Häufig gestellte Fragen rund um die Geburtshilfe

Rund um Schwangerschaft und Entbindung gibt es viele Fragen. Zu einigen Themen wie Anmeldung, Schmerzbekämpfung, Wochenbettstation oder Nabelschnurspende haben wir alles Wissenswerte für Sie zusammengetragen.

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Wie erfolgt die Anmeldung zur Geburt und was ist beim Anmeldetermin zu beachten?

Mit Näherrücken des Geburtstermins drängen sich Fragen um und nach der Art der Entbindung auf. Daher sehen die Mutterschaftsrichtlinien vor, dass jede Schwangere vor der Geburt von ihrem Frauenarzt oder Frauenärztin in der gewünschten und den Anforderungen der Geburt entsprechenden Entbindungsklinik vorgestellt wird. Dies ermöglicht, dass wir Sie kennenlernen und Sie Ihre speziellen Fragen zur Geburt stellen können. Falls notwendig (z.B. Mehrlingsschwangerschaften, Beckenendlagengeburten, geplante Kaiserschnitte) können für die Geburt schon entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Formale und notwendige bürokratische Prozesse können so am besten schon vor der eigentlichen Geburt erledigt werden.

Bei uns am Perinatalzentrum in Rosenheim bereitet eine Hebamme gemeinsam mit Ihnen Ihre Geburtsakte vor, befragt Sie zu früheren Erkrankungen und erläutert die Abläufe „wenn es los geht“ und unter der Geburt. Wir nehmen uns Zeit, die für Sie wichtigen Fragen rund um die Geburt und das Wochenbett zu besprechen.

Im Anschluss an das Hebammengespräch findet ein Geburtsplanungsgespräch mit dem Leiter oder einem Oberarzt oder einer Oberärztin der Geburtshilfe statt. In diesem Gespräch werden mit Ihnen entsprechend Ihrer individuellen Schwangerschaftssituation, der mögliche Ablauf der Geburt, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geburtsmöglichkeiten sowie das Wochenbett erörtert. Auf Ihre individuellen Fragen gehen wir gerne ein. Bei Bedarf werden entsprechend des bisherigen Schwangerschaftsverlaufs oder früherer Schwangerschaftsauffälligkeiten ergänzende Untersuchungen durchgeführt.

Ihr Frauenarzt wird Sie zu diesem Gespräch bei uns vorstellen (Überweisungsschein), so dass das Gespräch für Sie natürlich kostenfrei ist.

Nutzen Sie den Termin bei uns, um sich zu orientieren und um ggf. schon einmal den Weg vom Parkplatz zum Kreißsaal abzugehen.

Bitte bringen Sie folgende Unterlagen zu Geburtsanmeldetermin mit:

Mutterpass
Versichertenkarte
Überweisungsschein „Geburtsplanung“
Vorbefunde: besonders OP-Berichte von Operationen im Bauchraum oder an der Gebärmutter (diese erhalten Sie von Ihrem Gynäkologen oder der Klinik, in der Sie operiert wurden. Sollten Sie in den letzten 10 Jahren im RoMed-Klinikum Rosenheim operiert worden sein, haben wir direkten Zugriff auf die OP-Daten, so dass Sie diese Unterlagen nicht extra besorgen müssen.)
Bei problemlosen Schwangerschaften vereinbaren Sie bitte in der ca. 31. SSW einen Termin für die 36. SSW. Bei Risikoschwangerschaften (Mehrlinge, Diabetes, Vorerkrankungen, frühere auffällige Schwangerschaftsverläufe usw.) stellen Sie sich bitte in Absprache mit Ihrem Frauenarzt schon ab der 32. - 34. Schwangerschaftswoche (oder auch schon früher) bei uns vor.

Nutzen Sie unser Angebot der Online-Terminvereinbarung über eine sicher SSL-Verbindung: Jetzt Termin wählen

Sollten Sie in Ausnahmefällen online keinen Termin finden, können Sie uns gerne telefonisch kontaktieren:
 
Dienstag bis Freitag
12.00 bis 14.00 Uhr
Tel +49 (0) 80 31 - 365 32 79
E-Mail  

Was sollte vor der Geburt erledigt werden?

Ein paar Dinge können schon vor der Geburt erledigt werden. Aus unserer Erfahrung heraus wollen wir Ihnen hier einige Tipps geben. Eine gute Informationsquelle finden Sie auch unter www.schwanger-in-rosenheim.de. Beachten Sie bitte, dass sich je nach Landkreis Abweichungen ergeben können. 

