Stories

mehr lesen
ausblenden

15.05.2020

Ein Problem – ein Team – eine gemeinsame Lösung!

Die Ärmelbündchen des Schutzkittels werden mit Tapes dicht abgeklebt.
Die Ärmelbündchen des Schutzkittels werden mit Tapes dicht abgeklebt.
Frau Englert, Dr. Dunker und Frau Höllriegl vor der „AOZ-Intensivstation“.
Frau Englert, Dr. Dunker und Frau Höllriegl vor der „AOZ-Intensivstation“.

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Andreas Bauer, Stationsleiterin Jana Englert und Oberarzt Dr. Martin Dunker, Bereichsleiter der operativen Intensivstation und Sabine Höllriegl aus der Anästhesiepflege gewähren einen kleinen Einblick in ihre Arbeit, die sie die letzten Wochen ordentlich forderte.

Wir treffen uns im Ambulanten OP-Zentrum (AOZ), das aktuell zu einer Intensivstation umfunktioniert wurde. Statt ambulanten Patienten liegen dort jetzt mehrere Intensivpatienten. Die Stimmung ist gut, Anästhesiepflege und Intensivpflege arbeiten Hand in Hand. Die Kollegen scherzen über ihre Frisuren, „Wegen der Corona-Krise konnten wir nicht mehr zum Friseur und haben deshalb alle so lange Haare“. Das sagte ausgerechnet Dr. Martin Dunker, der eigentlich schon immer etwas längere Haare trägt. „Ja aber nicht so lang“, meint er. Man merkt, dass sich die Lage entspannt hat.

Rückblick
In der ersten Märzhälfte war das bei Leibe nicht so. Die Corona-Krise schwappt auf Rosenheim über. Sprunghaft steigen die Infektionszahlen an und die RoMed Kliniken schalten auf Krisenmodus um. Es gilt sich auf einen Zustrom von Patienten mit COVID-19 einzustellen. Die Experten in den täglichen Krisensitzungen entwickeln Eskalationspläne. Und so wurden auch in den Intensivbereichen Notfallpläne und Behandlungsstandards erstellt, ein Netzwerk der Landkreisintensivmediziner geschaffen, Kontakt mit Südtiroler Kollegen aufgenommen sowie Material und Gerätschaften beschafft. Die operative Intensivstation (Op-Int.), die normalerweise neun Intensivbetten mit Beatmungsgeräten und sechs Überwachungsbetten hat, wurde auf 14 Betten mit Beatmungsgeräten aufgestockt (davon ein Notbeatmungsplatz). Im AOZ wurden sechs Notfallbeatmungsplätze vorgehalten und im Aufwachraum standen fünf Plätze - ursprünglich für nicht-COVIDPatienten - zur Verfügung.

Aus der OP-Int. wird eine COVID-Intensivstation
Vom AOZ geht es zur Op-Int. im Haus 1, 2. OG. Vor dem eigentlichen Stationseingang wurde innerhalb kürzester Zeit von den Klinik-Handwerkern in Trockenbauweise eine Schleuse errichtet. Sie ist behelfsmäßig aber funktional. Der kleine Vorraum hat alles was notwendig ist. Ablage, Desinfektionsspender, Wäschewagen und Schuhständer. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Fluchtausgang in Form einer staubdichten Plastikabtrennung angebracht. Dieser „Notausgang“ kann im Fall der Fälle einfach eingerissen werden. Hört sich spektakulär an, ist letztlich einfach eine praktische Lösung.

Vor dem Betreten der Station muss die Schutzkleidung angezogen werden und dabei ist Sorgsamkeit angesagt. OP-Schuhe anziehen, Hände desinfizieren, FFP-Maske anlegen, OP-Haube aufsetzen, Schutzkittel anlegen und hinten zubinden sowie Einmalhandschuhe anziehen und zum Schluss den Gesichtsschutz aufsetzen. „Es ist immer gut, wenn beim Anlegen der Schutzkleidung noch jemand mit dabei ist, einfach um nichts zu vergessen. So schaut man aufeinander“, erzählt Dr. Dunker und zieht ganz nebenbei das Ärmelbündchen des Schutzkittels über den Abschlussrand des Handschuhs und klebt mit einem Tape alles dicht ab und wiederholt das Ganze auf der anderen Seite „so hat jeder seine eigene Routine“.

