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„War das ein Anfall?“ – Wie neue Angebote die Epilepsieversorgung in der Region stärken

(v.l.): Die Epileptologen Dr. Johannes Lang, Dr. Tamara Welte und Chefarzt Prof. Dr. Joji Kuramatsu
(v.l.): Die Epileptologen Dr. Johannes Lang, Dr. Tamara Welte und Chefarzt Prof. Dr. Joji Kuramatsu

Als Anna M. (Name geändert), 28, zum ersten Mal „weg“ war, dauerte es kaum 20 Sekunden. Sie saß im Büro, starrte ins Leere, reagierte nicht. Danach fehlte jede Erinnerung. War es Stress, der Kreislauf oder doch etwas Ernstes? Es blieb nicht bei diesem einen Moment. Mit jedem weiteren Vorfall wuchs die Unsicherheit. „War das ein Anfall?“ Diese Frage stellen sich viele, die erstmals solche Episoden erleben. Sie ist verbunden mit der Sorge, mit Angst vor dem nächsten Ereignis und oft auch mit Scham gegenüber Kollegen oder dem privaten Umfeld. Der Weg zur Klärung beginnt selten geradlinig.

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Mehr als 50 Millionen Menschen sind betroffen.  Jährliche Aktionstage wollen aufklären und dazu beitragen Vorurteile abzubauen. Denn Epilepsie bedeutet nicht automatisch große Krampfanfälle. Manchmal sind sie kaum sichtbar: kurze Aussetzer, ungewöhnliche Bewegungen, plötzliche Verwirrtheit.

Schneller Klarheit schaffen

In den vergangenen zwölf Monaten hat sich am RoMed Klinikum Rosenheim in der epileptologischen Behandlung viel getan. Gemeinsam mit dem kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg wurde eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) aufgebaut. Sie richtet sich an Menschen mit komplexen oder schwer einstellbaren Epilepsien. Mehrere Fachdisziplinen arbeiten hier eng zusammen.

Kapazitäten für Sprechstunden sowie EEG- und MRT-Diagnostik wurden ausgebaut und Abläufe für eine raschere Versorgung standardisiert. Ein EEG (die Elektroenzephalografie) misst die elektrische Aktivität des Gehirns. Zum erweiterten Spektrum zählen nun Langzeit-EEGs, Ableitungen mit Zusatzelektroden und sogenannte Provokations-EEGs, etwa nach Schlafentzug. Übrigens: Auch in der Zentralen Notaufnahme und auf Intensivstationen stehen erweiterte diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung.

„Viele unserer Patienten wünschen sich vor allem eines: Planbarkeit“ sagt Prof. Dr. Joji Kuramatsu, Chefarzt der Neurologie. „Sicherheit im Beruf, beim Autofahren, beim Sport oder auf Reisen und eine verlässliche Anlaufstelle, wenn Fragen auftauchen. Genau dafür sind wir da.“

Zwei Drittel werden mit dem ersten Medikament anfallsfrei

Der Weg zur stabilen Therapie verläuft unterschiedlich. In rund zwei Dritteln der Fälle führt bereits das erste Medikament zur Anfallsfreiheit. Manchmal braucht es jedoch Geduld und mehrere Anpassungen. Entscheidend ist eine sorgfältige Diagnostik.

„Die Phase der Abklärung ist für viele eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen“, sagt Dr. Johannes Lang, Oberarzt der Neurologie. Das ist ein Grund warum der Epileptologe den Aufbau der ASV maßgeblich vorangetrieben und die EEG-Diagnostik weiterentwickelt hat. „Unauffällige EEG- oder MRT-Befunde sind einerseits beruhigend, erklären aber nicht immer sofort die Beschwerden. Wenn Anfälle wiederkehren braucht es eine präzise Einordnung – und die kostet mitunter Zeit. Umso wichtiger sind schnell verfügbare Termine und eine eindeutige Orientierung.“

Unabhängig davon verbindet Dr. Lang als neurologischer Oberarzt der Zentralen Notaufnahme geradezu ideal Akutversorgung und spezialisierte Weiterbehandlung. Zudem verstärkt seit Oktober 2025 noch eine weitere Spezialistin, Dr. Tamara Welte, das stationäre Team.