  • Anmeldung zur Geburt in der Geburtsklinik 
  • Hebamme für die Nachsorge organisieren
  • Geburtsvorbereitungskurs
  • ggf. Still-Informationsabend besuchen
  • Betreuung der Geschwisterkinder für den Notfall und während/nach der Geburt organisieren
  • Klinikköfferchen packen
  • Baby-Erstausstattung besorgen (Bekleidung, Autositz, Kinderwagen, Tragehilfe, Wickeltisch/-utensilien, Bettchen)
  • bei Bedarf frühzeitig Jugendamt / Koordination Frühe Hilfen kontaktieren
  • Mutterschaftsgeld beantragen
    - bei der Krankenkasse (gesetzlich Versicherte)
    - bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes (privat Versicherte)
  • Gemeinsames Sorgerecht/ Anerkennung der Vaterschaft beantragen (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien,
    Reichenbachstr. 8, Rosenheim, 08031/365-1495)
  • Antrag Elternzeit (muss sieben Wochen vor Beginn bei Arbeitgeber angemeldet werden, kann erst mit der Geburtsurkunde
    gestellt werden)
  • Unterlagen für die Anmeldung des Kindes bei Standesamt
  • Antrag auf Elterngeld: Zentrum Bayern Familie und Soziales: www.zbfs.bayern.de 
    Online-Antrag auch vor der Geburt möglich: www.elterngeld.bayern.de/onlineantrag/
  • Antrag auf Kindergeld: Familienkasse Bayern: www.kindergeld.org Online-Antrag auch vor der Geburt möglich: www.kindergeld.org/formulare.html
    Zuständig für die Region um Rosenheim ist die Familienkasse in Pfarrkirchen. Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst beantragen Kindergeld bei ihrem Dienstherrn.
Wann empfiehlt es sich, in die Klinik zu kommen?

Diese Frage wird sicher am häufigsten gestellt, verbunden mit der Frage, ob man die Zeichen der beginnenden Geburt auch richtig einschätzen kann. Den Beginn einer Geburt genau bestimmen zu wollen ist schwer, da es ein kontinuierlicher Prozess ist. Es gibt vier wesentliche Merkmale, bei denen Sie den Kreißsaal Ihrer Geburtsklinik aufsuchen sollten:

  • Regelmäßige Wehentätigkeit (alle 5 - 10 Minuten)
  • Blasensprung (Abgang von Fruchtwasser – auch tröpfchenweise oder wenn Sie sich nicht sicher sind)
  • Vaginale Blutungen
  • Bei jeder Unsicherheit oder „komischem“ Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Weiterhin sollten Sie sich im Kreißsaal vorstellen, wenn Sie von Ihrem Frauenarzt geschickt werden oder wenn der errechnete Geburtstermin um 5 - 7 Tage überschritten ist.

Was gehört in den Klinikkoffer?

Der Koffer für den in der Regel ca. 3 - 5 tägigen Aufenthalt in der Klinik sollte ab der 34. SSW gepackt sein. Für ganz plötzliche Krankenhausaufenthalte haben wir Notfall-Utensilien vorrätig. Packen Sie wie zu einem Urlaub bequeme und nicht zu viele Dinge ein. Als sinnvoll hat sich erwiesen, eine kleine Tasche mit den unten aufgeführten Utensilien für den Kreißsaal zu haben, während die restlichen Sachen auf der Station bleiben.

Bitte lassen Sie Wertsachen und größere Bargeldbeträge zu Hause. Für Verlust können wir leider keine Haftung übernehmen.

Allgemeines

  • Mutterpass und Versichertenkarte
  • Allergiepass (falls vorhanden)
  • ggf. Medikamentenplan
  • Familienstammbuch mit Originalunterlagen (siehe unten „Standesamt“)

Für die Geburt

  • Langes T-Shirt/Nachthemd, größeres Hemd zum Knöpfen
  • Bequeme Hose / Leggings
  • Ersatzsocken
  • Hausschuhe
  • Kulturtasche mit den wichtigsten Utensilien (Lippenpflegestift, Zahnbürste, Haarband/Spange bei langen Haaren, persönliche Pflegeartikel möglichst ohne Alkohol-/ Parfumzusatz)
  • Brille bei Kontaktlinsenträgerinnen
  • Kamera/Handy mit ausreichend Speicherplatz und Akku
  • Müsliriegel, Traubenzucker
  • Spezielle Wunschmusik (eine große Auswahl an Entspannungsmusik gibt es in den Kreißsälen)
Wie sieht die Betreuung durch die Hebammen aus?

