Moderne Frauenmedizin: Von der Robotik bis zur Immuntherapie
Robotik, ambulante Geburtseinleitung und moderne Immuntherapie im Fokus
Robotische Operationsverfahren, ambulante Möglichkeiten bei der Geburtseinleitung und neue Herausforderungen durch moderne Immuntherapien: Beim diesjährigen Gynäkologisch-Geburtshilflichen Herbstsymposium diskutierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie aktuelle Entwicklungen in der Frauenmedizin die Versorgung von Patientinnen weiter verändern. Rund 70 Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen und medizinisches Fachpersonal aus Stadt und Landkreis Rosenheim nahmen an der Veranstaltung teil.
„Nur wenn Gynäkologen, Hebammen und weitere Fachrichtungen eng zusammenarbeiten, können wir individuelle, leitliniengerechte Betreuung gewährleisten und unsere Patientinnen bestmöglich von den neuesten Entwicklungen profitieren lassen“, betonte Privatdozent Dr. Andreas Schnelzer, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Organisator des Symposiums.
OP-Robotik bei Senkungsbeschwerden
Wie moderne Medizintechnik die operative Behandlung verändern kann, zeigte Dr. Gerlinde Götz, Leitende Oberärztin am RoMed-Standort Rosenheim am Beispiel des Einsatzes des OP-Roboters in der Deszensuschirurgie. Bei einem Deszensus, einer Senkung von Organen im Beckenbereich, können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Bei geeigneten Patientinnen ermögliche die robotische Unterstützung gerade bei anspruchsvollen Eingriffen eine sehr präzise und kontrollierte Arbeit, erläuterte die Expertin.
Geburtsvorbereitende Maßnahmen: Unter bestimmten Voraussetzungen ambulant möglich
Auch in der Geburtshilfe ging es um die Frage, wie medizinische Sicherheit und eine möglichst individuelle Betreuung miteinander verbunden werden können. Dabei wurden neue Daten zur ambulanten Reifung des Gebärmutterhalses mit dem sogenannten Cook-Ballon vorgestellt.
Für werdende Mütter ist dabei vor allem eine Frage relevant: Müssen geburtsvorbereitende Maßnahmen immer mit einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus beginnen? Durch behutsame Dehnung des Gebärmutterhalses erhöht man die Wahrscheinlichkeit für Wehen, erklärte ausführlich Dr. Angela Kirschenhofer, Leiterin der Pränatalen Medizin und Geburtshilfe am Klinikum Rosenheim.
Moderne Immuntherapien stellen neue Anforderungen
Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit der aktuellen Krebsmedizin. Moderne Immuntherapien haben die Behandlung verschiedener Krebserkrankungen erweitert. Gleichzeitig können sie Nebenwirkungen auslösen, die andere Organe betreffen und deshalb manchmal schwer einzuordnen sind. Fachärztin Dr. Maria Huber gab konkrete Tipps, woran alle Ärztinnen und Ärzte denken müssen, um Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.
Von der Geburtshilfe bis zur Onkologie
Neben diesen drei Schwerpunkten wurden beim Symposium neue Systemtherapien bei Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren sowie neue Behandlungsoptionen bei Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und Schlafstörungen während einer antihormonellen Brustkrebstherapie vorgestellt. Dr. Ulrich Schatz, Facharzt für Humangenetik und Leiter der Gynäkologischen Tumorgenetik an der Frauenklinik der TU München erörterte zudem die Frage, wann eine genetische Beratung von Patienten und der gesamten Familie sinnvoll ist.
Die begleitende Industrieausstellung bot in den Pausen Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vorgestellten Themen vertiefen, Erfahrungen aus der Praxis teilen und neue Impulse für ihre tägliche Arbeit gewinnen.