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Mit unseren vier Kliniken in Rosenheim, Bad Aibling, Prien am Chiemsee und Wasserburg sowie mit den 22 Facharztpraxen unseres MVZ versorgen wir die Region.
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News aus Prien

Wach durch eine lange Operation: Erstmals kontinuierliche Spinalanästhesie an der RoMed Klinik Prien

Ein Beitrag der Anästhesie Prien

Drei Stunden Operation am Hüftgelenk - und der Patient war die ganze Zeit wach, ansprechbar und ohne Beschwerden. Möglich gemacht hat dies ein eingespieltes Team aus Chirurgie und Anästhesie sowie ein Verfahren, das in Prien jetzt erstmals zum Einsatz kam.

Für den 75-jährigen ehemaligen Techniker war die Ausgangslage nicht einfach. Eine schwere Lungenerkrankung machte ihm bereits im Alltag zu schaffen und flach auf dem Rücken zu liegen, fiel ihm atembedingt äußerst schwer. Gleichzeitig brauchte er dringend eine aufwendige Operation am Hüftgelenk: ein eingebrachtes Implantat aus einem früheren Knochenbruch musste bei Arthroseschmerzen und unterschiedlicher Beinlänge nun entfernt werden, bevor ein neues künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden konnte.

Anspruchsvolle Chirurgie über zwei Zugänge

Die operative Versorgung lag in den Händen von Prof. Dr. Florian Schmidutz und dem eingespielten Priener OP-Team.

Ein derartiger Wechseleingriff ist deutlich anspruchsvoller als das erstmalige Einsetzen eines neuen Gelenks. Zunächst musste das alte Implantat vollständig entfernt werden. Im Anschluss erfolgte über einen zweiten Zugang die Implantation einer neuen Hüftendoprothese mit sorgfältigem Ausgleich der zuvor bestehenden Beinlängendifferenz. Die Komplexität des Revisionseingriffs erforderte rund drei Stunden konzentrierte Arbeit.

Genau diese Dauer ist auch für die Anästhesie eine besondere Aufgabe. Eine Vollnarkose mit künstlicher Beatmung hätte für den Patienten ein erhebliches Risiko bedeutet. Eine gewöhnliche Spinalanästhesie („Rückenmarksnarkose“), die bereits in der RoMed-Klinik Prien standardisiert bei Hüft- oder Gelenksoperationen eingesetzt wird, hätte für einen so langen Eingriff aufgrund der eingeschränkten Wirkdauer nicht ausgereicht.

Erstmals in Prien eingesetzt – die CSA

Die Lösung war die sogenannte kontinuierliche Spinalanästhesie - kurz CSA. Dabei wird nicht einmalig ein Betäubungsmittel gespritzt, sondern durch den Narkosearzt ein hauchdünner Katheter in die Nähe des Rückenmarks eingelegt, über den die Betäubung während der gesamten Operation in kleinen Schritten verabreicht wird. Das ermöglicht eine exakte Steuerung der Spinalanästhesie. Zur genauen Orientierung und exakten Platzierung an der Wirbelsäule wird in der RoMed-Klinik Prien für jede Spinalanästhesie zusätzlich Ultraschall genutzt.

Mit Hilfe des Verfahrens konnten Chirurgie und Anästhesie sich jederzeit abstimmen, ohne dass der Zeitdruck einer nachlassenden Betäubung im Raum stand.

Erfunden wurde das Verfahren schon 1906 - bewährt und gut dokumentiert. Dass es heute nur wenige Kliniken anbieten, liegt unter anderem daran, dass erst seit Kurzem neue Materialien für die Katheter zur Verfügung stehen und es Zeit, viel Erfahrung in der Regionalanästhesie und eine enge Abstimmung im Team braucht. Für unseren Patienten hat sich dieser Aufwand gelohnt.

Der Eingriff verlief erfolgreich. Der Patient brauchte zu keinem Zeitpunkt eine Vollnarkose und war während und nach der Operation jederzeit voll ansprechbar. Unsere engagierten Pflegekräfte und Physiotherapeuten begleiteten ihn anschließend Schritt für Schritt zurück auf die Beine.

Ein Gewinn für unsere Patientinnen und Patienten an der RoMed-Klinik Prien

Gerade für Menschen mit Vorerkrankungen an Herz oder Lunge, die eine Operation an den unteren Extremitäten benötigen, kann die CSA eine schonende Alternative sein. Sie ermöglicht Eingriffe, bei denen eine Vollnarkose zu riskant wäre.

Damit solche Verfahren umsetzbar sind und auch neue Verfahren etabliert werden können, ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit vor, während und nach der Operation unabdingbar.

Die erfolgreiche Einführung der CSA an der RoMed-Klinik Prien ist das Ergebnis einer chirurgisch anspruchsvollen Versorgung durch den Operateur Prof. Dr. Schmidutz vom Orthozentrum Rosenheim, der innovativen anästhesiologischen Versorgung durch den Regionalanästhesie-Spezialisten Dr. Valle sowie der Arbeit des gesamten chirurgischen (Ärztlicher Direktor Dr. med. Martin Primbs) und anästhesiologischen Teams in Prien (Leitung Dr. med. Stephan Mayer) – und nicht zuletzt eines motivierten und interessierten Patienten.

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