Die Hebamme ist für eine Schwangere eine wichtige Begleiterin während der Schwangerschaft, unter der Geburt und nach der Geburt im Wochenbett. Die Hebamme bietet in der Schwangerschaft Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungen (Kurse, Akupunktur u.a.) freiberuflich und/oder in der Praxis eines Frauenarztes an.

Während der Geburt begleitet die Hebamme die Schwangere und wird alles daran setzen Sie und Ihr Kind gesund durch die Geburt zu bringen. Am RoMed-Klinikum in Rosenheim sind derzeit 16 freiberufliche Hebammen tätig. In jeder Schicht arbeiten bis zu 3 Hebammen gleichzeitig, so dass für Ihre Betreuung unter der Geburt immer ausreichend Hebammen vor Ort sind. Zusätzlich besteht ein Rufbereitschaftssystem für den Fall, dass besonders viele Geburten
zeitgleich stattfinden sollten. Auf Grund des bei uns etablierten 12-Stunden-Schichtsystems der Hebammen ist es leider nicht möglich im Vorfeld eine bestimmte Hebamme für die Geburt „auszusuchen“. Ebenso können (aus Haftungsgründen) keine externen Hebammen zu Geburt zugelassen werde. Wenn eine externe Hebamme oder Dula Sie unter der Geburt als Privatperson begleiten sind sie uns herzlich willkommen.

Die Hebammen an unserem Haus arbeiten – wie fast überall in Bayern - freiberuflich. Dies heißt, dass sie zwar nicht am RoMed-Klinikum angestellt sind, aber dennoch entsprechend der Regularien des Perinatalzentrums arbeiten. Augrund ihrer freiberuflichen Tätigkeit rechnen die Hebammen die bei Ihnen erbrachten Hebammenleistungen nach einem festen Satz mit Ihrer Krankenkasse ab. Zum Nachweis der erbrachten Leistungen werden Sie gelegentlich gebeten diese Leistungen mit Ihrer Unterschrift zu bestätigen. Für Sie entstehen dadurch keine Kosten.

Bitte suchen Sie sich bereits früh in der Schwangerschaft eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung zu Hause. Die
Unterstützung, die die Hebamme im Wochenbett geben kann, ist für einen regelhaften Wochenbettverlauf wichtig und unterstützt Sie in der Phase der Umstellung nach der Geburt.

Um Sie bei der Suche nach einer Hebamme in Ihrer Region zu unterstützen, verweisen wir auf folgende Seiten:
www.schwanger-in-rosenheim.de
www.hebammensuche.bayern

Ist eine Wassergeburt möglich?

Eine Wassergeburt ist am Klinikum in Rosenheim möglich. Hierzu steht eine spezielle Gebärbadewanne zur Verfügung. Eine Wassergeburt ist nur möglich, wenn keine relevanten Infektionserkrankungen vorliegen (HIV, Hepatis C) und solange Sie keine PDA bekommen haben.

Versuchen Sie, wie Sie mit dem Medium Wasser zur Geburt zurechtkommen und entscheiden Sie selbst, ob es eine Wassergeburt werden soll.

Wie erfolgt die Schmerzbekämpfung im RoMed Klinikum Rosenheim und kommen auch alternative Methoden bei der Schmerzlinderung zur Anwendung?

Es ist sicher bekannt, dass die Wehentätigkeit und die Geburt nicht nur anstrengend ist und mit Schmerzen einhergehen. Da das Schmerzempfinden ist bei jedem Menschen unterschiedlich ist, geben wir Ihnen bei der Geburt nicht gleich und routinemäßig ein Schmerzmittel.

Begleitende Maßnahmen wie die entspannte und gemütliche Atmosphäre im Kreißsaal, Musik , farbiges Licht, Aromen und Entspannungsbäder tragen ebenso zur Zufriedenheit und damit zu Erleichterung des Wehenschmerzes bei wie die Anwesenheit einer vertrauten Person, die Sie z.B. massieren kann.

Entspannungs- und Atemtechniken sind genauso wie die freie Bewegungsmöglichkeit während der Geburt und das Finden der für Sie optimalen Geburtsposition essentieller Bestandteil unserer Begleitung, um dem Geburtsschmerz besser begegnen zu können.