Die Arbeit in Schutzkleidung ist anstrengend und Pausen sind in größerem Umfang erforderlich. „Eine Schicht dauert etwa 7 Stunden. An die Schutzkleidung gewöhnt man sich einigermaßen. Wir haben aber auch Kollegen, die von den Handschuhen Ekzeme bekommen und von den Masken Hautirritationen. Ein Kollege wechselte deshalb in einen anderen Bereich“, berichtet Jana Englert.

Auf der Station ist es sehr ruhig, nur die Geräusche der lebenserhaltenden Maschinen sind zu hören. Intensivpflegekräfte und Ärzte versorgen die Patienten routiniert und professionell. „Es wird schon auch mal gelacht“, erzählt Jana Englert, „und Kollegen haben selbst gebastelte Papierblumen an das Sichtglasfenster im Stationszimmer geklebt und so den Frühling auf die Station gebracht.“

Was sich so alles verändert hat, darüber berichtet Dr. Martin Dunker: „Die Op.-Int. als reiner COVID-Bereich, stellte nach der pneumologischen Intensivstation die zweite Versorgungsstufe dar. Wir haben zu Beginn kurz einen Mischbetrieb (COVID/Non-COVID) gefahren und dann in Anbetracht der vielen Patienten rasch auf eine reine COVID-Station umgestellt. Zu Spitzenzeiten wurden hier bis zu elf COVID-Patienten bzw. Verdachtsfälle versorgt, davon bis zu 100 % invasiv beatmet und teilweise sieben Patienten mit Nierenersatzverfahren behandelt. Die Versorgung der „normalen“ operativen Intensivpatienten erfolgte anfänglich im Aufwachraum. Hier wurden bis zu fünf Patienten versorgt, inkl. der Möglichkeit zur Beatmung. Was für Patienten und Mitarbeiter ein belastende Situation war, da hier die Intensivpatienten alle in einem großen Raum lagen und auch die normalen Aufwachraumpatienten versorgt werden mussten. Bei zunehmenden Notfalloperationen wurde diese Einheit ins AOZ umgezogen, wo bis zuletzt fünf bis sechs Nicht-COVID-Patienten betreut wurden. Der Aufwachraum wird nun wieder in seiner ursprünglichen Funktion genutzt.

Rückblickend war für Dr. Dunker die größte Herausforderung die Initialphase. „Als man beunruhigende Neuigkeiten und Warnungen insbesondere aus Italien erhielt, in der Bevölkerung aber noch die Meinung und Hoffnung vorherrschte, dass es nicht zur Pandemie kommen würde. Die Vorbereitungsmaßnahmen waren in dieser Phase teils zermürbend. Umso erfreulicher war die Tatsache, dass in der Folge nahezu über Nacht die Situation als Krise erfasst wurde und alle an einem Strang zogen.“

Zusammenhalt Unterstützung gab es ärztlicherseits durch drei chirurgische Kollegen. Viele anästhesiologische Kollegen und Kolleginnen, die schon lange nicht mehr oder noch nie auf Intensiv waren, wurden eingearbeitet. Insbesondere die oberärztlichen Kollegen Dres. Tim Nebelsiek und Daniel Bofinger sowie Daniela Schiffer und Kevin Ulrich aus der Anästhesiepflege haben sich um die Umstellungen im Bereich des Aufwachraums und des AOZs gekümmert und diese organisiert. Es wurde zusammen mit den Kollegen der internistischen Intensivstation Behandlungsstandards für dieses bis dato unbekannte Krankheitsbild erarbeitet, kurzfristig aktualisiert und über verschiedenste Kanäle wie Intranet, WhatsApp oder E-Mail verteilt. Die Pflegekräfte unterstützten auf der OP-Int. fünf Medizinstudenten. „Die waren alle gleichzeitig da, das war dann schon eine Herausforderung das zu koordinieren. Zumal anfangs einfach ziemlich viel zu organisieren war“, erzählt Jana Englert.

