Fuß und Sprunggelenk: neues Zentrum verbindet regionale Versorgung und Leistungssport
PD Dr. Hubert Hörterer ist in der RoMed Klinik Prien angekommen: Der erfahrene Chirurg, Privatdozent an der LMU München und langjährige Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes verstärkt bereits das Team und führt gemeinsam mit Dr. Sebastian Altenberger das neu gegründete Zentrum für Fuß‑ und Sprunggelenkchirurgie. Ihre Aufgabe ist klar: ein spezialisiertes Versorgungsangebot zu festigen, das hochmoderne, gelenkerhaltende und rekonstruktive Verfahren ebenso beherrscht wie die Betreuung von Spitzensportlern und verletzten Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen.
Sein Einsatz in Prien ist mehr als ein personeller Gewinn; er ist ein Signal. Hörterers wissenschaftliche Vernetzung – in Fachgesellschaften und in der Spitzensportmedizin – verspricht, wertvolle Klinikerfahrung mit Forschung zu verknüpfen. „Wir freuen uns sehr über den personellen Zugewinn und blicken der Zusammenarbeit mit einem herausragenden klinischen Experten wie Herrn PD Dr. Hörterer erwartungsfroh entgegen“, sagt Maren Engelbrecht, Kaufmännische Leiterin der RoMed Klinik Prien. „Der Ausbau des Fachbereichs Fuß‑ und Sprunggelenkschirurgie ergänzt die medizin-strategische Ausrichtung der Klinik in idealer Weise. Für die regionale Bevölkerung bedeutet das: kürzere Wege zu hoch spezialisierter Versorgung.“
Im Gespräch erzählt PD Dr. Hörterer wie aus gebündelter Expertise ein dauerhaftes Zentrum wird und welche Ansprüche an Technik, Team und Therapie dem gerecht werden.
Warum haben Sie sich auf Fuß‑ und Sprunggelenkschirurgie spezialisiert?
Der Fuß ist ein fein strukturiertes Meisterwerk aus Knochen, Sehnen und Bändern – die Basis unserer Mobilität. Schmerzt er, leidet die Lebensqualität. Mich fasziniert, wie präzise Eingriffe an komplexen Strukturen große Auswirkungen auf Beweglichkeit und Schmerzfreiheit haben können. Mein Ziel: Menschen wieder sicher und mit Freude gehen lassen – im Alltag, beim Wandern oder im Sport.
Was hat Sie motiviert, nach Prien zu wechseln und gemeinsam mit Dr. Altenberger das Zentrum aufzubauen?
Die Möglichkeit, in einer der schönsten Regionen, ein klar positioniertes, hochspezialisiertes Zentrum aufzubauen, hat mich überzeugt. Mit Dr. Altenberger verbindet mich die Vision, modernste Fuß- und Sprunggelenkchirurgie auf höchstem Niveau mit persönlicher Betreuung zu kombinieren. Prien bietet dafür ideale Voraussetzungen – strukturell wie menschlich.
Welche Rolle spielen Ihre Erfahrungen als Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes?
Im Leistungssport zählen Präzision, schnelle Diagnostik und ein klar strukturierter Therapieplan. Diese Erfahrung hilft mir auch im Alltag: Jede Patientin und jeder Patient profitiert von einer individuellen, zielorientierten Behandlung – unabhängig davon, ob es um eine sportliche Rückkehr oder schmerzfreie Alltagsmobilität geht. Bestes Beispiel: Snowboarderin und Olympionikin Ramona Hofmeister. Wir haben sie in Prien nach modernster Technik operativ versorgt und dadurch konnte sie bei den Olympischen Winterspielen starten.
Wie definieren Sie in Ihrer Praxis „gelenkerhaltend“ und wann bevorzugen Sie rekonstruktive operative Verfahren?
„Gelenkerhaltend“ bedeutet für mich, natürliche Strukturen so lange wie möglich zu bewahren. Bevor wir an Gelenkersatz oder Versteifung denken, korrigieren wir Fehlstellungen, rekonstruieren Sehnen und schützen, wo möglich, den Knorpel. Rekonstruktive Verfahren bevorzugen wir immer dann, wenn sie langfristig Stabilität, Schmerzfreiheit und Funktion sichern.
Wie gehen Sie mit Risikopatienten wie Diabetiker oder Raucher um, die Fußprobleme haben?
Gerade bei Risikopatienten ist eine sorgfältige Planung entscheidend. Wir beziehen internistische und diabetologische Expertise mit ein und optimieren – wenn möglich – vorab Stoffwechselwerte oder Gefäßsituation. Transparente Aufklärung und eine engmaschige Nachsorge sind Pflicht. So senken wir das Komplikationsrisiko und erhöhen die Chance auf ein gutes Ergebnis.
Welche rekonstruktiven Verfahren sind Ihre Spezialität und wie integrieren Sie innovative Techniken in Diagnostik und Therapie?
Zu meinen Schwerpunkten zählen komplexe Rückfuß- und Vorfußkorrekturen, Band- und Knorpelrekonstruktionen am Sprunggelenk, gelenkerhaltende Umstellungsosteotomien, Revisionseingriffe nach Voroperationen sowie der endoprothetische Ersatz des Sprunggelenks. Diagnostisch setze ich auf moderne Bildgebung und präoperative 3D-Planung. Wenn möglich operiere ich minimalinvasiv, endoskopisch und nanoskopisch. Das schont Gewebe, senkt das Risiko von Wundheilungsstörungen und reduziert häufig die Nachbehandlungsdauer.
Modernste Implantate können zusätzlich das postoperative Ergebnis positiv beeinflussen. Entscheidend ist ein klarer Nutzen: Innovation kommt nur dort zum Einsatz, wo sie nachweislich einen Vorteil für Patientinnen und Patienten bietet.
Wie stellen Sie die interdisziplinäre Versorgung sicher?
Ein optimales Ergebnis entsteht im Team. Wir arbeiten eng mit Anästhesie, OP-Pflege, konservativer Orthopädie, hausärztlichen Praxen, Physiotherapie, Rehabilitation und – bei Bedarf – Diabetologie zusammen. So begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten vom ersten Gespräch bis zur vollständigen Genesung.
Was sollten Patienten über das neue Zentrum wissen – und welchen praktischen Rat geben Sie Menschen mit Fuß‑ oder Sprunggelenksbeschwerden?
Unser Zentrum steht für spezialisierte, individuelle und wissenschaftlich fundierte Behandlung. Wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Diagnostik und entwickeln gemeinsam mit dem Patienten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept. Die hohe Nachfrage aus der Region und von internationalen Patienten bestätigt unseren Ansatz.
Mein Rat: Warten Sie bei anhaltenden Beschwerden nicht zu lange. Frühzeitige Diagnostik eröffnet sehr häufig die Möglichkeit auf gelenkerhaltende Therapiestrategien – und hilft, langfristige Schäden zu vermeiden.