Gerne unterstützen wir Ihren Vorsatz, die Geburt ohne Schmerzmedikamente bewältigen zu wollen. Sie können sich aber jederzeit umentscheiden. Wir halten zahlreiche alternative Maßnahmen für Sie bereit und arbeiten überwiegend mit Homöopathie, Akupunktur, Spasmolytika (entkrampfende Medikamente) und Elektrostimulations-Verfahren (TENS).

Sollten Sie von der Kraft der Geburt überwältigt werden, arbeiten wir entsprechend einem Stufenschema mit Schmerzmedikamenten (Opioiden) in Form von Zäpfchen und Infusionen.

Wenn durch die voranschreitende Geburt die Wehentätigkeit noch einmal intensiver empfunden wird, besteht 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, zeitnah durch ein erfahrenes Team der Anästhesie eine rückenmarksnahe Analgesie (PDA, Periduralanalgesie) anlegen zu lassen. Bei diesem Verfahren wird durch ein sehr dünnes Schläuchlein zwischen zwei Häuten am Rückenmarkskanal ein nur dort wirkendes Betäubungsmittel appliziert. Der Vorteil, der am RoMed-Klinikum seit vielen Jahren eingesetzten Methode (walking epidural) ist, dass Sie selbst über einen Druckknopf bestimmen können wie viel Schmerzmittel Sie bekommen. So geben Sie sich nur so viel Medikament, um den Schmerz zu reduzieren, ohne dabei an Beweglichkeit der Beine zu verlieren. Der Schmerzmittelverbrauch kann durch diese selbstbestimmende Methode deutlich reduziert
werden.

Die Schmerzfreiheit unter einer PDA ist meist so effektiv, dass damit in der Regel auch ein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann.

Nach der Geburt wird das gelegte Schläuchlein schnell und schmerzlos wieder entfernt. Die Rate relevanter Komplikationen einer PDA ist am RoMed-Klinikum sehr gering und entspricht den Angaben in der Literatur.

Wenn bekannte Gerinnungsstörungen, spezielle Medikamente (Blutverdünner) oder Voroperationen an der Wirbelsäule gegen eine PDA-Anlage sprechen oder Sie detailliere Informationen wünschen, bieten wir Ihnen bereits beim Geburtsplanungstermin
einen Gesprächstermin mit der Anästhesie an.

Wie erfolgt die Geburtseinleitung?

Eine Schwangerschaft dauert ca. 280 Tage (40. SSW). Allerdings kommen am errechneten Termin (ET) nur 4% aller Kinder zur Welt. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe lauten heute, dass je nach Vorgeschichte, Schwangerschaftsverlauf und Alter der Schwangeren, die Schwangerschaft nicht mehr als 7 Tage über den errechneten Termin hinaus gehen sollte. Die Risiken für Mutter und Kind steigen, je länger der Termin überschritten wird. So haben wir uns – in Anlehnung an
die internationalen und nationalen Empfehlungen der Fachgesellschaften – entschieden, dass wenn keine Indikation für
eine frühere Geburtseinleitung besteht, auch Ihnen spätestens 7 Tage nach dem errechneten Geburtstermin eine Geburtseinleitung zu empfehlen, falls keine anderen Gründe für eine frühere Geburtseinleitung bestehen. Vor den Maßnahmen zur Geburtseinleitung erfolgt immer ein Gespräch, bei dem wir gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Nutzen-/Risikoabwägung durchführen und Ihnen dann den individuell für Sie schonendsten Weg und Zeitpunkt einer Geburtseinleitung vorzuschlagen.

Natürliche Geburtseinleitung
Es gibt zahlreiche Hinweise und Empfehlungen, wie Wehentätigkeit zur Geburt auf natürlichem Wege ausgelöst werden kann. Von Zimt und Nelkenöl bis Geschlechtsverkehr, Manipulation am Gebärmutterhals und körperlicher Aktivität gibt es Daten, dass eine begrenzte Wirkung vorliegt, mindestens aber günstige Auswirkung auf den Verlauf zu
erwarten sind. Auch der geburtsauslösenden Akupunktur oder mentalen Verfahren (Hypnobirthing) werden unterstützende
Wirkungen zugesprochen und können eingesetzt werden. Diese Maßnahmen sollten, soweit keine anderen Gründe vorliegen, erst mit dem Überschreiten des Geburtstermins (vorbereitende Akupunktur / Hypnobirthing ca. 4 Wochen vor dem Termin) begonnen werden. Auch wenn es sich um natürliche Maßnahmen handelt, sollten diese nur
in Rücksprache mit einer Hebamme oder einem Arzt durchgeführt werden, wenn die Schwangerschaft völlig problemlos verlaufen ist und das Kind in der richtigen Position liegt.

