Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd stärkt Versorgung in drei Landkreisen
Wohnortnahe Spitzenmedizin für 590.000 Menschen
Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache. Während die Erkrankungsrate bei Frauen in Deutschland noch steigt, sinken die Zahlen bei Männern nur langsam. Zugleich zeigen Studien: Wer in zertifizierten Krebszentren behandelt wird, lebt im Schnitt länger, erleidet weniger Komplikationen und profitiert von besserer Operationsqualität. Jetzt hat das Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd am Standort Rosenheim die Auszeichnung „Lungenkrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.“ erhalten und ist damit eines von nur 13 in ganz Bayern. Das Krankenhaus Agatharied, das Klinikum Ebersberg München Ost und das RoMed Klinikum Rosenheim bündeln damit nachweislich ihre Kräfte – für eine wohnortnahe Versorgung auf Spitzenniveau in drei Landkreisen.
Ein Netzwerk – drei Landkreise, ein Qualitätsstandard
Das Zentrum spannt ein Versorgungsnetz über den südostbayerischen Raum. Der Standort Rosenheim übernimmt die interdisziplinäre Steuerung. Die Diagnostik und onkologische Therapie findet, mit Ausnahme einer etwaigen operativen Entfernung des Tumors, die zentral in Rosenheim erfolgt, wohnortnah in den beteiligten Häusern statt. Verdächtige Lungenbefunde werden in eigens eingerichteten pneumologischen Sprechstunden rasch abgeklärt.
Jeder Fall mit Krebsverdacht oder gesicherter Diagnose wird anschließend in der zentralen Tumorkonferenz im RoMed Klinikum Rosenheim vorgestellt. Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen legen dort gemeinsam den individuellen Behandlungsplan fest – leitliniengerecht und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Die Thoraxchirurgie in Rosenheim übernimmt, wenn nötig, die Operation. „Unsere erfahrenen Chirurgen operieren überwiegend minimalinvasiv und je nach Indikation auch mit Hilfe des OP-Roboters daVinci. Dabei werden sehr gute Ergebnisse erzielt“, heißt es aus dem Team um Prof. Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Medikamentöse Therapien und Bestrahlungen finden anschließend wieder heimatnah in Ebersberg, Agatharied oder Rosenheim statt.
Zertifikat mit Folgen – was Patientinnen und Patienten davon haben
Zertifizierte Lungenkrebszentren unterliegen strengen Vorgaben. Sie müssen hohe Mindestfallzahlen erreichen, interdisziplinäre Tumorkonferenzen nachweisen, strukturierte Kooperationen mit niedergelassenen Praxen pflegen und jedes Jahr in einem Audit zeigen, dass sie die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft weiter erfüllen.
Früherkennung mit Niedrigdosis‑CT – Chance für Hochrisikogruppen
Ein besonderer Baustein im Oberbayern‑Süd‑Netzwerk ist das Lungenkrebsscreening mittels CT-Diagnostik bei besonders geringer Strahlenbelastung. Angeboten wird es in Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten, radiologischen Praxen sowie dem RoMed Klinikum Rosenheim als reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Der Ablauf ist bewusst schlank: Regionale Haus- und Facharztpraxen beraten medizinisch und prüfen die individuellen Teilnahmevoraussetzungen wie Risikoprofil und Rauchhistorie. Auf Überweisung folgt bei entsprechender Qualifikation eine Terminvergabe in einer nahegelegenen radiologischen Praxis für ein strahlensparendes Niedrigdosis-CT. Die standardisierte Bildauswertung, auch mittels künstlicher Intelligenz, führt zu einem schnellen und zuverlässigen Ergebnis. „Die Einbindung in das zertifizierte Lungenkrebszentrum stellt sicher, dass auffällige Befunde rasch weiter abgeklärt und Patienten nach den aktuellen S3-Leitlinien behandelt werden“, betont Prof. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 – Schwerpunkt Pneumologie – am RoMed Klinikum Rosenheim. Ziel ist es, Lungenkrebs frühzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu erkennen und damit zu heilen.
Hausärzte im Zentrum des Netzwerks
Die Hausärztinnen und Hausärzte der Region bleiben erste Ansprechpersonen für ihre Patientinnen und Patienten. Sie kennen die Menschen, ihre Lebensumstände und Vorerkrankungen. Für sie bietet das Lungenkrebszentrum klare Strukturen: feste Ansprechpartner, direkte Durchwahlnummern, standardisierte Überweisungspfade und die Möglichkeit, Fälle in der Tumorkonferenz vorzustellen.
„Es gibt einen klar definierten Behandlungsprozess über Landkreisgrenzen hinweg. In kooperativer Zusammenarbeit werden so beispielsweise auch Doppeluntersuchungen vermieden. Unsere Patientinnen und Patienten sollen nicht erst in die Großstadt fahren müssen, um eine Therapie auf Spitzenniveau zu erhalten“, unterstreicht Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken.





