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Darmkrebs: Warum Vorsorge mehr ist als eine Untersuchung

Prof. Dr. Stefan von Delius, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2
Prof. Dr. Stefan von Delius, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2

Ein Gespräch mit RoMed-Chefarzt Prof. Dr. Stefan von Delius über Früherkennung, Lebensstil und die stille Entstehung von Krebs

Mit über 54.000 Neuerkrankungen pro Jahr gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebsarten Deutschlands und zugleich zu jenen, bei denen Vorbeugung besonders greift. Die moderne Medizin bietet heute nicht nur verbesserte und schonende Behandlungen von Krebs, sondern echte Chancen, diesen von vornherein zu verhindern – vorausgesetzt, sie werden genutzt. Prof. Dr. Stefan von Delius, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2 am RoMed Klinikum Rosenheim erklärt, warum Vorsorgeuntersuchungen Leben retten, welche Rolle Ernährung und Bewegung spielen und weshalb Krebs oft viel früher beginnt, als wir glauben.

„Der Darm gibt lange keine Warnsignale“

Frage: Herr Professor von Delius, viele Menschen fühlen sich gesund und sehen deshalb keinen Anlass für eine Vorsorgeuntersuchung. Ist das ein Trugschluss?

Prof. von Delius: „Ja, leider. Dickdarmkrebs entwickelt sich über viele Jahre aus zunächst gutartigen Polypen, ohne Schmerzen oder spürbare Symptome zu verursachen. Genau das macht Darmkrebs so heimtückisch – und gleichzeitig so gut vermeidbar. Denn diese frühen Veränderungen lassen sich erkennen und behandeln, lange bevor sie gefährlich werden.“

Erfahrungsgemäß komme der Gedanke an Vorsorge häufig erst, wenn Beschwerden auftreten. Dann sei man oft schon spät dran. „Gerade die Phase ohne Symptome ist unsere größte Chance“, sagt von Delius.

Vorsorge als aktive Entscheidung

Die Darmspiegelung gilt nach wie vor als die beste Methode für die Früherkennung. Sie ermöglicht es, auffällige Gewebeveränderungen nicht nur zu entdecken, sondern direkt zu entfernen. Für viele Patientinnen und Patienten ist allein der Gedanke an die Untersuchung jedoch mit Unsicherheit verbunden.

Prof. von Delius: „Diese Hemmschwelle nehmen wir sehr ernst. Viele Menschen haben Angst vor Schmerzen, vor dem Ergebnis oder vor Kontrollverlust. In der Praxis zeigt sich aber: Die Untersuchung ist kurz, gut verträglich und in der Regel problemlos. Und sie schenkt etwas sehr Wertvolles – Sicherheit.“

Gerade im medizinischen Alltag werde häufig unterschätzt, wie entlastend ein unauffälliger Befund sein kann. Vorsorge sei nicht die Suche nach Krankheit, sondern ein Mittel, gesund zu bleiben.

Krebs beginnt nicht plötzlich

In der Krebsforschung hat sich in den vergangenen Jahren eine wichtige Erkenntnis durchgesetzt: Tumorerkrankungen entstehen nicht von heute auf morgen. Sie entwickeln sich schrittweise, beeinflusst durch Alter, genetische Faktoren und den Lebensstil.

Prof. von Delius: „Wir wissen heute, dass viele Prozesse sehr früh beginnen. Ob und wie schnell sie voranschreiten, hängt auch von äußeren Einflüssen ab. Ernährung, Bewegung, Körpergewicht, Rauchen oder chronische Entzündungen spielen dabei eine große Rolle.“

Ernährung: Kleine Veränderungen, große Wirkung

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Gleichzeitig zeigen Daten, dass stark verarbeitete Lebensmittel, hoher Fleischkonsum und übermäßiger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko erhöhen können.

Prof. von Delius: „Ernährung ist kein moralisches Thema, sondern ein biologisches. Der Darm reagiert darauf, was wir ihm zuführen. Schon kleine, dauerhafte Veränderungen können das Milieu im Darm verbessern und damit das Risiko senken.“

Dabei gehe es nicht um Verbote, sondern um Balance. Genuss und Gesundheitsbewusstsein müssten sich nicht ausschließen.

Bewegung als unterschätzte Medizin

Neben der Ernährung ist Bewegung einer der wirksamsten, zugleich am meisten unterschätzten Präventionsfaktoren.

Prof. von Delius: „Körperliche Aktivität beeinflusst den Stoffwechsel, das Immunsystem und entzündliche Prozesse. Das alles spielt auch bei der Krebsentstehung eine Rolle. Und wir reden hier nicht von Leistungssport – regelmäßige Bewegung im Alltag reicht bereits aus.“

Über Angst sprechen – nicht schweigen

Ein zentrales Hindernis für Vorsorge bleibt die Angst vor einer möglichen Diagnose. Professor von Delius plädiert für einen offeneren Umgang mit diesem Thema.

Prof. von Delius: „Angst verschwindet nicht, wenn man sie ignoriert. Im Gegenteil. Wer sich informiert und früh handelt, gewinnt Handlungsspielraum. Vorsorge bedeutet Kontrolle, nicht Kontrollverlust.“

Gerade deshalb sei es wichtig, über Krebs nicht erst im Krankheitsfall zu sprechen, vielmehr als Teil einer normalen Gesundheitsvorsorge. Niemand könne garantieren, niemals an Krebs zu erkranken. Aber Prävention könne den Zeitpunkt deutlich hinauszögern oder eine Erkrankung ganz verhindern. „Es geht nicht um absolute Sicherheit, sondern um Wahrscheinlichkeiten. Und diese Wahrscheinlichkeiten lassen sich beeinflussen: durch Vorsorge, durch Lebensstil, durch Aufmerksamkeit für den eigenen Körper“, appelliert von Delius.

Vorsorge ist Fürsorge

Darmkrebsvorsorge ist mehr als eine medizinische Maßnahme. Sie ist Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit der eigenen Gesundheit. Moderne Medizin bietet heute die Möglichkeit, früh einzugreifen, oft lange bevor eine Krebserkrankung entsteht. Wer diese Chance nutzt, entscheidet sich nicht aus Angst, sondern aus Fürsorge.

 

Was Leserinnen und Leser jetzt tun können – Checkliste zum Mitnehmen

  • Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin über die Darmkrebsvorsorge.
  • Nutzen Sie den Stuhltest, wenn eine Darmspiegelung aktuell nicht infrage kommt.
  • Klären Sie familiäre Risiken frühzeitig ab.

Die gesetzlichen Programme zur Darmkrebs-Früherkennung bieten zwei zentrale Wege: die Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) und den immunologischen Stuhltest (iFOBT). Über 10 Millionen Menschen haben seit Einführung der gesetzlichen Koloskopie daran teilgenommen; nach Berechnungen der Felix-Burda-Stiftung konnten dadurch rund 350.000 Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs und 175.000 Todesfälle verhindert werden.

23.02.2026
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