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Rosenheimer Kardiologietag: Herzmedizin, Prävention und globale Entwicklungen im Fokus

Organisatoren und Referenten des Rosenheimer Kardiologietages: v.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Dr. Stefan Gozolits, PD Dr. Thomas Pusl, Dr. Uwe Biller, Prof. Dr. Christian Thilo, Dr. Jan Kaufmann, Prof. Dr. Teresa Trenkwalder, Dr. Matthias Keller, Prof. Dr. Christian Tesche, Prof. Dr. Tobias Reude
Organisatoren und Referenten des Rosenheimer Kardiologietages: v.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Dr. Stefan Gozolits, PD Dr. Thomas Pusl, Dr. Uwe Biller, Prof. Dr. Christian Thilo, Dr. Jan Kaufmann, Prof. Dr. Teresa Trenkwalder, Dr. Matthias Keller, Prof. Dr. Christian Tesche, Prof. Dr. Tobias Reude
Zahlreiche Interessierte informierten sich beim Rosenheimer Kardiologietag über aktuelle Entwicklungen in der Herzmedizin.
Zahlreiche Interessierte informierten sich beim Rosenheimer Kardiologietag über aktuelle Entwicklungen in der Herzmedizin.
Die Organisatorinnen freuen sich über die gut besuchte Veranstaltung.
Die Organisatorinnen freuen sich über die gut besuchte Veranstaltung.
Reges Interesse herrschte bei der Industrieausstellung.
Reges Interesse herrschte bei der Industrieausstellung.

Der Rosenheimer Kardiologietag 2026 hat erneut gezeigt, wie dynamisch sich die moderne Herzmedizin entwickelt. Rund 120 Expertinnen und Experten der Fachcommunity folgten der Einladung von RoMed-Chefarzt Prof. Dr. Christian Thilo und dem Leiter der Elektrophysiologie Oberarzt Dr. Jan Kaufmann, um aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen zu diskutieren.

Für einen besonderen Rahmen sorgte in diesem Jahr der virtuelle Begleiter Karl Valentin, dessen pointierte Gedanken das wissenschaftliche Programm immer wieder mit humoristischen Zwischentönen auflockerten.

Neue Verfahren bei Herzrhythmusstörungen im Fokus

Ein Schwerpunkt lag auf der Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Dr. Jan Kaufmann stellte die sogenannte „Pulsed Field Ablation“ als schonendes, wirkungsvolles und sicheres Ablationsverfahren vor, das als Weiterentwicklung klassischer Verödungstechniken zur Behandlung von Vorhofflimmern gilt.

Prof. Dr. Leif-Hendrik Boldt von der Charité Berlin diskutierte im Anschluss aktuelle Daten zur Schlaganfallprävention nach solchen Eingriffen. Im Mittelpunkt stand die weiterhin offene Frage, ob und wie lange eine Blutverdünnung notwendig ist und welche Patienten von alternativen Verfahren wie dem Vorhofohrverschluss profitieren könnten.

Prävention gewinnt weiter an Bedeutung

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Präventivmedizin. Dabei wurde die wachsende Bedeutung moderner Medikamente zur Behandlung von Herzinsuffizienz, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen betont. Neu entwickelte Substanzen wie SGLT-2 Hemmer oder GLP-1 Agonisten bieten einen entscheidenden Fortschritt in der Therapie.

Gleichzeitig wurde kritisch hinterfragt, welchen Nutzen routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich haben. Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, ehemaliger Direktor der I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg, machte deutlich, dass mehr Diagnostik nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führt und eine gezielte Indikationsstellung immer wichtig ist.

Fortschritte bei Herzklappen und strukturellen Erkrankungen

Bei Erkrankungen der Herzklappen standen minimalinvasive Verfahren im Mittelpunkt. Dr. Matthias Keller, Oberarzt Medizinische Klinik 1, RoMed Klinikum Rosenheim stellte moderne kathetergestützte Therapien bei Trikuspidalklappeninsuffizienz vor, die insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Patientinnen und Patienten neue Behandlungsoptionen eröffnen.

Auch bei strukturellen Herzerkrankungen wurden aktuelle Entwicklungen vorgestellt, die auf eine individuellere Therapie von Herzschwäche und Herzmuskelerkrankungen abzielen.

US-Politik mit direktem Einfluss auf Europa und medizinische Versorgung im Krieg

Ein besonderes Interesse galt dem Vortrag von Prof. Dr. Stephan Bierling, Professor für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen der Universität Regensburg. Unter dem Titel „17 Monate Trump 2.0“ analysierte er die politischen Entwicklungen in den USA und deren mögliche Auswirkungen auf Europa.

Der bildstarke Vortrag eines Oberfeldarztes der Bundeswehr verlangte starke Nerven. Mit großer Eindringlichkeit schilderte er die medizinische Versorgung in den ukrainischen Kriegsgebieten und machte deutlich, welche Herausforderungen im Falle einer Ausweitung der Kampfhandlungen auch auf deutsche Krankenhäuser zukommen könnten.

Medizin zwischen High-Tech und Praxis

Abgeschlossen wurde das Programm durch den leitenden Oberarzt der Medizinischen Klinik 1, Dr. Stefan Gozolits. Er bot Einblicke in die interventionelle Kardiologie, insbesondere in komplexe Eingriffe im Herzkatheterlabor bei schweren Gefäßerkrankungen und akuten Notfallsituationen. Diese Entwicklungen unterstreichen den Trend zu immer präziseren und gleichzeitig schonenderen Verfahren.

Austausch und Ausblick

Neben dem wissenschaftlichen Programm nutzten die Teilnehmenden intensiv die Gelegenheit zum kollegialen Austausch und zum Besuch der Industrieausstellung. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz und betonten die Bedeutung des Kardiologietages als etablierte Plattform für medizinischen Wissenstransfer und interdisziplinären Dialog in der Region.

01.07.2026
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