RoMed plant gemeinsames neues Klinikum für Rosenheim und Bad Aibling
Aufsichtsrat stellt Weichen für eine moderne und langfristig sichere Krankenhausversorgung in Stadt und Landkreis. Rund 750 Betten, umfassende Notfallversorgung und gebündelte Spezialmedizin unter einem Dach.
Die RoMed Kliniken wollen die stationäre Versorgung der heutigen Kliniken Rosenheim und Bad Aibling künftig in einem gemeinsamen neuen Klinikum bündeln. Der Aufsichtsrat hat dafür in seiner Sitzung am 17. Oktober 2026 mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss den Weg freigemacht und die Geschäftsführung beauftragt, das Vorhaben weiter auszuarbeiten. Über den Neubau entscheidet die Gesellschafterversammlung; zuvor werden sich Stadtrat und Kreistag mit dem Vorhaben befassen.
Mit rund 750 Betten soll ein modernes Klinikum entstehen, das die medizinischen Kompetenzen beider Häuser zusammenführt und die Versorgung für die Menschen in Stadt und Landkreis langfristig sichert. Geplant sind eine umfassende Notfallversorgung, hochspezialisierte Medizin und eine moderne Infrastruktur mit kurzen Wegen zwischen Notaufnahme, Diagnostik, OP und Intensivmedizin. Das medizinische Leistungsspektrum der beiden Häuser soll im RoMed-Verbund erhalten und weiterentwickelt werden.
„In einer Zeit, in der viele Krankenhäuser vor großen Herausforderungen stehen, setzen Landkreis und Stadt ein klares Zeichen: Wir investieren in eine hochwertige und zukunftssichere Versorgung für die Menschen in unserer Region“, sagt Landrat Otto Lederer. „Das gemeinsame Klinikum ist für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt ebenso da wie für die Menschen in Bad Aibling und im gesamten Landkreis. Ich werde dem Kreistag diesen Weg empfehlen. Unser Ziel ist es, mit dem Neubau zugleich langfristig sichere und attraktive Arbeitsplätze bei RoMed zu erhalten.“
Medizinische Kompetenz an einem Ort
Die Krankenhausversorgung in Deutschland verändert sich grundlegend. Behandlungen werden zunehmend ambulant erbracht und medizinische Leistungen stärker spezialisiert. Mit der Krankenhausreform steigen zudem die Anforderungen an Qualität, Infrastruktur und Mindestfallzahlen. Gleichzeitig werden Fachkräfte knapper. Die RoMed Kliniken haben darauf bereits mit ihrer Medizinstrategie reagiert und die Aufgaben der vier Standorte im Verbund weiterentwickelt. In der heutigen Struktur mit zwei benachbarten Häusern stößt diese Weiterentwicklung jedoch an Grenzen, insbesondere bei der notwendigen Konzentration von Leistungen und bei der Nutzung neuer medizinischer und technologischer Möglichkeiten.
Die Gebäude der Kliniken Rosenheim und Bad Aibling stammen in wesentlichen Teilen aus den 1960er Jahren und benötigen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen. Eine Infrastrukturstudie hat zudem gezeigt, dass eine umfassende Sanierung des Klinikums Rosenheim im laufenden Betrieb nicht sinnvoll umsetzbar ist.
Die Zusammenführung der beiden Häuser eröffnet dagegen die Chance, die Krankenhausversorgung von Grund auf neu zu planen. Fachgebiete, die heute räumlich getrennt arbeiten, können künftig an einem Standort eng zusammenarbeiten. Dadurch entstehen bessere Voraussetzungen für komplexe Behandlungen, interdisziplinäre Zentren und eine leistungsfähige Notfallmedizin.
„Die Krankenhausreform verändert die Versorgung grundlegend. Wir wollen diesen Wandel nicht nur bewältigen, sondern aktiv gestalten“, sagt Oberbürgermeister Abuzar Erdogan. „Mit einem gemeinsamen Neubau schaffen wir die Voraussetzungen für hochmoderne Medizin und sichern eine starke Krankenhausversorgung für Stadt und Landkreis. Zugleich entstehen attraktive Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und viele weitere Berufsgruppen.“
Moderne Versorgung für die kommenden Jahrzehnte
Das neue Klinikum soll konsequent auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden. Vorgesehen sind unter anderem neue interdisziplinäre Zentren beispielsweise für Gefäßmedizin und Kopf-Hals-Tumoren, die in der heutigen Struktur nicht möglich sind. Auch eine Unterbringung überwiegend in Ein- und Zwei-Bett-Zimmern ist vorgesehen.
Ambulante und stationäre Versorgung sowie digitale Angebote werden von Beginn an integriert geplant. Gleichzeitig soll das Klinikum ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten für neue medizinische Verfahren und zukünftige Versorgungsformen bieten. Auch Klimaresilienz, Energieeffizienz und Krisenschutz sollen bei der Planung eine wichtige Rolle spielen.
Die Weiterentwicklung betrifft den gesamten RoMed-Verbund. Prien bleibt Notfallstandort und wird insbesondere in den Bereichen Orthopädie und Sportmedizin weiterentwickelt und schrittweise erneuert. Wasserburg, dessen Neubau 2022 eröffnet wurde, bleibt ebenfalls Notfallstandort mit Innerer Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und soll um ein altersmedizinisches Angebot ergänzt werden.
„Mit dem gemeinsamen Klinikum schaffen wir die Voraussetzungen, die medizinische Versorgung unserer Region langfristig auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken. „Patientinnen und Patienten profitieren von kurzen Wegen, gebündelter medizinischer Kompetenz und einer vollständig neu geplanten Infrastruktur. Gleichzeitig schaffen wir moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden. Diesen Weg werden wir gemeinsam mit ihnen gestalten.“
Standort wird nach Erreichbarkeit und Zukunftsfähigkeit ausgewählt
Für den Neubau wurden 18 Standortoptionen in Stadt und Landkreis systematisch untersucht. Mehrere Standorte werden derzeit vertieft geprüft. Entscheidend sind insbesondere eine gute Erreichbarkeit für die Menschen aus Stadt und Landkreis, die Anbindung an den Rettungsdienst sowie eine ausreichend große Fläche mit langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Gesamtinvestition wird voraussichtlich im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen. Nach derzeitiger Planung soll ein weit überwiegender Teil der förderfähigen Investitionen über die Krankenhausförderung des Freistaats Bayern und den Krankenhaus-Transformationsfonds finanziert werden. RoMed befindet sich hierzu bereits im Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Der verbleibende Eigenanteil ist von Stadt und Landkreis als Trägern zu finanzieren.
Bis zur Inbetriebnahme des neuen Klinikums werden mehrere Jahre vergehen. Zunächst folgen weitere Planungen, die Auswahl des Standorts, politische Entscheidungen sowie die Abstimmungen mit den zuständigen Förder- und Genehmigungsbehörden. Bis dahin arbeiten die bestehenden Kliniken unverändert weiter.
Für die heutigen Klinikstandorte werden parallel langfristige Perspektiven entwickelt. In Bad Aibling sollen insbesondere ambulante medizinische Angebote erhalten und weiterentwickelt werden.
Als Nächstes befassen sich Stadtrat und Kreistag mit dem Vorhaben. Anschließend soll die Gesellschafterversammlung die erforderlichen Beschlüsse fassen. Die Mitarbeitenden der RoMed Kliniken werden in den weiteren Planungsprozess einbezogen.
Gemeinsame Pressemitteilung von Landkreis Rosenheim, Stadt Rosenheim und den RoMed Kliniken
