AVNRT

Die AV-Knoten (engl. „node“)-Reentry-Tachykardie (abgekürzt AVNRT) ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die ihren Ursprung auf Ebene der Vorhöfe hat. Die Herzfrequenz beträgt dabei meist 150-200/min (selten bis 220/min). Die Tachykardie („Herzrasen“) tritt schlagartig auf („wie ein Lichtschalter“), ist regelmäßig („wie ein Uhrwerk“) und endet ebenso plötzlich. Terminiert die Tachykardie nicht spontan,  ist eine akute medikamentöse Therapie durch spezielle intravenöse Rhythmusmedikamente notwendig. Die AVNRT tritt meist erstmals im jungen Erwachsenenalter und etwas häufiger bei Frauen auf. Die Betroffenen spüren während der Tachykardie neben Herzrasen oft ein Pulsieren der Halsvenen, was durch eine nahezu gleichzeitige Erregung der Herzvorhöfe und -kammern zu erklären ist.

Elektroanatomische Grundlage der AVNRT ist eine spezielle Leitungseigenschaft des den AV-Knoten umgebenden Gewebes. Vereinfacht dargestellt haben Patienten mit AVNRT keine homogenen Leitungseigenschaften des rechten Vorhofs, sondern einen schnell („fast-pathway“) und einen langsam („slow-pathway“) leitenden Bereich. Durch eine Extrasystole (manchmal verspürt als „Herzstolpern“) wird dann eine kreisende Erregung in der Region des AV-Knotens ausgelöst.

Die AVNRT lässt sich sehr sicher und mit sehr hoher Erfolgsrate mittels Hochfrequenzstrom (Katheterablation, Gewebeverödung) behandeln. Ziel der Verödung ist dabei die sog. „slow-pathway“-Region. 

Manchmal dauern die Episoden nur sehr kurz an, so dass keine EKG-Dokumentation gelingt. Bei typischen Symptomen mit entsprechendem Leidensdruck kann in solchen Fällen auch direkt eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) in Ablationsbereitschaft erfolgen. Das Vorgehen kann im Vorgespräch in der Rhythmussprechstunde festgelegt werden.

Dr. med.
Jan Kaufmann

Ärztlicher Leiter





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