Medikamentöse Geburtseinleitung
Lassen sich durch natürliche Maßnahmen keine ausreichenden und regelmäßigen Wehen erzeugen, und gibt es einen Grund die Schwangerschaft zu beenden, können Wehen durch die Gabe von Substanzen, die den körpereigenen geburtsauslösenden Substanzen entsprechen (Prostaglandine), ausgelöst werden.

Nach einer vorherigen Ultraschall-, Doppler- und CTG-Untersuchung entscheiden wir mit Ihnen, welche Form der Geburtseinleitung die Beste für die Gesamtsituation ist. Der Einsatz von Prostaglandinen ist sicher und stellt den Standard zur Geburtseinleitung dar. Wie bei allen Medikamenten können neben der Wirkung (Wehenauslösung) deutlich seltener auch Nebenwirkungen (z.B. zu kräftige Wehentätigkeit) auftreten. In der Nutzen-Risikoabwägung legen wir auch die erforderliche Dosierung fest und wollen dabei immer auf der sicheren Seite sein. Dennoch wissen wir nie, wie und wann Ihr Körper auf die Medikamente reagiert, weswegen wir medikamentöse Geburtseinleitungen nur unter stationären Bedingungen und unter engmaschiger Kontrolle von Ihnen und Ihrem Kind durchführen. So wie
in der Literatur angegeben wird, kann bei 60% der Einleitung mit einer Geburt innerhalb von 24 Stunden gerechnet werden. Dies hängt allerdings von vielen Faktoren ab, so dass es auch einmal länger dauern kann. Eventuell muss die Einleitung wiederholt oder die Art der Einleitung gewechselt werden. Wir kombinieren die medikamentöse Geburtseinleitung immer auch mit natürlichen Maßnahmen.

Für die Aussage, dass eingeleitete Wehen heftiger sein sollen als nicht stimulierte Wehen, gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Beweis.

Welche Geburtsposition ist die richtige für mich?

Während der Geburt in unserer Klinik können Sie zwischen verschiedenen Geburtspositionen wählen.  Wir verfügen über Multifunktionsbetten, Matten, Sitzbälle und Gebärhocker. Unter der Geburt unterstützen unsere Hebammen Sie die für Sie richtige Position zu finden.

Was ist wichtig, im Falle eines Kaiserschnitts zu wissen?

Aus unterschiedlichen Gründen kann es notwendig werden, dass eine Schwangerschaft durch einen geplanten Kaiserschnitt beendet werden muss. Ihr Frauenarzt wird Sie bei einer entsprechenden Risikokonstellation frühzeitig bei uns zur Geburtsplanung vorstellen. Wir prüfen die Gründe für einen Kaiserschnitt, zeigen mögliche Alternativen auf, besprechen die Operation und finden einen passenden Termin. Der Ablauf des Tages der Operation für Sie und Ihren Partner besprechen wir im Detail.

Besonders für das Kind hat sich bewährt auch einen geplanten Kaiserschnitt so nah wie möglich am Termin durchzuführen.
Bestimmte Gründe können aber auch dafürsprechen – wieder nach Nutzen-Risikoabwägung – dass der Kaiserschnitt in einer früheren Woche durchgeführt werden muss. Da bei uns bei jedem Kaiserschnitt ein Kinderarzt anwesend ist sprechen wir den Termin auch mit den Kinderärzten ab. Um für Sie die passende Narkoseform zu finden, stellen wir sie auch bei den Narkoseärzten vor.

Besteht die Möglichkeit zur Nabelschnurblutspende?

Aktuell ist die Nabelschnurblutgewinnung zur Spende oder privaten Einlagerung von Stammzellen am Klinikum in Rosenheim leider nicht möglich. Wir arbeiten daran Ihnen diese Möglichkeit bald anbieten zu können.

Sollten Sie eine Verwendung für den Mutterkuchen haben (Globuli, Eingraben usw.), dann können Sie die Plazenta auch gerne mit nach Hause nehmen.

Wie erfolgt die Abnabelung?