Stimmung im Team
Dr. Dunker berichtet: „Anfangs waren einige Kollegen beunruhigt und besorgt. Aber nach kurzer Zeit hat sich das Arbeiten unter den veränderten Bedingungen eingespielt. Mittlerweile ist die Stimmung aus meiner Sicht sehr gut. Alle arbeiten als Team perfekt zusammen, besonders die gute Unterstützung durch Verwaltung, Einkauf, EDV, Klinikhandwerker, Medizintechnik etc.macht die Tätigkeit hier deutlich einfacher. Die  hochkomplexen Patienten werden von vielen als Herausforderung  verstanden und angenommen. Was hier alles innerhalb kürzester Zeit möglich gemacht wurde und wie alle interkollegial und interprofessionell zusammengearbeitet haben, war und ist beeindruckend. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben mir gezeigt, dass das Team der Op-Int. hervorragend funktioniert und in der Lage ist, auch derartig schwierige Situationen zu meistern. Das Positivste der vergangenen Wochen ist, dass aus dem Team niemand ernsthaft erkrankt ist – ich hoffe, dass dies so bleibt!

Exit
Mittlerweile sind von der OP-Int. alle COVID-Patienten verlegt worden und die Reinigungsarbeiten abgeschlossen, sodass jetzt wieder der nicht-COVID-Betrieb läuft. Dr. Bauer ist wichtig, dass sich die Bevölkerung auch weiterin an die Hygienerichtlinien und die vorgegebenen Kontaktvorschriften halten. Dr. Dunker wünscht sich für die Zukunft einen Impfstoff gegen SARSCoV2. Diesem Wunsch kann man sich nur anschließen, auch wenn es noch dauern wird.

mehr lesen
ausblenden

29.04.2020

Einer für den anderen – Gebrüder Nowak helfen gemeinsam

Auch bei der Anlieferung packen die Brüder gemeinsam an... und ein bisschen Spaß muss sein!
Auch bei der Anlieferung packen die Brüder gemeinsam an... und ein bisschen Spaß muss sein!

Eigentlich ist Dirk Nowak von Beruf Schreiner und selbständiger Restaurator für kunsthistorische Objekte, doch als er in einem Telefonat zu Beginn der Corona-Krise von seinem Bruder und RoMed Chefarzt Kai erfährt, mit welchen Schwierigkeiten der Klinikverbund bei der Beschaffung von Schutzmaterial zu kämpfen hat, ist der Allgäuer mit seinem Ideenreichtum sofort zur Stelle.

in erstes Schnittmuster für einen Behelfs-Mund-Nasen-Schutz (BMNS) hatte er bereits 2003 aus der Zeit des SARS-Virus zur Hand um sich vor der damals drohenden Ausbreitung schützen zu können.
„Da ich mich in meinem Betrieb mit Atemschutz, Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Textilien befasse sowie gute Kontakte zu lokalen leistungsfähigen Betrieben bestehen, konnte zur Anfrage rasch ein Prototyp entwickelt werden“, erzählt der 43-Jährige. Als sogenannter „Mächler“ – einem bayerischen Alleskönner – gelang es ihm in Zusammenarbeit mit der Hemden- und Blusenfabrikation Beutel GmbH eine Großserienproduktion aufzunehmen. Doch galt es vorab auch Hindernisse zu überwinden: so musste ein geeigneter und lieferbarer Stoff gefunden werden sowie die rechtlich korrekte Deklaration des Produktes mit dem Regierungspräsidium Tübingen abgestimmt sein.

Bereits in jungen Jahren kristallisierte sich die handwerkliche Leidenschaft der Gebrüder Nowak heraus. Und so schlug Dirk eine Laufbahn zunächst als Schreiner ein, ging auf eine drei Jahre währende Wanderschaft, bildete sich zum archäologischen Restaurator weiter und gründete seinen eigenen Betrieb. Der ältere Kai wiederum wählte eine berufliche Karriere in der Medizin, um nun sein Fingerspitzengefühl als Professor der Chirurgie einzusetzen.

