Neuroradiologie setzt neuen Standard in der minimal‑invasiven Schlaganfallbehandlung
Die Neuroradiologie des RoMed Klinikverbunds am Standort Rosenheim ist als DeGIR-/DGNR-Zentrum für minimal-invasive Schlaganfalltherapie (Modul E) zertifiziert worden. Die Auszeichnung belegt: Patienten erhalten rund um die Uhr Zugang zu mechanischer Thrombektomie und weiteren kathetergestützten Verfahren – mit nachweislich hohen Fallzahlen und dokumentierter Qualität. Das Siegel beinhaltet zudem die anerkannte Ausbildungsbefugnis zum DeGIR Modul E für künftige Spezialistinnen und Spezialisten.
Worum es medizinisch geht
Schlaganfälle sind Zeitkrankheiten: Jede Minute zählt, um Gerinnsel in Hirngefäßen zu entfernen und Folgeschäden zu verhindern. Eine Methode dabei ist die mechanische Thrombektomie (MT), ein Kathetereingriff. Über die Leistenarterie wird ein feines System bis ins verschlossene Hirngefäß vorgeschoben. Das Blutgerinnsel wird mit einem Drahtkorb oder per Sog erfasst und entfernt. Gelingt die Wiedereröffnung frühzeitig, steigen die Chancen, Lähmungen und Sprachstörungen deutlich zu verringern.
Warum die Fallzahlen wichtig sind
Komplexe Eingriffe brauchen Routine. Die geforderten Mindestzahlen sichern Erfahrung im Team und verlässliche Abläufe – von der Alarmierung über die Bildgebung bis zur Therapie im Angiografielabor. Deshalb müssen mindestens 60 Eingriffe pro Jahr und davon 35 mechanische Thrombektomien nachgewiesen werden. Interessant: Im RoMed Klinikum Rosenheim erfolgten im vergangenen Jahr über 100 Thrombektomien.
Was das Zertifikat bedeutet
Die Zertifizierung beruht auf objektiven Kriterien: neben Mindestfallzahlen, der Teilnahme am DeGIR‑Qualitätssicherungsregister, einer definierten apparativen Ausstattung und interdisziplinäre Strukturen sind mindestens zwei Neuroradiologen im Team nach dem Modul‑E qualifiziert. „Für Menschen mit einem Schlaganfall bedeutet das vor allem Sicherheit: Wir sind zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit – mit einem Team, das Blutgerinnsel im Gehirn per Katheter schnell und sicher entfernen kann“, sagt Dr. Charlotte Rüther, Chefärztin der Klinik für Neuroradiologie am RoMed Klinikum Rosenheim.
Ausbildungskompetenz inklusive
Mit der Anerkennung als DeGIR-/DGNR-Zentrum (Modul E) ist das RoMed Klinikum Rosenheim berechtigt, Ärztinnen und Ärzte in der minimal-invasiven Schlaganfalltherapie strukturiert weiterzubilden. Hospitationen und festgelegte Trainingspfade sorgen dafür, dass die Expertise wächst – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.
„Die Zertifizierung krönt eine Erfolgsgeschichte: Vor vier Jahren haben wir die Neuroradiologie aufgebaut, heute gehören wir zu den spezialisierten Zentren und stärken die Versorgung in der Region nachhaltig. Zugleich machen wir den Standort attraktiv für künftige Spezialisten“, so Dr. Martina Bielawski, Kaufmännische Leiterin des RoMed Klinikums Rosenheim.
DeGIR/DGNR
Die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) zertifizieren Zentren auf Grundlage eines strukturierten Modul‑ und Stufenkonzepts. Das Modul E umfasst die minimal-invasive Schlaganfalltherapie. Ziel ist es, hohe Standards zu sichern und flächendeckend verfügbar zu machen.
Über die Neuroradiologie am RoMed Klinikum Rosenheim
Die Neuroradiologie bietet das gesamte Spektrum der Bildgebung von Gehirn und Wirbelsäule – und minimal-invasive Therapien im Kopf‑Hals‑Bereich. Schwerpunkte sind die Behandlung von Engstellen an Hals- und Hirnarterien sowie die akute Schlaganfalltherapie. Modernste CT-/MRT-Diagnostik und ein hochspezialisiertes Angiografielabor stehen rund um die Uhr bereit.