Wir legen Wert auf das Auspulsieren der Nabelschnur, solange das Kind dabei nicht gefährdet ist. Erst wenn die Nabelschnur, im Regelfall nach 1-3 Minuten nach der Geburt, nicht mehr pulsiert, wird die Nabelschnur durchtrennt.

Meistens macht dies die Begleitperson oder die Mutter selbst. Die Nabelschnur hat keinerlei Nerven, so dass das Durchtrennen der Nabelschnur weder für Sie noch für Ihr Kind schmerzhaft ist.

Das Kind ist da - und was nun? Wie erfolgt das Bonding am RoMed Klinikum Rosenheim?

Nach der Geburt ist der erste Haut-zu-Haut-Kontakt ein besonderes Erlebnis und für die frühe Mutter-Kind-Bindung sehr förderlich. Daher ist uns diese Phase nach der Geburt äußerst wichtig.

Wenn es dem Kind auf dem ersten erfahrenen Blick der Hebamme gut geht, hebt sie Ihr Kind zu Ihnen auf die (nackte) Brust. Gerne kann dies auch durch Sie selber oder den Partner erfolgen. Ihr Kind wird dann mit einem warmen Tuch abgedeckt und Sie genießen nach aller Anstrengung diesen großen Moment. Die Nabelschnur pulsiert in dieser Phase aus, sodass sie nach 1-3 Minuten vom Vater oder Ihnen selbst durchtrennt werden kann. Die Hebammen hilft Ihnen dabei (Link zur Nabelschnur).

Damit dieses Bonding möglichst ungestört abläuft und Ihr Kind vielleicht schon selber den Weg zur Brust sucht, beobachten wir immer wieder das Kind, um zu verfolgen, wie und ob sich es gut an seine neue Umgebung adaptiert. In dieser Zeit werden die APGAR-Werte zur 1., 5. und 10. Lebensminute vergeben, die die Anpassung nach bestimmten Kriterien besonders gut beschreibt. Wenn alles gut ist, erfolgt die ersten Untersuchung auf dem Bauch der Mutter.

Erst später nach der ersten Bondingphase, aber noch im Kreißsaal wird von der Hebamme oder dem Arzt die U1-Untersuchung durchgeführt, um zu prüfen, ob sich nach der Geburt alles gut anpasst. Sollten Auffälligkeiten ersichtlich werden, ziehen wir die Kinderärzte von der Nachbarstation umgehend hinzu. Sollten die Kinderärzte das Kind mit auf die Kinderstationen zur Überwachung mitnehmen müssen, dann ist dies immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung zwischen Bonding und Sicherheit für das Kind. Unser Team unternimmt alles, damit das Kind möglichst bei Ihnen bleiben kann. 

Zur Versorgung und Beobachtung, besonders aber auch zum Bonding, dem bindungsfördernden ersten Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Neugeborenen, bleiben Sie noch gut zwei Stunden im Kreißsaal. Hier besteht eine gute Möglichkeit, das erste Mal zu stillen. Wir leiten Sie dazu gerne an. Wir legen auf diese „Erste Zeit zu dritt“ besonderen
Wert und werden Sie in dieser Zeit wenig stören. Genießen Sie den Moment….

Unser Ziel ist es, schon früh nach der Geburt die Kompetenz der jungen Mütter und Väter zu stärken. Liebe, Verbundenheit, körperliche Nähe und Zeit sind wichtige Voraussetzungen, um von Anfang an eine gute innere Bindung aufzubauen. Das von uns geförderte Stillen trägt ebenfalls dazu bei.

Wie erfolgt die Unterbringung auf der Wochenbettstation?

Ziel der integrativen Wochenbettpflege ist, dass während des stationären Aufenthaltes nicht mehr viele verschiedene Menschen für eine Schwangere/Familie zuständig sind, sondern jede von nur möglichst einer Schwester, die sowohl in der Erwachsenpflege als auch in der Kinderpflege ausgebildet ist, pro Schicht betreut wird. Die jungen Mütter (oder der Partner) melden sich bei „Ihrer“ Schwestern nur, wenn sie etwas benötigen oder Fragen haben. So kann Familie Familie
werden.

Die geburtshilfliche Station des RoMed Klinikums hat sich diesem Pflegekonzept verschrieben, um die üblichen Routinen zu reduzieren und der Individualität der jungen Familien gerecht zu werden. Die Beratung und individuelle Unterstützung in der körperlich und emotional interessanten Phase nach der Geburt steht bei uns im Vordergrund.