Neu ist auch eine Transitionssprechstunde gemeinsam mit der Abteilung Pädiatrie. Sie unterstützt junge Menschen beim Wechsel von der Kinder- in die Erwachsenenneurologie. Zudem können seit 2026 Patienten mit Vagusnerv-Stimulation sowohl ambulant als auch stationär zu Kontrolluntersuchungen und Einstellungen betreut werden. Die Stimulation erfolgt, indem ein implantiertes Gerät elektrische Impulse an den Vagusnerv sendet, um Anfälle zu reduzieren. Darüber hinaus bietet die Epilepsieberatungsstelle München für Betroffene und Angehörige ab jetzt auch in Rosenheim Hilfe an.

Vorurteile abbauen, Ängste nehmen – Infotag zur Epilepsie am 21. Februar 2026

Neben der medizinischen Versorgung bleibt Aufklärung zentral. Viele Fragen betreffen nicht nur die Krankheit, sondern das Leben mit ihr. Wem erzähle ich davon? Wie reagiere ich auf einen Anfall? Was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz? Antworten darauf gibt es am 21. Februar 2026. Das RoMed Klinikum Rosenheim lädt Betroffene, Angehörige sowie Interessierte zum Infotag „Epilepsie verstehen, gezielt behandeln, gemeinsam austauschen“ ab 13 Uhr in das Bildungszentrum St. Nikolaus, Pettenkoferstraße 5, Rosenheim ein.

„Viele Betroffene fühlen sich unsicher, besonders bei seltenen Anfällen“, sagt Prof. Dr. Kuramatsu. „Mit unseren Angeboten – von der Diagnostik bis zur persönlichen Beratung – wollen wir Klarheit schaffen und Orientierung geben.“ Der Infotag bietet zudem die Möglichkeit, Fragen direkt zu stellen und sich mit Experten auszutauschen. „Wenn Patientinnen und Patienten zu uns sagen: ‚Ich fühle mich gut aufgeklärt und versorgt‘, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

 

Typische Ängste und Missverständnisse bei Epilepsie

  • „Epilepsie bedeutet immer große Krampfanfälle“ – Durchaus nicht! Es gibt viele, auch sehr unauffällige Anfallsformen. Prinzipiell können im Rahmen epileptischer Anfälle alle Funktionen des Gehirns aktiviert oder gestört werden. Deshalb sind epileptische Anfälle teilweise sehr subtil und durchaus komplex.
  • Angst vor Stigmatisierung: Schule, Arbeitsplatz, Führerschein, Partnerschaft – viele Betroffene überlegen lange, wem sie etwas erzählen. Das ist verständlich, kann aber auch ein Mitwirken des Umfelds bei Diagnostik und Behandlung verhindern und Patienten unnötig gefährden.
  • „Ein Medikament hilft sofort – oder gar nicht“ – Tatsächlich ist Therapie oft ein Prozess mit Anpassungen, immer in der Balance zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit und mit speziellen Anforderungen verbunden (z.B. Kinderwunsch, Schwangerschaft oder auch Begleiterkrankungen).
  • „Bei mir hilft nichts“ – Es kommt vor, dass ein erstes Medikament nicht zur vollständigen Anfallskontrolle führt. In diesen Fällen gibt es eine ganze Palette an weiteren guten Therapiemöglichkeiten.
  • Unsicherheit im Umfeld: Angehörige möchten helfen, wissen aber nicht wie – hier ist praktische Aufklärung (z. B. Anfalls-Erste-Hilfe und Notfallmedikamente) enorm wertvoll.
17.02.2026
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