Chefarztwechsel in der Urologie
Nach zwanzig prägenden Jahren an der Spitze der Urologischen Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim hat Chefarzt Dr. Markus Wöhr im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums die Leitung an Dr. Christian Bach übergeben. Die feierliche Staffelstabübergabe fand am „Unabhängigkeitstag der USA“ statt – ein Datum, das Wöhr in seiner Grundsatzrede mit feinem Humor und persönlicher Note aufgriff.
„Das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“ – mit diesen von Thomas Jefferson vor 250 Jahren formulierten Grundrechten aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung spannte der scheidende Chefarzt den Bogen von der politischen Geschichte zur eigenen beruflichen Biografie. Für seine Zukunft bedeute das Recht auf Leben vor allem die Reduktion von Stressfaktoren, das Recht auf Freiheit die Befreiung von der täglichen Bürde der Verantwortung und ein Leben jenseits des Chefarztbüros.
Beim „Recht auf Glück“ aber wurde Wöhr ernst. Glück, so beschrieb er, bedeute für ihn „eine tiefe Zufriedenheit mit dem eigenen Tun – besonders dann, wenn es gelingt, Leiden zu lindern“. Er hob dabei die besondere Arzt‑Patienten‑Beziehung hervor, die für ihn stets im Mittelpunkt seines Handelns stand.
Zwei Jahrzehnte, die einen Fachbereich geprägt haben
RoMed‑Geschäftsführer Dr. Ulrich Schulze würdigte Wöhr in seiner Ansprache als Arzt und Führungspersönlichkeit, die das Haus über zwei Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt habe: „Seit dem 1. Januar 2007 haben Sie die Urologie geführt. Wer so lange eine Abteilung leitet, hat nicht nur eine fünfstellige Zahl an Patienten behandelt, sondern eine Klinik und ein Team geformt. Dafür unseren herzlichen Dank“, sagte Schulze.
Besonderes Gewicht legte der Geschäftsführer auf Wöhrs Rolle im onkologischen Bereich. Das Nierenkrebszentrum sei aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt worden, von 2009 bis 2019 habe es zudem ein Prostatakrebszentrum am RoMed Klinikum Rosenheim gegeben. Ein zentrales Thema in Wöhrs Amtszeit war die Einführung der OP‑Robotik. Bereits 2009 hatte er die Anschaffung eines Roboters angestoßen. Doch bis zur Umsetzung sollte einige Zeit vergehen. Umso mehr würdigte er Wöhrs Ausdauer: „Sie sind hier nicht müde geworden, das Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen, um die Zukunftsfähigkeit der Urologie und die Qualität der Versorgung sicherzustellen.“
Mit einem Augenzwinkern ging Schulze auch auf Wöhrs trockenen Humor ein: „Manchmal braucht es im Klinikalltag genau diese Art von Humor, um die Schwere des Alltags auszuhalten. Auch das hat Ihr Team geprägt.“ In seiner Bilanz unterstrich Schulze, dass die urologische Klinik heute auf einem tragfähigen Fundament steht: „Sie übergeben eine solide und moderne Urologie. Sie haben Strukturen aufgebaut, die über Ihre aktive Zeit hinauswirken werden.“
Wöhr selbst blickte zufrieden zurück. Besonders stolz sei er darauf, die Entwicklung vieler Kolleginnen und Kollegen begleitet zu haben – „vom Berufsanfänger hin zur renommierten Urologin oder zum renommierten Urologen“.
Nahtloser Übergang: Dr. Christian Bach übernimmt
Mit der offiziellen Übergabe an Dr. Christian Bach schloss Wöhr das Symposium. „Ich übergebe die Abteilung mit großer Zuversicht in gute Hände und wünsche meinem Nachfolger alles Gute für die neue Aufgabe“, sagte er zum Abschluss.
Ganz verabschiedet sich Wöhr indes nicht aus dem Berufsleben: Er wird künftig im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der RoMed Kliniken weiterarbeiten und damit der Patientenversorgung verbunden bleiben.