Wir bieten in Rosenheim die BipolEP (bipolare Enukleation der Prostata) an.  Der Unterschied zur HoLEP besteht lediglich darin, dass anstatt eines Holmium-Lasers HF-Strom verwendet wird um das Prostataadenom von der Kapsel zu lösen. Die blutstillende Wirkung des  bipolaren HF-Stroms ist dem Holmium-Laser sogar überlegen. Das operative Vorgehen sowie die Ergebnisse sind der HoLEP ebenbürtig.

Die endoskopische Enukleation ist insbesondere für größere Prostatavolumina geeignet.
Es findet im Gegensatz zur TURP ein vollständiger Abtrag des Adenoms statt, da dieses entlang seiner Kapsel der Anatomie folgend herausgelöst wird. Hierdurch bedingt treten bei dem Eingriff auch weniger Blutungen auf, da nicht ‚quer durch‘ das Gewebe geschnitten wird sondern eine anatomisch vorgegebene, blutarme Schicht entwickelt wird.

Die endoskopische transurethrale Enukleation bietet für den Patienten folgende Vorteile:

  • kürzere postoperative Katheterverweildauer (i.d.R. 2 Tage)
  • kürzere Krankenhausverweildauer
  • geringerer Blutverlust
  • kein Schnitt, kein Bauchdeckenkatheter notwendig
  • nachhaltiges Operationsergebnis mit i.d.R. kräftigem Harnstrahl