Wir fördern das 24 Stunden-Rooming-In und helfen Ihnen dabei, dass Ihr Kind vom ersten Moment an bei Ihnen sein kann. Natürlich haben Sie bei Erschöpfungszuständen oder nach einer Operation trotzdem
die Möglichkeit Ihr Baby den Schwestern zur Aufsicht anzuvertrauen. Beim Rooming-In haben Sie trotz des heute nur noch kurzen Aufenthaltes in der Klinik die Möglichkeit Ihr Kind besonders gut kennenzulernen und gleichzeitig die große Chance bei Unsicherheiten immer eine Schwester, eine Hebamme oder ausgebildete Stillberaterin als Ansprechpartnerin zu haben.

Fragen zum Stillen, Baden, Wickeln usw. werden gemeinsam am und mit Ihrem Kind besprochen und geübt. Scheuen Sie sich nicht uns zu fragen! Es ist die beste Zeit von erfahrenen Fachleuten Antworten zu bekommen.

Ihre Aufenthaltsdauer auf der Wochenbettstation richtet sich nach Ihrem Befinden und der medizinischen Notwendigkeit einer stationären Betreuung. Da die U2-Untersuchung bei den Kindern am 3. Lebenstag erfolgt gehen die meisten jungen Mütter nach einer normalen Geburt am 3. Tag nach Hause. Nach einem Kaiserschnitt verlassen die meisten Frauen die Klinik am 4.-5. Tag nach der Geburt.

Wie sieht es mit Familienzimmern aus?

Auch oder gerade die Zeit nach der Geburt bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus zusammen verbringen zu können ist bei vielen Paaren wegen der privaten, schon fast häuslichen Atmosphäre sehr begehrt. Beide Eltern können so den Umgang mit Ihrem Kind besonders intensiv kennenlernen. Zudem kann der Partner die junge Mutter in vielen Situationen unterstützen.

Alle 18 Doppelzimmer der Wochenbettstation können zu Familienzimmern umfunktioniert werden. Bitte teilen Sie uns Ihren Wunsch nach einem Familienzimmer mit, sobald Sie zur Geburt in den Kreißsaal kommen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Verfügbarkeit unserer Familienzimmer der aktuellen Belegungssituation der Station anpassen müssen. Sie haben sicher dafür Verständnis, dass wir wegen Familienzimmern keine Patienten ablehnen können. Deshalb ist es auch nicht möglich, ein Familienzimmer im Voraus zu reservieren. Generell berechnet das RoMed Klinikum Rosenheim für ein Familienzimmer 49 Euro pro Tag (inkl. Vollverpflegung). Geschwisterkinder können aus versicherungstechnischen Gründen im Familienzimmer leider nicht untergebracht werden.

Trotz des Rückgangs der Coronazahlen können wir aktuell leider noch keine Familienzimmer wieder anbieten. Da wir die bald zu erwartende Freigabe durch die  Klinikhygiene gerne schnell umsetzen wollen, fragen Sie bei der Aufnahme gerne nach dem aktuellen Stand.

Wie ist die Verpflegung auf der Wochenstation?

Ein Mal am Tag kommt eine Verpflegungsassistentin auf die Station 5/3 und fragt Ihre Essenswünsche ab. In der Regel können Sie aus drei verschiedenen Gerichten wählen. Hier werden auch Unverträglichkeiten und spezielle Ernährungsweisen abgefragt. Auch die Größe der Portionen können Sie anpassen. Ihre Wünschen werden dann zum nächsten Tag umgesetzt. Unsere Küche bereitet die Speisen jeden Tag frisch zu.

Für den Hunger zwischendurch steht Ihnen auf der Station 5/3 ein Patientenkühlschrank zur Verfügung. Dort finden Sie Snacks, Joghurts und Obst. Auch im hauseigenen Kiosk können Sie sich bei Bedarf etwas kaufen. Getränke (verschiedene Tees, stilles und sprudelndes Wasser) stehen Ihnen zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung.

Sollte es dennoch einmal an etwas fehlen, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Kommt eine Babyfotografin?

Eine professionelle Fotografin bieten Ihnen während des stationären Aufenthaltes an, attraktive Fotos von Ihren Neugeborenen zu erstellen. Sie werden im Verlauf Ihres Aufenthaltes bei uns gefragt werden, ob Sie Fotos von Ihrem Kind anfertigen lassen wollen. Ein Foto Ihrer Wahl bekommen Sie von uns als kleines Dankeschön, dass Sie uns Ihr Vertrauen geschenkt haben. Weitere Fotos erwerben Sie von der Fotografin. Die Anfertigung der Fotos verpflichtet nicht zum Kauf. Das Fotografenteam arbeitet unabhängig vom RoMed Klinikum.