Zusammen sind die beiden nun nicht nur sich selbst, sondern auch anderen eine Stütze. „Für mich ist es etwas Besonderes, die Möglichkeit bekommen zu haben, in dieser Situation anderen weiterhelfen zu können“, so Dirk Nowak. „Zudem unterstützen uns bei der BMNS-Herstellung auch ehrenamtliche Personen, die derzeit aufgrund der Krise ihrer bisherigen Tätigkeit nicht nachgehen können.“

Durch die Maskenpflicht ist die Nachfrage an den hochwertigen BMNS kontinuierlich gestiegen, die Produktion läuft daher weiter auf Hochtouren.

mehr lesen
ausblenden

23.04.2020

Stopp - Zugangskontrolle!

Fiebermessen unter
Fiebermessen unter "Kollegen": Natalie Bruhn überprüft bei Wolfgang Wallner von der Arbeitssicherheit die Temperatur.

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat vieles verändert. War es bis vor Kurzem noch völlig selbstverständlich Besuche in der Klinik zu machen, zeigt sich jetzt ein ganz anderes Bild. Im Interview berichtet Natalie Bruhn (50 Jahre), Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes „Oberland Security“, von ihrem Arbeitsalltag.

Seit wann sind Sie am Einsatzort Klinikum Rosenheim? Wo helfen Sie gerade und wie sieht der Tagesablauf aus?
Seit dem 3. April 2020 bin ich in der RoMed Klinik beschäftigt und arbeite zur Unterstützung der Arbeitssicherheit und Hygieneabteilung im Empfangsbereich. Mein Tagesablauf sieht so aus: Gemeinsam mit einer oder einem Kollegen vom Haus stehe ich vor dem Haupteingang bzw. im Eingangsbereich. Draußen direkt am Klinikeingang begrüßen wir die ankommenden Patienten oder Besucher. Nachdem wir abgeklärt haben, wer das Klinikum betreten darf, teilen wir den Mundschutz aus und erklären bei Bedarf die Hygienemaßnahmen. Um auszuschließen, dass möglicherweise mit dem Corona-Virus infizierte Personen das Klinikum betreten, stellen wir einige Fragen zum Befinden, nach akuten grippeähnlichen Symptomen und ob in letzter Zeit möglicherweise Kontakt zu einer bereits Covid-19 positiv getesteten Person besteht. Falls eine dieser Fragen bejaht wird, erfolgt Rücksprache mit der Stationsleitung bzw. dem zuständigen Stationsarzt, um abzuklären, ob das Klinikum betreten werden darf oder nicht. Die Kollegin oder der Kollege im Eingangsbereich misst nun bei jedem Patienten bzw. Besucher Fieber und führt dazu verschiedene Listen. Bei Werten ab 37.3 Grad halten wir Rücksprache mit der Pforte, um abzuklären, ob die Klinik betreten werden darf bzw. eine geplante Behandlung stattfinden kann. Zu meinen weiteren Aufgaben gehört auch, dass ich assistiere, wenn Angehörige Taschen mit Kleidung oder Geschenken für bereits stationär aufgenommene Patienten abgeben möchten oder Fragen haben. Des Weiteren empfehlen wir den Besuchern und Patienten auch immer, sich an den Spendern mit Desinfektionsmitteln ihre Hände zu desinfizieren.

Alle vier Stunden lösen sich meine Kolleg/-innen ab. Meistens ab Nachmittag arbeiten auch übrigens sehr nette und qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter bei uns. Ich esse in der hausinternen Kantine zu Mittag und mache dann am Nachmittag nochmal eine kurze Pause. Das Essen in der Kantine ist übrigens immer sehr lecker - bei dieser Gelegenheit ein großes Kompliment und Dank an das Kantinenpersonal und den Koch!

Wie ist Ihre Qualifikation? Haben Sie Vorerfahrung im medizinischen Bereich?
Ich besitze verschiedene Qualifikationen: Ich bin ausgebildete Kauffrau für Büromanagement und habe erfolgreich die "Sachkundeprüfung nach § 34 a im Bewachungsgewerbe" bei der IHK Köln im Mai 2017 abgelegt. Vorerfahrungen im medizinischen Bereich habe ich nicht, aber ich interessiere mich sehr für die Medizin im Allgemeinen und lese in meiner Freizeit gerne viel im Internet in diesem Bereich. Ab September dieses Jahres plane ich eine auf zwei Jahre verkürzte Vollzeitausbildung zur Heilerziehungspflegerin.

