Wirbelsäulenchirurgie
Die Wirbelsäule ist ein wesentlicher Bestandteil des Stütz- und Bewegungsapparates. Erkrankungen und Verletzung in dieser Region können zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Körperfunktion und damit zu einer Reduktion der Lebensqualität führen. Dies insbesondere wenn sie mit neurologischen Ausfällen (bis zum Querschnitt) einhergehen.Erstes Ziel ist heute eine frühzeitige Mobilisation des Patienten und zwar ohne äußere Hilfsmaßnahmen (Stützkorsett). Deshalb streben wir die frühzeitige operative Stabilisierung in den meisten Fällen an.
Neue Operationsverfahren ermöglichen durch spezielle Implantate und OP-Techniken die Stabilisierung der Wirbelsäule in allen Abschnitten vom Kopf bis zum Kreuzbein. Anschließend ist eine Rehabilitationsphase jedoch erforderlich. Hierzu zählt eine spezialisierte Krankengymnastik und Rückenschulung. Wirbelsäulenverletzte können im Durchschnitt 12 -16 Wochen nach dem Eingriff wieder in ihrem Beruf tätig werden.
Indikationen zur Operation sind heute Verletzungen, aber auch Tumormetastasen, Infektionen und degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule.
Neben der Akutverletzung beschäftigen wir uns ebenso mit Verletzungsfolgen, die zum Teil zu Haltungsschäden und Arthrose der Wirbelsäule führen. Hier können entsprechende Korrekturoperationen vorgenommen werden. Das übergeordnete Behandlungsziel bei Verletzung der Wirbelsäule ist der schmerzfreie Patient mit normaler Funktion.
Eine weitere Spezialisierung auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie ist die Behandlung auch von metastatischen Veränderungen, die ebenso zu einer Instabilität der Wirbelsäule führen können. Hier kann durch spezielle Operationstechniken eine Stabilisierung erzielt werden und damit der tumorkranke Patient einer besseren Rehabilitation zugeführt werden.
Zunehmend spielen auch degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule eine Rolle. Insbesondere das Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), aber auch die Spinalkanaleinengung (Stenose) kann heutzutage wirkungsvoll operativ behandelt werden.
Die Kyphoplastie - Neue Strategie zur Behandlung osteoporotischer Wirbelbrüche
Wirbelbrüche stellen beim älteren Menschen ein zunehmendes medizinisches aber auch sozioökonomisches Problem dar. Rund 400.000 erleiden jährlich einen osteoporotischen Wirbelbruch in der EU. In ca. der Hälfte der Patienten ist eine chronische Schmerzsymptomatik die Folge.Nachweislich steigt hierbei auch die Inzidenz von Lungenerkrankungen und damit die Sterblichkeit (23-34% höher als ohne Wirbelbruch). Grund hierfür sind letztlich die durch den Wirbelbruch resultierenden statischen Veränderungen, die die Lungenfunktion verändern.
Konservative Behandlungsmaßnahmen mit verlängerter Bettruhe, Schmerzmittel und anschließender Mobilisierung mit Stützkorsett können diese Probleme verstärken und verbieten sich z.B. bei Nebenerkrankungen.
Eine Alternative bieten die seit kurzem praktizierten operativen Techniken der „Zementaugmentierung“ von Wirbelkörper.
Hierbei werden die Vertebroplastie und die Kyphoplastie eingesetzt. Bei der Vertebroplastie wird der Zement über eine Biopsiekanüle unter Druck in den zusammengebrochenen Wirbelkörper eingespritzt, ohne Korrektur der Fehlstellung.
Bei der Kyphoplastie handelt es sich um eine Weiterentwicklung, die seit 1999 zunächst in den USA und jetzt auch zunehmend in Europa durchgeführt wird.
Dabei werden über die beidseitig platzierten Biopsiekanülen zunächst spezielle Ballonkatheter in den Wirbelkörper eingeführt und unter seitlicher Durchleuchtung und kontinuierlicher Druckmessung aufgedehnt.
Der Wirbelkörper wird damit aufgerichtet und der entstandene Hohlraum mit zähflüssigem Knochenzement gefüllt. Es handelt sich also um ein effektives, „minimal-invasives“ Verfahren.
In fast allen Fällen berichtet der Patient über eine deutliche Schmerzreduktion und kann noch am OP-Tag mobilisiert werden. Verlängerte Bettruhe, Schmerzmedikation und insbesondere pulmonale Probleme werden nicht beobachtet.
Vorteil dieser neuen Methode ist die Aufrichtung und der Achsenausgleich der Wirbelsäule, welches insbesondere bei mehrfachen Brüchen nachweislich auch Einfluss auf die verbesserte Lungenfuktion zeigt (durchschnittlich ca. 10%). Bisher sind über 65.000 Kyphoplastien weltweit, in unserer Klinik fast 100 Fälle mit Erfolg durchgeführt worden. Die Verbesserung der Lebensqualität ist signifikant.
Zudem ließ sich ein positiver Einfluss auf
- postoperative Komplikationen
- den Mobilisierungsfortschritt
- die Dauer der stationären Behandlung
- die Verkürzung der Rehabilitationszeit
Das Indikationsspektrum für diese Methode wird in Zukunft auch die Behandlung von frischen Wirbelbrüchen und Tumore einschließen.
Spinalkanalstenose
Dekompensierte Formen- wird häufig fehlinterpretiert (z.B. Claudicatio)
- meist bisegmental (L3/L4 o. L4/L5)
- meist interlaminär
- bzw. extraforaminal (durch Osteophyten)
- oder foraminal (Wurzelkompression)
Chefarzt: Prof. Dr. med. Gerd Regel
Tel +49 (0) 8031 - 365 33 50Fax +49 (0) 8031 - 365 49 30





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