Welche Untersuchungen des Neugeborenen werden angeboten?

Vor der Entlassung bieten wir verschiedene Untersuchungen bei Ihrem Kind an. Die Vorsorgeuntersuchung U2 führt ab dem 3. Lebenstag ein erfahrener Kinderarzt durch, bei der Ihr Neugeborenes von Kopf bis Fuß untersucht wird. Damit soll sichergestellt werden, dass Ihrem Baby nichts fehlt und Ihrer Entlassung nach Hause nichts im Wege steht.Dazu kommt ein Kinderarzt unserer Kinderklinik zu Ihnen auf die Station.

Stoffwechseltest
Ein paar Tropfen Blut aus der Ferse können helfen, schwere Behinderungen zu vermeiden. Der Test ermöglicht die frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Behandlung einer Vielzahl von Stoffwechselerkrankungen. Ein Informationsblatt, das Ihre wichtigsten Fragen beantwortet, wird Ihnen vor der Blutabnahme ausgehändigt. Da die Teilnahme an der Untersuchung freiwillig ist, bitten wir Sie um Ihr schriftliches Einverständnis.

Hörtest
Wir bieten Ihnen einen Hörtest bei Ihrem Kind an, bei dem ganz einfach, ähnlich wie beim Ohrthermometer, das Hörvermögen Ihres Kindes untersucht wird. Die Untersuchung ist für Ihr Baby völlig schmerzlos und nicht belastend.

Ultraschall
Diese Vorsorgeuntersuchung wird bei bekannten Risikofaktoren von unseren Kinderärzten mehrfach in der Woche durchgeführt. Sie ermöglicht eine Früherkennung von Hüftreifungsstörungen, die damit frühzeitig einer eventuell notwendigen Frühbehandlung zugeführt werden können. Bei vorbekannten Auffälligkeiten oder Risikofaktoren führen wir auch Ultraschalluntersuchungen von Nieren, Schädel und anderen Organen durch.

Sauerstoffsättigung „Pulsoximetrie“
Diese Untersuchung bei allen Neugeborenen dient dazu, Herzfehler, die ansonsten unerkannt bleiben könnten, frühzeitig durch eine harmlose und nicht belastende Untersuchung zu erkennen.

Wie lange dauert der Klinikaufenthalt nach der Entbindung?

Der Tag der Entlassung richtet sich nach Ihrem Befinden und der Notwendigkeit einer weiteren stationären Behandlung. Nach einer komplikationslosen Geburt und guten Anpassung des Kindes bietet es sich an, die U2-Untersuchung und weitere Tests (Hörtest, Stoffwechselscreening, Herzfehlerscreening) Ihres Kindes am 3. Lebenstag abzuwarten, um im Anschluss an die Untersuchungen nach Hause zu gehen.

Auch bei Kindern, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind und bei Ihnen auf der Station sind wird in der Regel am 3. Lebenstag die U2-Untersuchung durchgeführt. Nach einem Kaiserschnitt hat sich auf Grund der bei uns angewandten Operationstechnik die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 4-5 Tage verkürzt. Viele Frauen möchten aber auch schon nach dem dritten Tag nach Hause.

Teilen Sie uns am besten am Vortag schon mit, wann Sie entlassen
werden möchten. So können wir die Entlassungspapiere entsprechend frühzeitig vorbereiten.

Wir möchten Sie bitten, sich am vereinbarten Entlassungstag bis 11 Uhr abholen zu lassen und aus den Zimmern auszuchecken. Mit etwas Vorbereitungszeit ist dies gut organisierbar. Sollte sich Ihre Abholung
verzögern informieren Sie uns bitte rechtzeitig

Am Tag vor der Entlassung wird ein Abschlussgespräch über den Verlauf und die zu Hause zu beachtenden Maßnahmen geführt. Hierbei geht es überwiegend um Wundpflege, Hygienemaßnahmen, Kindsversorgung, ggf. Medikamenteneinnahme, Hebammenbesuche, Rückbildungsgymnastik und den nächsten Besuch beim Frauenarzt.
Den Mutterpass, das Kinderheft und einem vorläufigen Arztbrief bekommen Sie am Tag der Entlassung von uns ausgehändigt.

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