Was treibt Sie an?
Mich treibt an, dass meine Arbeit sinnvoll ist und ich Wertschätzung erfahre. Ich habe bisher auch gerne im Sicherheitsdienst mit Flüchtlingen gearbeitet, aber nun freue mich auf meine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin. Leben bedeutet stetige Weiterentwicklung und Lernen für mich. Das ist mir sehr wichtig und dies treibt mich an.

Haben Sie Angst, sich bei Ihrer Tätigkeit anzustecken?
Eine konkrete Angst vor Ansteckung habe ich für mich selbst nicht, aber ich achte auf der Arbeit jetzt ganz besonders auf den notwendigen Abstand zu anderen Menschen -  und auch im familiären Bereich. Während der Arbeitszeit desinfiziere ich mir oft die Hände und trage selbstverständlich immer Mundschutz. Ich trinke, gerade während der Arbeitszeit, viel klares Wasser und betreibe Intervallfasten, um mein Immunsystem zu stärken.

Wie wurden Sie von unserem RoMed-Team aufgenommen? Wie waren die ersten Tage?
Ich wurde vom RoMed-Team sehr herzlich aufgenommen. Insbesondere möchte ich mich bei Herrn Wolfgang Wallner von der Arbeitssicherheit bedanken. Er schaut immer bei uns vorbei, arbeitet mit und kümmert sich freundlich und aufmerksam darum, dass es uns allen gut geht und die Vorräte aufgefüllt sind. Jeden Tag freue ich mich darauf, neue hausinterne Mitarbeiter kennenzulernen und bin gespannt, wer mit mir die Schichten teilt. Es ist sehr interessant für mich durch meine Zeit hier in der RoMed Klinik einen kleinen Einblick in den Klinikalltag bekommen zu haben und ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei allen für die freundliche Aufnahme bedanken.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Wochen?
Ich wünsche mir für die nächsten Wochen, dass möglichst wenige Menschen ernsthaft erkranken und sterben, wir in der Lage sind, die Risikogruppen zu schützen und es schaffen werden, die Zahl der Neuinfektionen möglichst niedrig zu halten. Ich hoffe natürlich auch, dass wir bald langsam wieder anfangen können, möglichst "normal" zu leben und zu arbeiten. Die allgemeine Maskenpflicht halte ich hierbei erstmal für absolut nötig. Für mich persönlich hoffe ich, dass meine Familie, Freunde - und ich selber - gesund bleiben.

Zeigt die Bevölkerung Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen?
Ja, die Bevölkerung zeigt großes Verständnis für die erforderlichen Hygiene-Maßnahmen. Ich selbst habe bisher glücklicherweise kein einziges Mal erlebt, dass sich jemand beschwert oder kein Verständnis gezeigt hätte. 

Hatten Sie ein besonders schönes Vorkommnis während Ihres Einsatzes?
Ja, ich hatte ein besonders schönes Erlebnis: Bei einer jungen Mutter, die ihr Baby auf der Frühchen-Station besuchen wollte, stellte ich eine erhöhte Temperatur fest. Nach Rücksprache mit dem Stationsarzt durfte sie an diesem Tag - und für die nächsten Tage leider ihr Kind nicht mehr besuchen, da daraufhin ein erneuter Corona-Test angeordnet wurde. Sie brach in Tränen aus und war nun verwirrt und besorgt, dass sie nun nicht mehr in der Lage sein würde, ihr Baby mit ihrer Muttermilch zu versorgen. Zusammen schafften wir es, dass sie am gleichen Tag noch den Corona-Test machen konnte und durch die Initiative der engagierten Stationsschwestern, konnte sie auch später am Tag ihre Muttermilch für ihr Baby abliefern. Drei Tage später kann sie jetzt ihr Baby wieder täglich besuchen, ihre abgepumpte Muttermilch abliefern und es stillen, da sie glücklicherweise ein negatives Ergebnis bekam. Wir freuen uns nun daher jetzt immer besonders, wenn wir uns beide sehen.

mehr lesen
ausblenden